Gesund bleiben, bis ins hohe Alter – das ist ein Wunsch vieler Menschen. Gentests und ähnliche Verfahren sollen Aufschluss darüber geben, von welchen Krankheiten der Körper verschont bleibt und von welchen nicht. Wir zeigen am Beispiel von Chorea Huntington und Alzheimer, wie sinnvoll solche Analysen sind.

Alzheimer als Volkskrankheit

Die unheimliche Macht der Parasiten

Parasiten, die sich im menschlichen Gehirn festsetzen, können nicht nur der Gesundheit Schaden zufügen, sondern auch das Verhalten beeinträchtigen. In anderen Fällen tragen sie allerdings auch zur Heilung bei. © ProSiebenSat.1

Alzheimer ist eine der Krankheiten, über die viele Deutsche gerne Aufklärung hätten, ob sie selbst eines Tages davon betroffen sein werden. Denn die Angst vor der geistigen Erkrankung ist groß. Doch ist sie auch begründet? Durchaus! 1,2 Million Menschen hierzulande haben die Diagnose bereits erhalten.

Da Alzheimer nicht nur eine Qual für die Erkrankten ist, sondern meist auch die Familie unter dem Pflegeaufwand leidet, ist ein nicht unbedeutender Teil der Bevölkerung mit dieser Form der Demenz konfrontiert. Eine Krankheit also, die in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Doch können wir uns vor der Volkskrankheit schützen? Fakt ist: Die Menschen erreichen ein immer höheres Alter. Je älter die Person, desto fragiler dessen graue Zellen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, mit der sie von dem Leiden heimgesucht wird. Manche Forscher behaupten sogar, dass jeder von uns Alzheimer bekommt – wir müssten nur lange genug leben.

Dennoch forschen Wissenschaftler schon lange an einer Früherkennung, ob man an Alzheimer erkrankt oder nicht. Leider bisher erfolglos.

Laut Prof. Dr. Richard Dodel von der deutschen Gesellschaft für Neurologie schwappt etwa alle fünf Jahre eine Annahme durch die Medizinwelt, was genau Alzheimer auslöst. Doch bisher stellten sie sich immer als haltlos heraus. Auch eine Heilung der Krankheit ist derzeit nicht möglich. Daher stellt sich die Frage: Was würde denn eine Vorhersage bringen, wenn die Krankheit gar nicht heilbar ist?

Vorhersehbar, aber nicht heilbar

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Genau diese Problematik ergibt sich nämlich bei der Erbkrankheit Chorea Huntington. Sie ist tatsächlich mit hoher Treffsicherheit vorhersehbar.

Die Crux ist jedoch: Das Nervenleiden ist ebenfalls nicht heilbar. Die Betroffenen erfahren zwar vorzeitig, ob sie erkranken und vielleicht noch in welchem Härtegrad die Krankheit zuschlägt. Doch rein medizinisch ist der Nutzen des Tests relativ gering. Es gibt keine Prävention, kein Herauszögern des Leidens.

Warum unterzieht man sich dann so einem Test? Mediziner, die an der Krankheit forschen und Betroffenen die Testergebnisse – ob negativ oder positiv – überbringen müssen, berichten von unterschiedlichen Reaktionen: Von nachvollziehbarer Niedergeschlagenheit bis hin zum konstruktiven und vorausschauenden Umgang mit dem Befund.

Denn manch Leidtragender kann nun sein Leben besser planen und beispielsweise doch nicht das Ersparte in ein Eigenheim investieren, sondern für den Pflegefall sparen. Für andere hingegen fühlt es sich an wie ein sofort ausgestellter Totenschein. Depressionen können die Folge sein und die eigentlich gesunde Phase bis zum Ausbruch der Krankheit zur Hölle machen.

Tests nicht immer eindeutig

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Wissenschaftler streiten über Sinn und Unsinn solcher Tests. Denn selbst bei Chorea Huntington gibt es eine Grauzone, bei der das Ergebnis nicht eindeutig ist. Und genau in solchen Fällen kommen viele Fragen auf: Was, wenn die Tests falsche Ergebnisse liefern? Was sind die Folgen einer Fehldiagnose? Was, wenn die Analysetechnik versagt?

Gerade bei relativ neuen Verfahren kann die Technik durchaus ein Problem sein. In der Schwangerschaftsvorsorge ist derzeit das sogenannte Ersttrimester-Screening beliebt. Hier werden unter anderem Blutwerte und Ultraschallergebnisse in eine Software eingegeben. Das Ergebnis ist die Wahrscheinlichkeit, mit der das Baby mit Down-Syndrom auf die Welt kommt.

Je nachdem, welche Software der Arzt für das Screening einsetzt, können unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten herauskommen. Und was wissen die werdenden Eltern nach so einem Test? Letztendlich nur, dass ihr Baby das Down-Syndrom haben kann oder nicht. Die Eltern stehen vor der Frage: Ein eventuell krankes Kind auf die Welt bringen oder vielleicht doch abtreiben?

Zu dem moralischen kommt ein monetäres Dilemma. Ein Ersttrimester-Screening kostet einige Hundert Euro und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Sicher ist bei vielen Tests nur, dass der Patient unter Umständen viel Geld hinlegen muss, um nachher keine Gewissheit zu haben, was wirklich auf ihn zukommt.

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