Bonn (dpa) - Die Arbeitnehmer müssen im kommenden Jahr mit spürbar höheren Beiträgen für die gesetzliche Krankenversicherung rechnen. Damit dürfte sich der Druck auf die Kassen erhöhen. Denn es könnte dazu führen, dass sich Beitragszahler eine andere Kasse suchen. Wie die Berechnung funktioniert:

Beitragssatz: Mit der Neuregelung der Finanzstruktur der Krankenversicherung wurde der Beitragsanteil der Arbeitgeber eingefroren. Der Beitragssatz, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte bezahlen, beträgt 14,6 Prozent vom Bruttoeinkommen.

Wenn die gesetzlichen Krankenkassen damit nicht auskommen, und das ist bei den allermeisten der Fall, können sie einen zusätzlichen Beitrag erheben, allerdings nur in einer bestimmten Bandbreite.

Beitragshöhe: Im vergangenen Jahr lag der Beitragsanteil der Arbeitnehmer bei durchschnittlich 8,2 Prozent (7,3 Prozent plus 0,9 Prozent). Bei einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von rund 2915 Euro liegt dieser Beitragsanteil bei 239 Euro im Monat.

Zusatzbeitrag: Würde der Zusatzbeitrag im Schnitt um 0,2 Prozentpunkte steigen, läge der Beitragsanteil bei einem Einkommen von 2915 Euro bei 245 Euro; bei einem Anstieg um 0,3 Prozentpunkte bei 248 Euro und bei 0,4 Punkten stiege der Beitrag auf 251 Euro. In diesem Fall würde sich der Beitrag um 12 Euro im Monat erhöhen.

Bemessungsgrenze: Die Beitragsbemessungsgrenze hat die Bundesregierung für nächstes Jahr auf monatlich 4237,50 Euro festgelegt, darüber bleiben die Versicherungsbeiträge gleich. Ein Beitragszahler mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 4237,50 Euro bezahlt ohne neuen Zusatz rund 348 Euro in die Krankenversicherung. Stiege hier der Zusatzbeitrag 2016 um 0,2 Prozentpunkte, läge der Beitrag bei 356 Euro, bei 0,3 Punkten bei 360 und bei 0,4 Punkten bei 364 Euro. © dpa