Pferdefleisch-Lasagne auch in Deutschland
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Lieferungen aus französischen Firmen, die in den Skandal um das falsch deklarierte Fleisch verwickelt sind, seien über Nordrhein-Westfalen nach Baden-Württemberg gelangt, teilte in Stuttgart das Landesverbraucherministerium mit. "Die verdächtige Ware wurde aus dem Verkehr gezogen", erklärte eine Ministeriumssprecherin. Es handelt sich um eine Lasagne der Marke "Eismann".
Derzeit liefen Untersuchungen, um abzuklären, ob die Lasagne tatsächlich falsch deklariertes Pferdefleisch enthalte. Die Ergebnisse dieser Tests sollen "bis spätestens Anfang der kommenden Woche" vorliegen, erklärte die Sprecherin weiter.
Ihr nordrhein-westfälischer Kollege Johannes Remmel (Grüne) schloss weitere Funde nicht aus. Die EU-Kommission will verarbeitetes Rindfleisch nun mit einem DNA-Test kontrollieren lassen. An diesem Freitag sollen Experten aus allen 27 EU-Staaten über den Vorschlag entscheiden.
Es gebe nur wenige Schnittstellen, über die alle Lebensmittelketten ihre Produkte bezögen. "Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass es auch gesundheitsgefährdende Elemente gibt." Bisher fehlten jedoch umfassende Analysen.
Die Supermarktkette Real hatte am Mittwoch eine Tiefkühl-Lasagne zurückgerufen, nachdem bei Stichproben Anteile von Pferdefleisch entdeckt worden waren. Auch andere Unternehmen wie Kaiser's Tengelmann, Rewe, Edeka und Eismann überprüfen verdächtige Produkte.
"Das ist kriminell"
Aigner und Remmel sprachen von gewaltiger Verbrauchertäuschung. "Das ist kriminell", sagte Remmel im ARD-"Morgenmagazin". Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kritisierte die Billig-Produktion von Fleisch. "Beim Pferdefleisch zeigt sich, dass die Billig-Billig-Ideologie wirklich Probleme bereitet", sagte sie am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. Aigner begrüßte den Vorschlag aus Brüssel zu den europaweiten Kontrollen.
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat die Billig-Produktion von Fleisch mit für den Skandal um Pferdefleisch im deutschen Handel verantwortlich gemacht. "Beim Pferdefleisch zeigt sich, dass die Billig-Billig-Ideologie wirklich Probleme bereitet", sagte sie im Bayerischen Rundfunk.
"Man muss wissen, was drin ist"
Bei den Geschäften über mehrere Länder sei die Herkunft des Fleisches nicht mehr genau nachvollziehbar. Daher forderte die ehemalige Verbraucherschutzministerin eine genaue Etikettierung und Dokumentation der Produktionskette. "Man muss wissen, was drin ist. Das ist sonst schlicht und einfach Verbraucher-Beschiss."
In Deutschland standen am Mittwoch sechs Unternehmen auf der Kontroll-Liste der Behörden. Aus der Auswertung der Lieferlisten ergebe sich, dass zwischen November 2012 und Januar 2013 über einen Zwischenhändler verdächtige Produkte in größerem Umfang nach Deutschland gekommen seien, hatte Minister Remmel erklärt.
Die Metro-Tochter Real rief ihre "TiP Lasagne Bolognese, 400g, tiefgekühlt" zurück. "Diese Maßnahme erfolgt rein vorsorglich, da zu keinem Zeitpunkt ein Hinweis auf ein gesundheitliches Risiko für Verbraucher bestand", hieß es. Bereits am vergangenen Freitag hatte das Unternehmen als Vorsichtsmaßnahme nach einem Hinweis des Herstellers das Produkt aus dem Verkauf genommen.
DNA-Test sollen helfen
Die EU-Kommission will mit den DNA-Tests wirksamer gegen falsch deklariertes Fleisch vorgehen. Die ersten 2500 Gentests könnten den Plänen zufolge im März stattfinden, etwa 200 davon in Deutschland, teilte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg am Mittwoch nach einem Krisentreffen acht beteiligter Staaten in Brüssel mit. Ergebnisse sollen Borg zufolge Mitte April veröffentlicht werden. Insbesondere Irland und Großbritannien hatten auf gentechnische Untersuchungen gedrungen.
Um sicherzustellen, dass Verbraucher mit dem Fleisch keine Pferdemedikamente zu sich nehmen, will die EU-Kommission eine weitere Testreihe vorschlagen. Dabei sollen die Behörden Pferdefleisch auf mögliche Rückstände des Medikaments Phenylbutazon untersuchen. Das Mittel wird bei Pferden gegen Entzündungen eingesetzt. Es gilt auch als Doping-Mittel im Pferdesport. 1500 in die EU eingeführte Pferdekadaver sollten untersucht werden, zudem 2500 in Europa geschlachtete Tiere.
In den vergangenen Wochen waren in mehreren Ländern der EU Fertiggerichte entdeckt worden, in denen statt des angegebenen Rindfleischs auch oder ausschließlich Pferdefleisch verarbeitet worden war. Die Europäer verspeisen nach Angaben der EU-Kommission wissentlich jährlich 110 000 Tonnen Pferd, 70 000 Tonnen davon aus heimischer Zucht.
Ursache bekannt?
Ein Verbot von billigem Rind- und Lammhackfleisch aus britischer Produktion könnte nach Darstellung der Zeitung "The Times" eine Ursache des Skandals um falsch deklariertes Fleisch sein.
Im vergangenen Jahr hatte die britische Lebensmittelaufsicht FSA auf Anraten der EU-Kommission die Verarbeitung von maschinell gefertigtem Hackfleisch ohne Sehnen plötzlich untersagt. Diese Art von Hack wird aus Kostengründen in industriell hergestellter Fertigkost, Hamburger-Frikadellen und Kebabs benutzt.
Da die Hersteller die Preise niedrig halten wollten, sei ihr Ausweichen auf billige Fleischimporte aus dem Ausland geradezu programmiert gewesen, schrieb das Blatt. Der ehemalige Landwirtschaftsminister Jim Paice hatte nach Angaben der Zeitung schon im vergangenen Sommer einen Parlamentsausschuss vor möglichen Billigfleisch-Importen gewarnt.
147 Meinungen zu "Reaktionen auf Fleisch-Skandal"
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Soulreaver0791
Dienstag, 19.02.2013, 17:07 Uhr Falsch- bzw. unvollständige Deklarierung ist blöd- oki. Aber weiß man denn wie hoch der Pferdefleischanteil war/ ist?? und mal ehrlich, wer liest denn schon, wenn er Hunger hat, was da alles drin ist? evtl. den Zubereitungshinweis, das wars dann aber meist auch schon. Komischerweise beschweren sich die Leute aber nur darüber, daß sie was gegessen haben, was nicht auf der Verpackung stand... Aber nicht darüber, daß es nicht geschmeckt hätte!! Und wiiiie so oft wird aus einem "Mmmmmmh ,lecker! Kann ich noch ne Portion haben?" nachdem man sagt was drin ist ein "Igitt, wie kann man nur!" Mit den richtigen Gewürzen kann man auch aus einer Dose Hundefutter ein Gourmet-Gullasch zaubern ;) Viel Spaß beim Chilli con Chappie :D -
Basar
Samstag, 16.02.2013, 17:57 Uhr Die "verarschung" der Konsumenten geht munter weiter! Im gesamten EU-Raum, unter anderem in Deutschland, Österreich, Frankreich wurden mittlerweile DNA Analysen von Fertiggerichten analysiert. In fast jedem analysierten Produkt einer deutschen Supermarktkette wurde ein Anteil von Pferdefleisch festgestellt. L... lohnt sich! Die Supermarktkette kauft nur billig ein. Im Hintergrund agieren sogenannte "global player" die einfach nur gierig sind. Es zählt nur Profit, Margen, Cash und Gewinn. Ob wie bei Gammelfleisch, pestizidverseuchten Erdbeeren aus China, Listerienkäse ohne Milch, BSE verseuchtes Rindfleisch wo die Tiere mit Schaffleischabfällen gefüttert wurden. Liste nicht vollständig! Vielleicht kommt noch ein come back des Fischmehls für Hühner?! Der Konsument wird nicht informiert, was er da einkauft und verzehrt. Vielleicht ist dies eine Möglichkeit wieder in den Haushalten vermehrt selbst zu kochen und nicht nur Kochsendungen zu glotzen. Selbst kochen, heist auch bewusst einkaufen und bewusst Arbeit auf sich zu nehmen. Der Trend beginnt sich leider nur in den "Oberschichten" abzuzeichnen, denn die dürften mehr Hirn haben! Slogan, überlass das denken den Pferden, denn die haben einen grösseren Kopf! -
Snapp
Freitag, 15.02.2013, 13:41 Uhr Hier geht es Hauptsächlich um Pferdefleisch,was sind noch für Tierarten beigemischt worden? Die Labors untersuchen jetzt fleißig auf Pferdefleisch, nach was haben sie in den vergangenen Jahren gesucht?hier sollte man ansetzen und mal nachfragen wieviele der zahlreichen Routine Proben auf fremde Tierarten in den letzten Jahren untersucht wurden? Auch kommen sofort die Stimmen der billige Preis,wäre der Preis höher gewesen hätte er nur die Gewinnspanne der Lumpen erhöht.Wenn es um das Geld geht wird immer getrixt werden,ich kann mich sehr gut an die Zeit erinnern als Fleisch für viele nicht erschwinglich war und hauptsächlich bei örtlichen Betrieben gekauft wurde,was haben hier die Labore in der Wurst gefunden ? Schleimhaut,Augen,Nerven,Sehnen,Gekröse,Schlund,Wursthaut,Fremdwasser, usw. Es werden immer Betrüger unterwegs sein, nur die Staatlichen Kontrollen müssen funktionieren,um denen das Handwerk frühzeitig zu legen. Zur Zeit wird jedoch seitens der Lebensmittelkontrolle mit Zahlen geglänzt aber nicht mit Qualität. -
Baier
Donnerstag, 14.02.2013, 17:48 Uhr Solange es solch milde Strafen nach sich zieht, wie allgemein bei Verstößen in der Lebensmittelbranche üblich, wird es lustig weiter gehen. Bei den Milliardengewinnen stecken die die Peanuts lachend weg und machen weiter. Normalerweise müßten diese kriminellen Machenschaften als Angriffe auf Leib und Leben der Menschen gelten und mit Zuchthaus nicht unter 10 Jahren bestraft werden. Und Mutter Aigner, Ilse bringt sowieso nichts auf die Reihe. Am besten, dieses mininsterium abschaffen, kostet nur Geld des Steuerzahlers. -
66Jahre
Donnerstag, 14.02.2013, 17:29 Uhr Ja, und nun haben sie Schmerzmittel im Pferdefleisch nachgewiesen. Das ist so, lieber DR........ -
Zeitgeist29
Donnerstag, 14.02.2013, 17:26 Uhr ich als bekennender genießender Fleischesser habe mich entschieden weniger Fleisch und Wurst dafür qualitativ besseres aus lokaler Produktion zu verwenden. Da lassen mich solche Skandale einfach kalt da sie mich nicht betreffen können. Klasse statt Masse ist die Devise. und mir tun die armen Vegetarier leid die sich das entgehen lassen ( müssen ) Aber es soll jeder nach seiner Meinung glücklich werden - denn erst diese Unterschiede machen eine Entwicklung möglich
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