Hollywoodstars haben es gut: Um in Form zu bleiben engagieren sie einen Personal Trainer, der ihnen genau sagt, was sie wann trainieren und essen sollen, damit Problemzonen gar nicht erst entstehen. Als Ottonormalverbraucher kann ich mir das natürlich nicht leisten. Auf der Suche nach einer günstigeren Fitness-Alternative bin ich auf "Hörsport" gestoßen - einen Trainer zum Anhören! Doch keine falschen Hoffnungen: Bewegen muss man sich trotzdem.

In ihrer Kolumne "Ausprobiert" testet unsere Gesundheitsredakteurin Silke Stadler am eigenen Leib, worüber sie schreibt.

Als Gesundheitsredakteurin besteht ja nahezu eine berufliche Verpflichtung zum Sporteln. Ich liebe zwar Ausdauersport. Gezielter Muskelaufbau kommt aber etwas zu kurz, denn Fitnessstudios sind so gar nicht mein Ding. Öfter als fünf Mal habe ich garantiert keines betreten. Sicher liegt das an diversen abschreckenden Beispielen in meinem Freundeskreis: Etwa die Hälfte aller Freunde und Verwandten, die Mitglied in einem der Sport-Tempel sind, haben sich in einem Anflug von radikalem Abspeckwahn dazu entschlossen.

Allerdings hapert es bei den meisten schon nach kurzer Zeit am Durchhaltevermögen. Und so zahlen sie zwar pünktlich jeden Monat ihren Beitrag, sind aber dann ganz urplötzlich beruflich so eingebunden, dass sie es leider mal wieder nicht ins Studio geschafft haben.

Aber weil auch ich mir in den Kopf gesetzt habe, meinen Problemzonen an den Kragen zu gehen, will ich "Hörsport" ausprobieren. Die Fitness-Plattform im Internet will vor allem mit drei Vorzügen punkten:

  • Sie errechnet ein individuelles Trainingsprogramm je nach persönlicher Kondition.
  • Man trainiert, wann, wie lang und wo man Lust hat.
  • Sie ist mit Preisen ab 7,95 Euro pro Monat günstig im Vergleich zum Fitnessstudio.

Bevor ich loslegen kann, wähle ich auf der Internetseite ein Trainingsziel. Ich habe zum Beispiel die Wahl zwischen Bauch-Beine-Po-Training, Oberkörper-Muskelaufbau oder allgemeine Muskel-Fitness. Ich entscheide mich für die ganzheitliche Körperformung, denn die eignet sich "für alle, die abnehmen und ihren Körper straffen wollen". Ja, das ist genau das, was ich möchte.

Im Anschluss werde ich aufgefordert, einen Fitness-Fragebogen auszufüllen. Nachdem ich Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht angegeben habe, geht es um meine Kondition: Ob ich eine Rolle vorwärts machen kann? Das habe ich schon seit meinem achten Lebensjahr nicht mehr versucht. Ich vermute leichte Probleme und setze meinen Haken bei der entsprechenden Option. Kann ich eine halbe Stunde lang ohne Pause joggen? Als leidenschaftliche Läuferin kreuze ich "Keine Probleme" an. Bin ich fähig, aus dem Stand - Knie gestreckt - mit dem Kopf die Knie zu berühren? Ähem, das bezweifle ich ehrlich gesagt stark. Ich möchte es vor den Kollegen im Büro, wo ich den Fragebogen gerade ausfülle, auch lieber nicht testen.

Jetzt spuckt "Hörsport" meinen Fitnesszustand aus: Meine Leistungsfähigkeit sei "in Ordnung". Klingt irgendwie… sagen wir: Ausbaufähig. Etwas gekränkt logge ich mich zu Hause gleich wieder auf der Webseite ein und mache mich ans erste Training. Ich werde zunächst gefragt, wie lange ich trainieren möchte. Ich wähle die empfohlene Trainingsdauer von 20 Minuten. Los geht's mit Aufwärmübungen wie Skiwedeln und Hampelmann. Das Hauptprogramm besteht zum Beispiel aus Lufttritten im Wechsel, Sit-Ups und vorgebeugtem Ruderzug mit Flasche.

Angenehm ist, dass sich alle Trainingsutensilien im Haushalt finden lassen, zum Beispiel Stühle, Wände, Wasserflaschen oder Besenstiele. Erklärt werden die einzelnen Übungen in Bildern, die die wesentlichen Bewegungen zeigen. Besser fände ich hier eine kurze Videosequenz, um Bewegungsabläufe genauer darzustellen.

Stretching-Einheiten schließen das Training ab. Danach gibt es die Möglichkeit für Feedback: War es zu schwer oder zu leicht? Haben einzelne Übungen überhaupt keinen Spaß gemacht oder waren sie zu anstrengend? Diese Angaben dienen vor allem dazu, das Training zu optimieren. Sportwissenschaftler und "Hörsport"-Teammitglied Olaf Prieske beantwortet Fragen von Mitgliedern per E-Mail. Er erklärt mir: "Das Training wird in regelmäßigen Abständen automatisch an die Fitness angepasst, die Fortschritte werden mitberechnet. Das Feedback ist eine Möglichkeit, selber nachzujustieren."

Mein Fazit: Das Training macht Spaß und zeigt Wirkung. Nach dem Workout fühle ich mich angenehm ausgepowert und trage ab und an auch einen kleinen Muskelkater davon. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich das Programm mit einem MP3-Player jederzeit und überall abspulen lässt. Wünschen würde ich mir ein zusätzliches Feature, das mir nach einigen Wochen meinen neuen Fitnesszustand anzeigt, um Fortschritte sichtbar zu machen. Laut Olaf Prieske ist dieses aber bereits geplant. Gut finde ich, dass man sich den Gang zum Fitnessstudio und dadurch Zeit spart. Auf die dortige Vielfalt an Trainingsgeräten muss man dafür allerdings verzichten.

Lesen Sie auch den vorangegangenen Beitrag der "Ausprobiert"-Kolumne: Begegnung mit dem "Wunderheiler"

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