Berlin (dpa/tmn) - Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr kann eine berufliche Weiterentwicklung oder Neuorientierung sein. Weiterbildungen helfen, im Job am Ball zu bleiben. Doch wie wählt man das richtige Angebot aus?

Viele fassen gute Vorsätze fürs neue Jahr. Diese können auch den Job betreffen. Denn manche sind zum Beispiel unzufrieden in ihrem Beruf. Oder sie merken, dass sie Defizite im Joballtag haben. Dann sollten sie eine Weiterbildung machen. Manch einer kann etwa mit der technischen Entwicklung oder den Kollegen nicht mithalten. "Es kann helfen, den Chef zu fragen, in welchen Bereichen eine Weiterbildung sinnvoll ist", sagt Michael Cordes, wissenschaftlicher Leiter des Teams Weiterbildung bei der Stiftung Warentest. Außerdem ist es ratsam, Stellenanzeigen zu lesen, die auf das eigene Jobprofil passen. Berufstätige sehen dann, welche Anforderungen sie bereits erfüllen und welche nicht. Eine Weiterbildung kann außerdem das nächste Karriereziel oder eine berufliche Veränderung einleiten.

Aber auch Berufseinsteiger können sich beim Thema Weiterbildung nicht zurücklehnen. Gerade wer frisch aus der Uni oder der Ausbildung kommt, muss sich an den Betrieb anpassen. "Oftmals passen die Kompetenzen, die man während der Ausbildung erworben hat, nicht eins zu eins zu den Jobanforderungen", erklärt Cordes. Berufseinsteiger sollten sich etwa beim Vorgesetzten erkundigen, welche Fähigkeiten sie sich zusätzlich aneignen sollten. "Manchmal können auch interne Schulungen helfen, um etwa den Umgang mit unbekannten Softwareprodukten zu erlernen."

Wer sich nicht sicher ist, welche Weiterbildung die richtige ist, sucht am besten eine unabhängige Weiterbildungsberatung auf. Für Arbeitsuchende sind die Arbeitsagenturen vor Ort dann die passende Adresse. Aufstiegsorientierte Fach- und Führungskräfte finden etwa bei den Industrie- und Handelskammern oder den Handwerkskammern Unterstützung. Frauenberatungsstellen helfen Frauen zum Beispiel beim Wiedereinstieg in den Beruf.

Cordes rät, bei der Suche nicht auf nur Mundpropaganda oder Einzelmeinungen zu hören. Stattdessen eignet sich ein Probeunterricht. Wer eine Weiterbildung sucht, sollte vorher verschiedene Angebote vergleichen und sich klarmachen, wie viel Zeit und Geld er in das Projekt investieren möchte. "Außerdem sind Teilnehmer die tragende Figur einer Weiterbildung", findet Cordes. Das heißt, dass die Teilnehmer sich aktiv in die Kurse einbringen und erlerntes Wissen direkt anwenden. Wer von Anfang an die Einstellung hat, dass es mit der bloßen Teilnahme getan ist, wird kaum etwas lernen.

Woran gute Vorsätze scheitern

Sechs von zehn Menschen aus Deutschland kennen das Problem, dass sie gute Vorsätze nicht umsetzen. Das hat eine bevölkerungsrepräsentative Emnid-Umfrage ergeben. Häufig genannter Grund für das Scheitern ist, dass Betroffene den Aufwand unterschätzen. Von jenen, die schon einmal einen guten Vorsatz nicht umgesetzt haben, sagt das fast jeder Zweite (46 Prozent). Nicht selten fehlt auch der Fokus auf das Ziel - vier von zehn (41 Prozent) verlieren das Vorhaben im Lauf des Jahres aus den Augen. Befragt wurden im Auftrag des Softwareunternehmens Qlik 1000 Menschen aus Deutschland.© dpa