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27.11.2012, 14:08 Uhr

Mineralöl in Adventskalendern - Kritik an Methoden von Stiftung Warentest

(am) - Die Stiftung Warentest hat in Adventskalendern Rückstände von Mineralöl und ähnlichen Substanzen festgestellt, welche krebserregend sein sollen. Die betroffenen Unternehmen reagierten umgehend und haben ihre Produkte zur Untersuchung in Labors geschickt. Der Hersteller Arko nahm seine Adventskalender sogar aus dem Verkauf. Nun aber kritisieren betroffene Firmen und der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie die Methoden und die Messwerte der Stiftung Warentest.

Die Tester fanden in allen 24 getesteten Adventskalendern Rückstände von Mineralöl. In neun der Kalender wurden "besonders kritische" Bestandteile gefunden - dabei handelt es sich um aromatische Mineralöle. Davon betroffen sind Produkte von Friedel, Lindt, Hachez, Smarties, Riegelein, Feodora, Arko, Confiserie Heilemann und Rausch. Die Adventskalender von Arko, Confiserie Heilemann und Rausch seien sogar "besonders hoch" und zudem auch mit nicht-aromatischen Mineralölen belastet.

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Die aromatischen Mineralöle stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Diese sollten nach Forderungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gänzlich aus Lebensmitteln herausgehalten werden. Die nicht-aromatischen Mineralöle könnten sich im menschlichen Gewebe einlagern und Entzündungsreaktionen der Leber auslösen. Dies belegen derzeit aber nur Untersuchungen an Ratten.

"Messwerte keine geeignete Grundlage"

"Die Messwerte von Stiftung Warentest sind keine geeignete Grundlage für die Bewertung der Schokolade", heißt es in einer Pressemeldung des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie: "Denn derzeit gibt es kein analytisches Verfahren, welches die Analyse von Mineralölbestandteilen verlässlich erlaubt." Der Gesetzgeber habe deswegen auf einen Grenzwert verzichtet. "Die Schokolade in Adventskalendern ist sicher und gesundheitlich unbedenklich", so der BDSI. Die darin enthaltenen Spuren von Mineralöl seien auch für Kinder "gesundheitlich nicht relevant".

Die Firma Rausch, eine der drei "besonders hoch" belasteten Hersteller, setzte sich gegen die Methoden von Stiftung Warentest zur Wehr. "Üblich war es bisher, dass die Stiftung Warentest die Firmen, deren Produkte getestet werden, vor der Veröffentlichung informiert", schrieb Jürgen Rausch, Geschäftsführer der Confiserie Rausch in Berlin, in einer Stellungnahme. Dies sei aber nicht geschehen. Die Unternehmen hätten keine Chance gehabt, die Vorwürfe zu überprüfen und wenn nötig darauf zu reagieren.

"Keine Gesundheitsgefährdungen bekannt"

Darüber hinaus kritisierte Rausch das Analyse-Verfahren der Stiftung Warentest. Dieses sei nicht geeignet, verlässliche und aussagekräftige Informationen über Mineralöl-Gehalte in Lebensmitteln zu liefern. "Es sind auch keine Gesundheitsgefährdungen bekannt", sagte Rausch. Dennoch habe sein Unternehmen Adventskalender an verschiedene Institute zur Untersuchung geschickt.

Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, dass das Mineralöl wohl auf zweierlei Arten in die Schokolade gelangt war. Zum einen sollen die Rückstände aus Kartonverpackungen stammen, die aus recyceltem Altpapier hergestellt wurden. Zum anderen wurde bei acht Produkten nachgewiesen, dass offenbar Maschinenöl während des Produktionsprozesses in die Schokolade kam.

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