Die Versicherten der Betriebskrankenkassen (BKK) waren 2013 im Schnitt 17,6 Tage krankgeschrieben. Damit sind die Fehlzeiten im Vergleich zum Jahr 2006 um satte fünf Tage gestiegen. Zu den häufigsten Leiden gehören Skelett- und Muskelbeeinträchtigungen, aber auch Probleme mit den Atemwegen sowie psychische Störungen sind unter den Klienten häufig anzutreffen.

Die BKK analysierte die Daten ihrer 9,3 Millionen Versicherten und stellte dabei große regionale und altersbedingte Unterschiede bei den Ausfallszeiten fest. Während Baden-Württemberg (15,4 Tage) und Bayern deutlich unter dem Durchschnitt liegen, kommen die fünf neuen Bundesländern ohne Sachsen aber mit dem Saarland zusammen klar über den Wert. Sachsen-Anhalt ist mit 21,6 Tagen das Schlusslicht.

Auch wenn Probleme mit den Atemwegen 2014 zu den häufigsten Erkrankungen gehören, zeichnet die BKK für die ersten vier Monate 2014 ein anderes Bild: Wegen der ausgebliebenen Grippewelle im Frühling 2014 gab es deutlich weniger Ausfallszeit mit dieser Diagnose im Vergleich zum Vorjahr.

Gesundheitsreport 2014: Ältere sind deutlich länger krank

Für das Jahr 2013 sieht die Versicherung vor allem im Altersvergleich gravierendere Unterschiede: Arbeitnehmer über 60 Jahre haben zehn Mal längere Fehlzeiten als Kollegen unter 20 Jahren bei Muskel- und Skeletterkrankungen. Bei den Kreislaufleiden beträgt der Faktor sogar 19. Mit psychischen Störungen plagen sich ältere Erwerbstätige sechs Mal so lange wie Karriereanfänger.

Ausfalltage nach Bundesländern: Baden-Württemberg und Bayern haben die geringsten Quoten.

Trotz ansteigender Ausfälle auf seelischer Ebene nehmen die Beeinträchtigungen mit Diagnose Burn-out erkennbar ab. Die BKK vermutet als Grund einen anderen Umgang der Ärzte mit dem Syndrom. Die Behandlung einer psychischen Erkrankung dauerte 2013 im Schnitt 38 Tage, was damit Spitze ist.

Das sind drei Tage mehr, als die Patienten für die Heilung eines Tumorleidens in Anspruch nahmen. Die Ärzte stellten zudem für rund 30 Prozent der erkrankten BKK-Versicherten ein psychisches Problem fest, davon entfiel die Diagnose "depressive Episode" auf ein Drittel der Klienten.

Arbeitslose anfälliger für psychische Leiden

Eine deutliche Abweichung stellte die Versicherung auch bei älteren Beziehern des Arbeitslosengeldes I fest: Erwerbslose im Alter von 50 bis 54 Jahren weisen demnach dreimal mehr Fehltage durch seelische Leiden auf als der Rest.

Mediziner verschreiben Arbeitslosen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland außerdem mehr Medikamente als im Bundesdurchschnitt. Bei den Beschäftigten liegen die fünf neuen Länder im Bezug auf Arznei über dem Schnitt. Die Stadtstaaten Hamburg, Bremen, Berlin sowie Hessen sind bei den Medikamenten für alle Mitglieder unter dem Durchschnitt. (cfl)