Stuttgart (dpa) - Mit kurzen Hosen durchs hohe Gras: Dass man im Sommer auf Zecken achten soll, hat sich herumgesprochen. Doch dass die blutsaugenden Parasiten auch im Herbst noch aktiv sind, ist weniger bekannt.

Experten warnen vor einer hohen Zeckenaktivität im Herbst. Zwar sind die Zecken schon im Frühjahr aktiv, doch auch in der dritten Jahreszeit stechen die Blutsauger gerne zu, wie Rainer Oehme, Fachreferent des Landesgesundheitsamts, sagte. Er warnte insbesondere vor der durch Zeckenbisse verursachten Virenerkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Nach aktuellen Daten vom Robert-Koch Institut tritt FSME, mit Ausnahme besonders kalter Wintermonate, inzwischen fast ganzjährig auf. Die Impfexpertin Sigrid Ley-Köllstadt vom Deutschen Grünen Kreuz rät daher, sich gegen FSME impfen zu lassen: "Der Herbst ist eine gute Zeit, den Impfschutz zu überprüfen und Impflücken zu schließen."

FSME ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit, sie kann schwer verlaufen und betrifft das zentrale Nervensystem. Die Wahrscheinlichkeit für eine FSME-Infektion nach einem Zeckenstich liegt bei rund 1 zu 150. Jährlich erkranken bundesweit zwischen 200 und 450 Menschen in Deutschland an FSME.© dpa