Potsdam (dpa/tmn) - Kurz von der glatten Tomatenhülle abgerutscht, und schon ist es passiert: Das Messer schneidet statt ins Fruchtfleisch in den Finger. Wie geht man mit der Schnittwunde um? Die Landesapothekerkammer Brandenburg hat die wichtigsten Tipps:

Wunde reinigen: Erst einmal gilt es, die Wunde etwas ausbluten zu lassen - so können nämlich feine Schmutzpartikel herausgespült werden. Dann wäscht man die Wunde unter fließendem Leitungswasser aus - Seife sollte man dafür nicht nutzen. Anschließend tupft man die Stelle sanft trocken. Wer möchte, kann noch ein desinfizierendes Wundspray auf die Schnittstelle geben.

Ausmaß prüfen: Hört die Wunde schon nach ein paar Minuten auf zu bluten, ist in der Regel nur die oberste Hautschicht betroffen - dann kann man die Schnittstelle gut selbst versorgen. Klafft die Wunde aber auseinander und blutet länger und stärker, ist wahrscheinlich ein größeres Blutgefäß betroffen. In diesem Fall ist der Gang zum Arzt fällig. Solche tieferen Schnittverletzungen müssen häufig genäht, geklammert oder geklebt werden.

Auch auf die Begleitsymptome gilt es zu achten - Bewegungseinschränkungen etwa. Das ist möglicherweise ein Hinweis, dass auch eine Sehne verletzt wurde. Ein verletzter Nerv macht sich dadurch bemerkbar, dass es zu Lähmungen oder Gefühlsstörungen der Haut kommt. Wer solche Symptome bei sich bemerkt: Ab zum Arzt!

Wunde verschließen: Auf die Schnittwunde kommt ein Pflaster oder eine sterile Wundauflage, die mit einer Mullbinde befestigt wird. Auf diese Weise werden die Wundränder enger zusammengezogen - der Schnitt kann so schneller verheilen, erklären die Experten der Landesapothekerkammer. Luft müsse nicht an die Wunde gelangen - das sei ein Mythos. Denn das berge das Risiko von Verunreinigungen und Entzündungen.

Ist die Wunde erst einmal versorgt, prüft man dann am besten noch einmal seinen Impfschutz: Dringen Bakterien in offene Wunden, droht nämlich eine Tetanusinfektion. Die Tetanusimpfung sollte alle zehn Jahre aufgefrischt werden.© dpa