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27.07.2012, 16:29 Uhr

Nicht übertreiben: Proteinshakes als Sportbegleiter

Berlin (dpa-infocom) - Als Shake mit Geschmacksaromen oder als Pulver zum Selbstanrühren sind Proteindrinks ein Verkaufsschlager an der Fitnesstheke. Sie sollen den Muskelaufbau unterstützen und nach dem Sport den Hunger bekämpfen. Experten halten ihren Nutzen aber für fraglich.

Bodybuilder setzen darauf, aber auch bei vielen Frauen, die Linie halten wollen, kommen Eiweißshakes gut an. Sie sind fix angerührt und passen zur sogenannten Low-Carb-Methode: Abnehmen durch eine proteinreiche und kohlenhydratarme Ernährung. Entsprechend werden die Drinks in Fitnesscentern auch als Sattmacher nach dem Sport angepriesen.

Experten halten die Drinks jedoch für überschätzt. "Diese Produkte sind nicht in demselben Maße sinnvoll, wie sie derzeit verkauft werden", sagt der Ernährungswissenschaftler Karsten Köhler von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Der richtige Mix aus Kohlenhydraten und Eiweiß ist das Geheimnis. >

Auch Fachkollegin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sieht das so: Die Shakes seien zwar nicht schädlich, aber auch nicht notwendig. "Freizeitsportler brauchen diesen zusätzlichen Eiweißkick nicht." Normale Mahlzeiten deckten den täglichen Bedarf an Eiweiß bereits ab.

Dieser liegt bei Frauen bei etwa einem Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, bei Männern ist es etwas mehr. Die durchschnittliche Eiweißaufnahme pro Tag ist laut Karsten Köhler mit 1,3 bis 1,4 Gramm bereits höher als die Menge, die der Körper braucht.

"Low-Carb", so die Experten, könne zwar durchaus funktionieren - allerdings nur bei denen, die sich insgesamt bewusst ernährten: "Einfach den Shake schlürfen und warten, dass was passiert, bringt nichts", so Ernährungswissenschaftlerin Gahl.

Und auch wenn in Fitnessstudios bereits Flatrates zum Dauerschlürfen ermuntern: Gahl hält nichts davon, ganze Mahlzeiten regelmäßig mit Proteinshakes zu ersetzen. Wer Eiweiß dauerhaft und in exzessivem Ausmaße zu sich nehme, riskiere sogar gesundheitliche Probleme: "Das Eiweiß geht an die Niere und erhöht die Harnsäurewerte." Im schlimmsten Fall könne dies Krankheiten wie Rheuma oder Gicht begünstigen. Weil die Niere stark arbeite, verliere der Körper zudem viel Wasser und damit wichtige Nährstoffe.

Die Ernährungswissenschaftlerin empfiehlt, statt der Eiweißshakes lieber zu proteinreichen Mahlzeiten zu greifen - zum Beispiel magerem Fleisch, gemischtem Salat, Hüttenkäse oder Müsli mit Getreide und Hülsenfrüchten. Wissenschaftler Köhler kann ihr beipflichten. "Wer seinen Bedarf nach dem Krafttraining auffüllen will, kann ebenso gut ein Glas Milch trinken." Das sei nicht nur genauso gut, sondern auch billiger.

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5 Meinungen zu "Proteinshakes nutzen wenig"

  • baghira38
    Sonntag, 29.07.2012, 08:32 Uhr
    Ich bezweifle, dass man überhaupt 1g/kg Körpergewicht Eiweiß braucht. Eiweiß wird überbewertet! Im Wachstumsalter ok., aber nicht um schon vorhandene Muskeln aufzublähen. Muskeln brauchen Kohlenhydrate, um zu verbrennen. Und tierische Eiweiße sind sowieso minderwertig. Patrik Baboumian ist Veganer und stärkster Mann Deutschlands.
  • Lior
    Samstag, 28.07.2012, 17:14 Uhr
    *****Normale Mahlzeiten decken täglichen Bedarf an Eiweiß bereits ab.***** das erzähle ich seit jahren, aber die herrschaften bodybuilderkumpel kippen sich ja teilweise 3g pro kilogramm gewicht in den rachen.
  • jerii
    Samstag, 28.07.2012, 16:13 Uhr
    Die Supplementation von Proteinshakes nützt beim Bodybuilding auch nur bei entsprechender Ernährung und regelmäßigem Training. Da ist der Tagesbedarf an Nährstoffen auch dementsprechend höher. Ich spreche hier aber von Menschen, die Bodybuilding exzessiv betreiben. Bei moderaten Trainingseinheiten und einer moderaten Zahl an Einheiten in der Woche kann man aber auch darauf verzichten, solang die Ernährung stimmt. Ist ja im Endeffekt bei der Supplementation von Antioxidantien ähnlich. Bei moderatem Ausdauertraining sind diese sogar kontraproduktiv, während sich bei Profisportlern eine Supplementation (aufgrund der vielen und vor allem intensiveren Trainingseinheiten) sehr wohl positiv auf die Leistung auswirkt.
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