Zur mobilen Ansicht wechseln

03.01.2013, 11:13 Uhr

Hüftgold: Mollige leben länger

Ran an den Speck: Gerade zum Jahresbeginn nehmen sich viele Menschen vor, endlich abzunehmen. Nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern auch, weil mit jedem abgespeckten Pfund das Risiko für Diabetes und Herzinfarkt sinken soll.

Doch eine große Übersichtsstudie zeichnet ein überraschend anderes Bild: Menschen die ein bisschen mehr auf den Rippen haben, leben länger als Normalgewichtige.

Herzinfarkt, Diabetes, Krebs

Lebensgefährlich wird Fett demnach möglicherweise erst für stark übergewichtige Personen. Und das, obwohl dicke Menschen anderen Untersuchungen zufolge ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und sogar mache Krebserkrankungen haben.

Raucherin mit Zigarette

Neue Studie zeigt, in welchem Maße Rauchen die Lebenszeit verkürzt. >

Um diesem Paradox auf den Grund zu gehen, haben Wissenschaftler um Katherine Flegal von den Centers for Disease Control and Prevention, Maryland, 97 Untersuchungen zu dem Thema analysiert. Die nach strengen Kriterien ausgewählte Studien enthielten Daten von fast 2,88 Millionen Teilnehmern von allen fünf Kontinenten.

Dick ist nicht gleich dick

Das Ergebnis: Verglichen die Forscher die Gruppe sämtlicher Übergewichtigen und Fettleibigen mit den Normalgewichtigen, zeigte sich, dass Schwergewichte tatsächlich ein um 18 Prozent höheres Risiko für einen vorzeitigen Tod trugen. Doch als die Wissenschaftler die übergewichtigen Teilnehmer differenzierter betrachteten, veränderte sich das Bild: Die niedrigste Sterblichkeit fand sich bei den leicht übergewichtigen Teilnehmern mit einem BMI zwischen 25 und 30.

Ihr Risiko für einen vorzeitigen Tod lag sogar noch um 6 Prozent unter dem Normalgewichtiger. Auch für Personen mit einem BMI zwischen 30 und 35 war die Sterblichkeit im Vergleich zu Normalgewichtigen noch um 5 Prozent reduziert. Erst ab einem BMI von über 35 stieg das Risiko für einen frühen Tod - und zwar um deutlich 29 Prozent. "Den größten Anteil an der erhöhten Gesamtsterblichkeit der Fettleibigen haben die extrem Übergewichtigen", schreiben die Autoren.

Abnehmen oder nicht?

Der Schluss, dass ein paar Polster mehr vor einem frühen Tod schützen, lässt sich aus der Untersuchung indes nicht ableiten. Ein möglicher Grund könnte sein, dass übergewichtige Patienten eher einen Arzt aufsuchen und dass sie sorgfältiger therapiert werden als Normalgewichtige, geben die Forscher zu bedenken. Andererseits könnte ein gewisses Übergewicht tatsächlich eine herzschützende Funktion heben. Und auch im Falle einer Erkrankung könnten die eingelagerten Energiereserven einen Überlebensvorteil bieten.

Bauch im Visier

Entwarnung für Menschen mit leichtem bis moderatem Übergewicht gibt es daher nicht. Insbesondere auch deswegen nicht, weil die Übersichtsstudie sich lediglich auf den BMI stützt und beispielsweise nicht unterscheidet, in welcher Körperregion die überschüssigen Pfunde sich sammeln. Bauchfett, so bestätigt eine wachsende Zahl von Untersuchungen, ist nämlich der eigentliche Risikofaktor: Es produziert zahlreiche Botenstoffe, die unter anderem Entzündungen fördern und so zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.

Wer also ein Bäuchlein hat, sollte dieses besser abbauen - das gilt auch für Menschen mit Normalgewicht. Das so genannte "Hüftgold" hingegen, das sich am Po und den Oberschenkeln ansammelt, ist hingen weniger kritisch - möglicherweise sogar gesund. (cf)

Quelle: Katherine M. Flegal: Association of All-Cause Mortality With Overweight and Obesity Using Standard Body Mass Index Categories, JAMA. 2013;309(1):71-82. doi:10.1001/jama.2012.113905

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von NetDoktor.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

© NetDoktor.de GmbH

Alle News vom: 3. Januar 2013 Zur Übersicht: Gesundheit

405 Meinungen zu "Mollige leben länger"

  • gomazo
    Freitag, 18.01.2013, 15:47 Uhr
    Ein bisschen Übergewicht ist ok. Auf einen gesunden Lebensstil kommt es an
  • BHJ
    Freitag, 18.01.2013, 11:10 Uhr
    Ach, und noch etwas! Was ist denn bloß los hier? Warum sind so viele Meinungen gesperrt? Ist man hier von Widerlingen umgeben, oder etwa von zu strenger Aufsicht? Einmal, na gut aber so oft? ? ?
  • BHJ
    Freitag, 18.01.2013, 11:06 Uhr
    ninawellmeyer Wieviel Provision bekommen Sie für Ihren Beitrag? Also, wer gesund abnehmen will, muss erst mal im Kopf soweit sein. Dann heist es rann an den Speck! Alles mögliche funktioniert da. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit Almased gemacht, aber das ist eben nicht Jedermanns Sache. Vorteil: man nimmt sehr schnell ab, und die Muskeln bleiben weitestgehend erhalten. Das habe ich durch regelmäßiges Messen des Bizeps kontrolliert, und war recht überrascht über das gute Ergebnis. Wichtig ist nur, dass mann nicht gar zu viel auf einmal abnimmt, da kommt die Haut ab einem bestimmten Alter nicht mehr mit, und dass man dauerhaft die Ernährung seinen Bedürfnissen anpasst. Dann gibt es auch keinen Jojo-Effekt. Natürlich geht es auch mit anderen Methoden, manche brauchen halt den Rückhalt einer Gruppe! Warum nicht! Hauptsache man (frau) kommt auf Mormalmaß. Und das heißt: Nicht zu dünn, und nicht zu fett! Viel Erfolg!
Brustkrebs

Brust-Amputation: Es gibt alternative Methoden für die Rekonstruktion. >

Clown-Trainer Udo Berenbrinker

Altenheime engagieren immer mehr "Gesundheitsclowns". >

Cola fördert Nierensteine

Genuss künstlich gesüßter Getränke hat unangenehme Folgen. >


Internet Made in GermanyWEB.DE 2013 - Marke des JahrhundertsIhr WEB.de-Postfach ist grünWeb.de unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: Mollige leben länger. Gutes Hüftgold? Forscher machen eine überraschende Entdeckung.