Düsseldorf (dpa/lnw) - Wer sich 150 Minuten pro Woche moderat bewegt und 15 Minuten aktiv Sport am Tag macht, hält sich der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) zufolge auch im Alter fit.

Kleine Wege im Alltag können außerdem das Übergewichtsrisiko, die Sturzrate und die Abnahme der Muskelmasse verringern. Ausdauerbelastungen, leichtes Krafttraining und Koordinationseinheiten rüsten zusätzlich im Alter.

Weil im Alter der Energiebedarf abnehme, sei für die körperliche Fitness eine ausgewogene, vollwertige Ernährung mit Obst, Gemüse, Salat und ungesättigten Fettsäuren optimal. Vermieden werden sollte dagegen ständiges Sitzen: "Dieses kann zu einem inaktiven Lebensstil führen und Risikofaktor sein", warnt Anne Engel von der DGSP.

"Das Alter ist kein Hindernis, um neue Sportarten zu lernen", sagt Christine Sowinski vom Kuratorium Deutscher Altershilfe. Wer früher schon einmal Sport gemacht habe, profitiere davon im Alter. Denn Sportarten graben sich tief ins "muskuläre Gedächtnis" ein. Aber auch Sport in der Gruppe kann Bewegung attraktiver machen. Viele Vereine bieten Kurse speziell für Ältere an. Der Vorteil: Neben dem Training werden oft andere gemeinsame Aktivitäten organisiert.

Mehrmals die Woche trainiert die 94-Jährige und schwimmt dabei an die 1000 Meter.

Wer sich nicht fit genug für einen Sportkurs fühle, solle sich kleine Etappenziele stecken, empfiehlt Sowinski. "Ein Park oder ein Wald in der Umgebung kann für ausgiebige Spaziergänge genutzt werden."

Spitzensportler mit über 90 Jahren

Ingeborg Fritze (94) aus Düsseldorf und Gerhard Windolf (91) aus Hamburg sind trotz ihres hohen Alters Hochleistungssportler. Eigentlich wollte Fritze mit 95 Jahren aufhören mit dem Leistungssport. "Aber jetzt ist es ja bald so weit - und ich will nicht!", sagte die Schwimmerin der Deutschen Presse-Agentur.

Deutsche Meisterschaften und Europatitel hat die Düsseldorferin gewonnen und Weltrekorde aufgestellt - mehr als 600 Medaillen liegen in ihrem Keller. Windolf sagt, er gehe zweimal in der Woche ins Fitnessstudio und dreimal auf den Sportplatz. Ein Leben mit Leistungssport mache den Kopf frei. Das Ergebnis: "Ich war vor zehn Jahren das erste Mal beim Arzt", sagte Windolf.© dpa