Washington (dpa) - Ein Krankenhaus in der US-Hauptstadt Washington hat einen Patienten mit Ebola-Symptomen aufgenommen. Der Zustand des Patienten sei stabil, er befinde sich auf einer Isolierstation und werde auf Ebola getestet.

Das berichteten US-Medien unter Berufung auf eine Sprecherin des Howard University Krankenhauses in Washington. "Aus Vorsicht haben wir die angemessenen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, inklusive der Isolation des Patienten", wurde Sprecherin Kerry-Ann Hamilton zitiert.

Der Fall sei der Behörde bekannt, bestätigte CDC-Abteilungsleiterin Beth Bell bei einer Pressekonferenz. "Wir stehen in Kontakt mit dem Krankenhaus, aber wir kennen noch nicht alle Details." Den Medienberichten zufolge war der Patient zuvor nach Nigeria gereist und hatte, als er wieder zurück in den USA war, Ebola-Symptome entwickelt. Bereits am Dienstag war in Dallas im US-Bundesstaat Texas ein Mann mit Ebola diagnostiziert worden. Es handelt sich dabei um die erste Ebola-Diagnose außerhalb Afrikas seit Beginn der aktuellen Epidemie.

Die US-Regierung kündigte unterdessen an, bis zu 1.000 weitere Soldaten zum Kampf gegen Ebola nach Westafrika entsenden zu wollen. Verteidigungsminister Chuck Hagel habe diesen Schritt genehmigt, sagte Pentagonsprecher John Kirby. Vor zweieinhalb Wochen hatte das Pentagon bereits die Entsendung von bis zu 3000 Soldaten angekündigt. Es sei aber nicht sicher, dass die Zahl tatsächlich auf 4000 steige, sagte Kirby. Die Truppen würden laufend ärztlich untersucht. Kirby stellte zudem klar, dass sie keine medizinische Hilfe leisten würden: "Dies sind keine Ärzte, keine Krankenschwestern." Es handle sich viel mehr um Experten für Logistik und gut ausgebildete Ingenieure.

"Es ist nicht zu erwarten, dass US-Truppen in die Nähe von Ebola-Patienten kommen werden", sagte Kirby. "Sollten wir glauben, dass ein Mitglied des Militärs (dem Virus) ausgesetzt wurde, (...) wird er an Ort und Stelle natürlich sofortige ärztliche Behandlung bekommen." Alle Verdachtsfälle würden 21 Tage überwacht.

Weiterer Ebola-Patient in Omaha erwartet

Im Fall des Ebola-Patienten in Dallas seien inzwischen 50 Menschen herausgefiltert worden, zu denen der Mann Kontakt hatte nachdem er Symptome entwickelt hatte. Bei den meisten von ihnen bestehe nur ein sehr geringes Risiko, an Ebola zu erkranken, sagte David Lakey von der texanischen Gesundheitsbehörde bei einer Pressekonferenz. Bei zehn Menschen sei das Risiko höher. All diese 50 Menschen würden nun 21 Tage lang zweimal täglich auf Symptome getestet. "Bislang geht es ihnen aber allen gut und sie haben keine Symptome."

In einer Spezialklinik in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska wird am Montag ein weiterer Ebola-Patient aus Westafrika erwartet. "Wir sind bereit, willig und in der Lage, uns um diesen Patienten zu kümmern", sagte der zuständige Arzt Phil Smith am Freitag. Nähere Informationen zu dem Patienten teilte das Krankenhaus zunächst nicht mit.

Möglicherweise könnte es sich dabei um einen in Liberia für den US-Sender NBC News arbeitenden Kameramann handeln. In der Nacht zum Freitag hatte der Sender mitgeteilt, dass der 33-Jährige an Ebola erkrankt sei und in die USA geflogen werden soll. Die Chance, dass er wieder gesund werde, sei hoch, sagte die leitende Medizinredakteurin des Senders, Nancy Snyderman, am Freitag im US-Fernsehen. "In seinem Körper ist nur eine geringe Konzentration des Virus zu finden. Er sollte eine sehr gute Prognose haben."

Im Nebraska Medical Center war in den vergangenen Wochen bereits ein Arzt und Missionar behandelt worden, der sich im westafrikanischen Liberia mit Ebola angesteckt hatte. Er hat die Krankheit inzwischen überstanden. Vier weitere Ebola-Patienten waren seit Ausbruch der jüngsten Epidemie zudem in einer Spezialklinik in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia behandelt worden. Zwei von ihnen haben die Krankheit überstanden, über den Zustand der zwei anderen gab es zunächst keine Informationen.

Deutsche Bundeswehr startet Flüge ins Ebola-Gebiet

Die deutsche Bundeswehr hat indes mit der Lieferung von Hilfsgütern in das westafrikanische Ebola-Gebiet begonnen. Eine Transall-Transportmaschine brachte unter anderem medizinisches Material wie Schutzanzüge vom senegalesischen Dakar in die liberianische Hauptstadt Monrovia.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stieg die Zahl der an der in der Region ausgebrochenen Epidemie gestorbenen Menschen auf 3431. In Deutschland kam am Freitag ein zweiter Ebola-Patient an. Er wird in Frankfurt am Main auf der Isolierstation der Uniklinik behandelt.

Wie eine Sprecherin der Verteidigungsministeriums der dpa sagte, wurden fünf Tonnen Hilfsgüter nach Monrovia transportiert. Zwei Transall-Maschinen sind seit wenigen Tagen in Dakar für die Luftbrücke stationiert, an der auch die USA und Frankreich beteiligt sind. Die Bundeswehr will auch freiwillige Helfer in das Ebola-Gebiet schicken. Die Ausbildung dafür soll Mitte Oktober beginnen.© dpa