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14.02.2013, 17:43 Uhr

Medikament in Pferdefleisch nachgewiesen

In Pferdefleisch aus Großbritannien wurde ein gesundheitsschädliches Medikament nachgewiesen. Nach Angaben der britischen Lebensmittelaufsicht FSA gelangte Fleisch von drei mit Schmerzmitteln gespritzten Tieren wohl in die Nahrungskette. Unterdessen findet nach der Supermarktkette Real nun auch Edeka Pferdefleisch in Fertig-Lasagne.

Insgesamt seien 206 Pferdekadaver untersucht worden, acht davon seien positiv auf das in England und Frankreich verbotene Schmerzmittel Phenylbutazon getestet worden, sagte Ernährungsstaatssekretär David Heath im britischen Parlament nach Angaben der BBC. Das Fleisch dreier Tiere sei von Großbritannien nach Frankreich verkauft worden. Die Lebensmittelaufsicht arbeite mit den französischen Behörden zusammen, um das Fleisch aus der Nahrungskette zurückzuhalten. Tests auf Phenylbutazon in Frankreich seien bislang negativ ausgefallen.

Wie gefährlich ist das Medikament?

Phenylbutazon ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum, das in Deutschland sowohl in der Human-, als auch in der Veterinärmedizin sowie illegal im Pferderennsport eingesetzt wird.

Bis in die Mitte der 80er Jahre wurde Phenylbutazon in Deutschland sehr häufig verordnet. Da es aber durch den unkritischen Einsatz zu vielen Nebenwirkungen kam, wurde die Indikation eingeschränkt. Heute ist Phenylbutazon ein Reservemedikament, das nur bei schweren Gelenkerkrankungen eingesetzt wird, wenn andere Mittel versagen, erklärt Dr. Frank Antwerpes von der medizinischen Online-Plattform "Doccheck.com", auf Anfrage.

Bei Tieren, die für den menschlichen Verzehr gedacht sind, sei der Einsatz jedoch strengstens untersagt, da gesundheitliche Konsequenzen drohen. Die britische Gesundheitskommissarin Professor Dame Sally Davies wies jedoch darauf hin, dass Phenylbutazon für Menschen ein geringes gesundheitliches Risiko darstelle.

Dieser Ansicht ist auch Dr. Antwerpes: "In der Regel ist die Menge, die durch Nahrungsmittel aufgenommen wird, deutlich kleiner als die übliche Arzneimitteldosis. Man müsste schon sehr viel Fleisch eines mit Phenylbutazon behandelten Pferdes über mehrere Tage essen - und selbst dann wäre man noch weit von den Dosen entfernt, die eine Tablette enthält."

Auch Edeka entdeckt Pferdefleisch in Lasagne

Indes versetzt der Skandal um als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch auch Deutschland in Aufregung. Mehrere Supermarkt-Ketten hatten ihre Tiefkühl-Lasagne zunächst vorsorglich aus dem Verkauf genommen. Nach Real testete nun auch Edeka diese positiv auf Pferdefleischanteile.

Ob dieses ebenfalls belastet sind, ist noch unklar. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner erklärt: "Wir haben es offenbar mit einem bislang einmaligen Fall von Verbrauchertäuschung zu tun. Die Dimensionen sind kaum abzuschätzen."

Tests sollen Aufklärung bringen

Um sicherzustellen, dass Verbraucher mit dem Fleisch keine Medikamente zu sich nehmen, will die EU-Kommission eine weitere Testreihe zu Phenylbutazon vorschlagen. 1.500 in die EU eingeführte geschlachtete Pferde sollten untersucht werden, zudem 2.500 in Europa geschlachtete Tiere. Den Mitgliedsstaaten soll bei der Fahndung nach Rückständen freie Hand gelassen werden.

Die EU-Kommission will zudem mit DNA-Tests wirksamer gegen falsch deklariertes Fleisch vorgehen. Die ersten 2.500 Gentests könnte es den Plänen zufolge im März geben, etwa 200 davon in Deutschland, teilte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg am Mittwochabend nach einem Krisentreffen acht beteiligter Staaten in Brüssel mit. Ergebnisse sollen Borg zufolge Mitte April veröffentlicht werden. Insbesondere Irland und Großbritannien hatten auf gentechnische Untersuchungen gedrungen.

Ministerin Aigner fordert flächendeckende Tests von Fleischprodukten in der EU: "Der EU-Aktionsplan muss ein konzertiertes Kontrollprogramm für alle 27 Mitgliedstaaten vorsehen. Nur mit flächendeckenden Tests und einem europaweit einheitlichen Vorgehen werden wir das tatsächliche Ausmaß dieses Falls erfassen können", erklärte Aigner am Donnerstag. (sist/dpa)

Alle News vom: 14. Februar 2013 Zur Übersicht: Gesundheit

36 Meinungen zu "Belastung in Pferdefleisch"

  • Baxitus
    Montag, 18.02.2013, 13:15 Uhr
    Dann fragt man ja bald: "Ey, wie viele Lasagnestärken hat denn dein Auto?"
  • tyrannosaurus
    Freitag, 15.02.2013, 11:27 Uhr
    Da in Rumänien, woher das Pferdefleisch stammt, auch etliche Hunde und Katzen "entsorgt" werden, sollte man Dns-Proben nicht nur aufs Pferd beschränken! Dort in dem Land Tier sein??? Lieber nicht geboren, wäre da humaner!
  • geraderWeg
    Freitag, 15.02.2013, 10:47 Uhr
    Der Unterschied zwischen den Belastungen von Pferdefleisch und den Belastungen von anderen Tieren liegt zum einen an einer Besonderheit von Pferdefleisch gegenüber allen anderen Fleischarten, je älter das Pferd wird desto zarter das Fleisch, sonst ist das ja gerade umgekehrt. Weil sie also ein gewisses Alter haben müssen um zu schmecken, z.B. sieben Jahre, sammeln sich bei ihnen natürlich mehr Giftstoffe an als bei Tieren die man mit 1 bis 2 Jahren schlachtet. Ihre Aufzucht zum Fleischverkauf lohnt sich nur in Gegenden mit viel Weideland, wo ihre Futtermittel wie Gras, Heu und Stroh billig sind und alle möglichen Auflagen lasch gehandhabt werden. Pferde sind heute wandelnde Apotheken. Sie sind die Tiere die die höchste Medikamentendosen auf diesem Planten bekommen, Medikamente die im für menschliches Essen deklarierten Speisen nicht enthalten sein dürfen, nach den Auflagen vieler Länder wegen massiver Gesundheitsbedenken. Deshalb würde normalerweise (ohne erpresserische Mafias und Vertuschungen aller Art) kaum ein Pferd als zugelassenes Fleischprodukt auf den Markt gelangen können. Rinderblut daf zur Herstellung von Düngern an Dünge-Fabriken geliefert werden, Pferdeblut nicht. Weil Pferde meistens zum reiten gehalten werden, und nicht von Jugend an als später an den Metzger zu verkaufendes Tier, und deshalb bekommen sie Medikamente, die man einem Tier das zum Verspeisen gezüchtet wurde nie gegeben werden darf, nach den Auflagen. Und deshalb sind die meisten Pferde verboten, an Metzger zu verkaufen. Das ist der eigentliche Unterschied. Pferdefleisch ist toxischer. Richard Cuoto ist in Amerika bekannt als Aufspürer illegaler Pferdeschlachtungen, so hat er allein in Miami Hunderte illegaler Schlachthöfe ausfindig gemacht. Er sagt auch dass der Verkauf von illegalem Pferdefleisch eine "multi-million dollar industry especially in Florida" ist. Pferdefleisch ist also wegen der Medikamentenbelastung, Hormongaben, und weil sie in den illegalen Schlachthöfen meist mit Abfällen aus Restaurants und Altersheimen gefüttert werden und dieser Abfall ist nicht immer sauber getrennt vom Abfall der nicht als Pferdefutter geeignet ist. Zum Teil erhalten sie auch als Zufütterung Knochenmehl, wie die BSE-Kühe (die heißen auf englisch "mad cows"). Pferdebesitzer wissen, dass nahezu jedes an Pferde verabreichte Medikament, auch Entwurmer, den Warnhinweis aufgedruckt haben "Nicht an Pferde zu verabreichen die für den Verzehr vorgesehen sind". Richard Cuoto "Wegen den Medikamenten die in diese Tiere (Pferde) gepumpt werden ist es eine nachgewiesene Tatsache das Pferdefleisch in den United States eindeutig Krebs erzeugt, es erzeugt auch Geburtsschäden bei Babies und eine Vielzahl anderer Krankheiten". Das schlimmste Medikament ist der Entzündungshemmer Phenylbutanzon, das zu fünfzig Prozent in US-Pferden, die in Kanado und Mexiko geschlachtet wurden (wo die Kontrollen so sind dass man eigentlich alles verkaufen kann weil die Nachweispapiere keiner kontrolliert und sie nur für den letzten Besitzer erbracht werden müssen, die Vorgeschichte und Haltungsbedingungen interessieren keine Behörde) gefunden. Die Schlachtung solcher Pferde ist illegal nach "FDA, CFIA and EU food safety legislations". http://www.habitatforhorses.org/horsemeat-and-drugs/ Was geht uns das an? Das Fleisch aus Amerika darf ganz offiziell mit Erlaubnis der EU an Metzger in Europa verkakuft werden. Logisch ist das nicht. 30-100 Prozent Pferdefleisch in zwei seiner "ready meal lasagne and spaghetti ranges" wurden auch schon gefunden bei einer weiter vorne genannten Supermarktkette, sie wurden aufgrund des nun aufgeflogenen Skandals als "precautionary measure" aus den Regalen genommen. Wer die nun zu essen bekommt weiß ich nicht. Und ganz ehrlich gesagt finde ich es auch überflüssig Pferde zu trainieren übermäßig viel über irgendwelche Balken zu springen, nur um sich einen Pokal ins Wohnzimmer zu stellen, und das Pferd leidet danach jahrelang an Beinschmerzen und bekommt hochschädliche Medikamente gespritzt. Wer es trotzdem nicht lassen will sollte Ingwer gegen Gelenkschmerzen geben, wie und warum genau, dazu gibt es genug Infos im Net, auch auf Deutsch. Ingwer hat keinerlei Nebenwirkungen und ist ein Naturheilmittel gegen vielerlei Beschwerden, und wirkt allgemein belebend, bei Mensch und Tier, man muss beim Pferd eben bestimmte Dosierungen beachten, am besten unter gehackte Rüben etc. beimischen.
  • Radiodrehknopf
    Freitag, 15.02.2013, 08:53 Uhr
    Nutzer46 Ja, da ist sicher was dran.
  • Radiodrehknopf
    Freitag, 15.02.2013, 08:50 Uhr
    Es ist doch (und da dürften sich eigentlich alle einig sein) garnicht das Pferdefleisch an sich, was kritikwürdig ist. (Pferd ist in Vielem weit besser als Rind oder gar Schein!), sondern der Etikettenschwindel, und die den Tieren zugeführten chem Substanzen. Ansonsten Pferdefleoch-lasagne?? Ja sehr gern!!
  • sebi008
    Donnerstag, 14.02.2013, 17:59 Uhr
    Lasangne für Sportler. Dann sind die auch mal so schnell wie ein Pferd. Und es gibt Medaillen.
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