Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Kaugummis das Hungergefühl dämpfen und beim Abnehmen helfen sollen. Leider scheint diese Annahme ein Mythos zu sein, wie zwei Studien aus Amerika nun belegen. Im Gegenteil: Das Kauen bestimmter Geschmacksrichtungen kann sogar negative Auswirkungen haben.

Die Ergebnisse der beiden Studien präsentieren die Forscher der Universität von Buffalo im Fachmagazin "Eating Behaviors". In der ersten Studie kauten 44 Männer und Frauen vor ihren Mahlzeiten Kaugummis mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Das Ergebnis: Weder das Kauen noch der Geschmack hatte Auswirkungen auf den Verzehr von kalorienreichen Lebensmitteln. Ebenfalls unbeeinflusst blieb die Gesamt-Kalorienaufnahme der Mahlzeiten. Allerdings reduzierte sich der Appetit auf Obst. Das könnte am Minzaroma liegen, vermuten die Forscher. Es könnte den Geschmack des Obstes verändern.

Zweite Studie bestätigt Ergebnisse

Auch in der zweiten Studie mussten 54 Probanden Kaugummi für die Wissenschaft kauen – zweimal eine Woche lang vor jeder kleinen oder großen Mahlzeit. Eine der angebotenen Sorten enthielt Guarana- und Grüntee-Extrakte, die angeblich den Appetit zügeln sollten. Der andere Kaugummi war im Geschmack ähnlich, hatte aber keine appetitzügelnden Inhaltsstoffe. Beide Kaugummis waren zuckerfrei und mit Minz-Aroma und Zuckerersatzstoffen versetzt. Das Ergebnis bestätigte die Beobachtungen der ersten Studie. Das Kauen beeinflusste die Kalorienaufnahme nicht, aber senkte den Appetit auf Obst. Als Vergleich diente eine Woche ohne Kaugummi zwischen den beiden Test-Wochen. Zwar nahmen die Probanden in den Testwochen seltener Mahlzeiten zu sich, die Gesamtaufnahme an Kalorien blieb aber gleich – wie das Körpergewicht.

Die Forscher gehen deswegen davon aus, dass Kaugummis als Kalorienbremse und Appetitzügler wahrscheinlich ungeeignet sind. Außerdem fällt die Zügelung der Lust auf Obst negativ ins Gewicht – sie sind also eher schädlich für eine gesunde Ernährung. Die Auswirkungen auf den Verzehr von Gemüse und anderen gesunden Nahrungsmitteln sind noch nicht untersucht.