Berlin (dpa/tmn) - Ein Assessment Center macht vielen Bewerbern Angst. Einige Anbieter versuchen mit Kursen, Jobsuchende auf das Bewerbungsgespräch im XXL-Format vorzubereiten. Doch worauf kommt es dabei an? Die Stiftung Warentest hat mehrere Seminare untersucht.

Wer sich mit einem Kurs auf ein Assessment Center (AC) vorbereiten will, muss nicht unbedingt viel Geld ausgeben. Günstige Angebote von Volkshochschulen (VHS) haben häufig eine genauso hohe Qualität wie teurere von Privatanbietern. Das zeigt ein Test der Stiftung Warentest, für den acht Seminare unter die Lupe genommen wurden.

Gut und günstig waren zum Beispiel die Kurse der Volkshochschulen Gießen, Bochum und Köln. Von den privaten Anbietern schnitten etwa Emrich Consulting, Strategic Coaching oder Intertrainment gut ab. Die Tester bewerteten vier Kriterien: Kursdurchführung, Kursorganisation, Kundeninformation sowie Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Eine Einladung zum AC bekommen Jobsuchende häufig, wenn sie sich bei größeren Firmen für verantwortungsvolle Posten bewerben. Solche Unternehmen setzen diese Form verstärkt zur Personalgewinnung ein. Zum AC kommen in der Regel mehrere Kandidaten, die verschiedene Aufgaben lösen müssen.

Bei der Auswahl eines Kurses sollten Teilnehmer darauf achten, dass jeder die Möglichkeit hat, sich den Aufgaben zu stellen und nicht einige aus der Gruppe sie beispielhaft für alle vormachen. Dabei sollten die Prüfungsbedingungen eingehalten und die Aufgaben in einer bestimmten Zeit gelöst werden. Nur so bekommen Jobsuchende eine realistische Einschätzung ihrer Stärken und Defizite und wissen, woran sie weiter üben müssen. Außerdem sollte der Trainer am Ende jedem Einzelnen ein Feedback geben. Gut ist auch, sich vorab zu erkundigen, ob es branchenspezifische Schwerpunkte in dem Kurs gibt.

Wichtig ist auch, den Kurs möglichst früh zu machen. Bewerber können dort Übungen nur kennenlernen - danach arbeiten sie am besten selbstständig an ihrem Auftritt weiter.

Typischerweise stehen in einem Assessment Center etwa Selbstpräsentationen an. Jobsuchende sollten kurz und knapp darlegen können, wer sie sind und was wichtige Entscheidungen in ihrer bisherigen Laufbahn waren. Mit der Übung wollen Personaler etwa den Auftritt, den sprachlichen Ausdruck sowie den sicheren Umgang mit Präsentationstechniken der Bewerber prüfen.© dpa