Nach der Entdeckung eines Ebolakranken in Texas sind nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC weitere Fälle möglich, aber keine Epidemie. Mit zirka 100 Menschen soll der Mann in Kontakt gewesen sein.

"Es kann weitere Fälle geben, aber es wird keine Ausbreitung geben", sagte CDC-Chef Tom Frieden auf einer Pressekonferenz in Atlanta. Vier Menschen seien in Quarantäne, sie würden aber keine Symptome zeigen. Etwa 100 Menschen aus dem Umfeld des Kranken sollen untersucht werden.

In Liberia habe der Mann keine Symptome gezeigt. "Er wurde vor seiner Abreise untersucht und hatte eine Körpertemperatur von 36,3 Grad, also ganz normal. Er hat auch während der Reise keinerlei Symptome gezeigt." Erst nach Tagen habe er Fieber bekommen. Den Zustand des Mannes bezeichnete er als "nach wie vor ernst".

100 Menschen werden befragt

"Die Menschen haben viele Fragen und wir haben leider noch nicht alle Antworten. Aber wir bleiben zuversichtlich, dass wir Ebola schnell eindämmen können", sagte Frieden. "Unsere erste Aufgabe ist jetzt, jeden zu identifizieren, der Kontakt gehabt haben könnte."

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Die Teams würden etwa 100 Menschen befragen wollen. "Das heißt nicht, dass jeder von ihnen tatsächlich Kontakt hatte. Es war vielleicht nur eine Handvoll, die dem Erreger ausgesetzt war. Aber wir wollen ein großes Netz auslegen, damit wir möglichst alle Gefährdeten befragen und untersuchen können." Zunächst werde der engste Kreis untersucht, "dann gehen wir kreisförmig immer weiter nach außen, bis wir alle erfasst haben".

Vier Menschen unter Quarantäne

Nach Angaben von David Lakey von den Gesundheitsbehörden in Texas sind derzeit vier Menschen unter Quarantäne. "Sie zeigen keine Symptome, sie haben kein Fieber und alle sind wohlauf. Aber wir müssen sie beobachten, das gebietet die Gefährlichkeit der Krankheit." Der Kranke sei sehr gut betreut und sehr gut isoliert. "Wir werden dafür sorgen, dass niemand dem Erreger ausgesetzt wird." Auch Frieden zeigte sich zuversichtlich: "Wir haben sehr viel Erfahrungen mit Epidemien und wir können schnell reagieren."© dpa