Brüssel/Paris/Berlin (dpa) - Die Einkommenskluft zwischen Akademikern und ausschließlich beruflich ausgebildeten Fachkräften ist in den vergangenen Jahren weltweit erheblich gewachsen - besonders drastisch in Deutschland.

Die Einkommenskluft zwischen Akademikern und ausschließlich beruflich ausgebildeten Fachkräften ist in den vergangenen Jahren weltweit erheblich gewachsen - besonders drastisch in Deutschland. Dies geht aus dem am Dienstag in mehreren europäischen Hauptstädten veröffentlichten OECD-Bildungsbericht hervor. Er vergleicht die Bildungssysteme der 30 wichtigsten Industriestaaten und einiger Partnerländer miteinander.

Bildungserfolg bleibt abhängig von sozialer Herkunft

Danach verdienen Akademiker in Deutschland im Schnitt 74 Prozent mehr als Erwerbstätige, die nach der Realschule oder dem Gymnasium weder zur Universität oder Fachhochschule gegangen sind noch einen Meisterkurs besucht haben. Im Jahr 2000 lag dieser Vorsprung in der Bundesrepublik erst bei 45 Prozent. Im Schnitt der anderen Industrienationen liegt der Einkommensvorteil von Akademikern bei 59 Prozent.

Zwar streben in Deutschland so viele junge Leute wie noch nie einen Hochschulabschluss an. Dies wird auch in dem neuen Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) als positiv herausgestellt. Gleichwohl sei aber in der Bundesrepublik der Bildungserfolg wie in kaum einem anderen Industrieland nach wie vor eng gekoppelt an die soziale Herkunft. Gerade für Schüler aus einkommensschwachen Familien bleibe das Versprechen "Aufstieg durch Bildung" häufig in weiter Ferne.© dpa