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09.08.2012, 17:26 Uhr

Dopen wie die Profis: Haben Freizeitsportler das nötig?

Schneller, höher, stärker – so lautet das offizielle Motto der Olympischen Bewegung. Um sich an dieses Credo zu halten, greifen Spitzensportler manchmal auch zu illegalen Mitteln. Während Doping bei den Profis schon lange ein Problem ist, findet man einige der verbotenen Leistungssteigerer auch bei Hobbysportlern. Was diesen dabei oft nicht bewusst ist: Der sportliche Nutzen steht in keinem Verhältnis zum gesundheitlichen Risiko.

VonWEB.DE Redakteurin Silke Stadler

Bei den Olympischen Sommerspielen in London tummeln sich einige ehemalige Dopingsünder, zum Beispiel der amerikanische 400-Meter-Läufer LaShawn Merritt oder der deutsche Springreiter Christian Ahlmann. Sie haben ihre Strafe aus sportrechtlicher Sicht verbüßt, doch das Problem Doping bleibt ungelöst, denn viele verbotene Substanzen lassen sich schwer nachweisen.

Wie sieht es beim "Otto-Normal-Sportler" aus?

Freizeit- wie auch wettkampforientierte Breitensportler brauchen sich nicht vor Kontrollen zu fürchten – niemand interessiert sich dafür, was sie im Blut haben. Daher spricht man im Freizeit- und Breitensport weniger von Doping, als vielmehr von Arzneimittelmissbrauch – auch wenn dabei mitunter die gleichen Substanzen zugeführt werden, am häufigsten Anabolika. 

Wie viele Freizeitsportler auf solche Mittel zurückgreifen, um ihre Leistung zu steigern, darüber herrscht in Deutschland weitgehend Unklarheit. Daten lassen sich meist nur aus Umfragen ableiten, die jedoch nicht verallgemeinerbar sind.

Am besten belegt ist der Missbrauch durch Bodybuilder: Laut einem Gesundheitsbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus dem Jahr 2006 werden im Freizeitsport vornehmlich dann "Anabolika missbraucht, wenn Körperbetonung im Vordergrund steht". Laut RKI herrscht "ein deutlicher Trend zum Doping beim Bodybuilding". Am beliebtesten sind anabole Steroide, sprich Anabolika.

Anabolika – der schnelle Weg zum kranken Körper

Viele Bodybuilder sind offenbar bereit, für ihr Aussehen die Gesundheit zu riskieren. Denn anabole Steroide können erheblichen Schaden im Körper anrichten. Um Wassereinlagerungen im Gewebe - eine häufige Nebenwirkung - zu verhindern, greifen Sportler zu weiteren Medikamenten. Sie sollen die Urinausscheidung erhöhen, was wiederum zu einem starken Elektrolytmangel führen kann. Der Missbrauch von Anabolika macht sich auch äußerlich bemerkbar: Akne, Haarausfall, Dehnungsstreifen sind gängige Nebenwirkungen. Die Geschlechtsmerkmale verändern sich oft sichtlich durch den gestörten Sexualhormonhaushalt. Bei Männern kann es zur sogenannten Gynäkomastie, also der Vergrößerung des Brustdrüsengewebes, kommen.

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Körperlich gravierender sind ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Leberschäden. Zudem können Schäden an Muskulatur und Sehnen sowie Depressionen mit Anabolika-Konsum in Verbindung stehen.

Läufer setzen auf Schmerzmittel

Während Anabolika im Bodybuilding besonders beliebt sind, greifen Ausdauersportler vermehrt zu anderen vermeintlich leistungssteigernden Substanzen. Ein Team um den Schweizer Wissenschaftler Hanspeter Stamm wertete 2011 eine Online-Befragung von 2.500 Freizeitsportlern aus. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass klassische Dopingmittel wie beispielsweise Anabolika im Ausdauersport weniger häufig eingesetzt werden. Dafür stehen Ergänzungsmittel, so genannte Supplemente, hoch im Kurs. Am beliebtesten sind Sportgetränke, Riegel, Magnesiumpräparate und Sportgels. Lediglich 18,5 Prozent der Befragten verzichteten auf solche Mittel. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass eine "erhebliche Sorglosigkeit und Naivität im Umgang mit Supplementen und Medikamenten" unter leistungsorientierten Ausdauersportlern herrscht. Denn oft seien diese Supplemente mit verbotenen Substanzen verunreinigt.

Zudem ist bei den meisten im Sport verwendeten Arzneimitteln und Supplementen eine leistungssteigernde Wirkung nicht belegt. Ein Nutzen ist daher oft auf das Wunschdenken der Sportler zurückzuführen. Laut einer Literaturstudie der Uni Mainz aus dem Jahr 2002, durchgeführt von der Diplom-Sportwissenschaftlerin Claudia Seyffart, spielen zu viele Faktoren - darunter Biorhythmen, psychosoziale Faktoren oder Umweltfaktoren - eine Rolle für die körperliche Leistung, als dass sportliche Erfolge einer bestimmten Substanz zugeschrieben werden könnten.

Das gilt auch für Schmerzmittel, die oft präventiv eingesetzt werden. Der deutsche Wissenschaftler Prof. Dr. Kay Brune von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Bonner Arzt Dr. Michael Küster analysierten den Schmerzmittelgebrauch von Teilnehmern des Bonn Marathons. Sie fanden heraus, dass die Hälfte der Teilnehmer vor dem Start Schmerzmittel eingenommen hatten. Ein gefährliches Vorgehen: Ausschließlich in dieser Gruppe seien schwere Nebenwirkungen wie beispielsweise Nierenversagen vorgekommen, erklärt Kay Brune auf der Universitätswebseite. Zudem sei es bei Schmerzmittelanwendern zwei- bis sechsmal häufiger zu Kreislaufversagen, Erbrechen, blutigen Durchfällen und blutigem Urin gekommen. "Schmerzmittel vor dem Lauf nutzen wenig und schaden nachhaltig", warnt Brune.

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9 Meinungen zu "Schneller rennen dank Pillen?"

  • LedZeppelin
    Freitag, 10.08.2012, 09:41 Uhr
    Eins von meinen Kindern gehört zu den schnellsten in Rheinlandpfalz...Das ohne Doping. Wenn da jemand seine Gesundheit ruinieren will nur zu..Ich kenne noch keine Rabeneltern die ihr Kind damit vollstopfen... @Internetrambo..Die Serie hatte ich auch immer gerne gesehen :)
  • Bedabro
    Freitag, 10.08.2012, 09:27 Uhr
    @ sebastian99 "musste ein wenig schmunzeln nachdem ich gelesen habe das gel´s, riegel und co mit" ****************** Es geht hier nicht um ABC-Salbe und Mars-Riegel! Man kann diverse Substanzen mit Gel mischen und dann über die Haut verbareichen. Ins USA gibt es Riegel, Getränke und Pulverchen, die Stoffe (Leistungsfördernde) enthalten, die in Europa nicht zugelassen sind.
  • TheMuscle
    Freitag, 10.08.2012, 09:26 Uhr
    Jetzt fehlt nur noch das Jörg Börjesson wieder aus irgendeiner Versenkung auftaucht und jammert wie schlimm dass damals mit den Nebenwirkungen war.....Pfeife
  • RMFCGN
    Freitag, 10.08.2012, 09:17 Uhr
    Hi gmx-Gemeinde, ni. erst durch die extensive bodybuilder-Szene d. 80er ff a ist Studiobesuchern bekannt, was a.d. Markt lief u. läuft. Akne, Leber- u. Nierenschäden m. Folgewirkg. waren schon dort zu beobachten. Die berühmte Kölner Liste v. Prof. Dr. Wilhelm Schänzer u. Co., Spoho, die auch Grd.lage f. NADA u. WADA u.a. ist, gibt aktualisiert Auskunft üb. Medikationen, die a.d. Index stehen u. ständig aktualisiert werden muß u.v. Lstg.sportlern ni. zu verwenden sind!!! Die Freizt.- u. Studiozsene ist sich selbst üb.lassen u. verantwortl.! Wenn die ehem. DDR-Lstg.sportszene auch in Kraischa/ DD 1 Vorzeige-doping-Labor ht., was jetzt z. LMU M u.a. gehört, gibt es doch Zweifel an manchen olymp. Lstg., die sich im akt. Medaillenspiegel v. London widerspiegeln.Zweifel sind u. bleiben erlaubt. Ni. nur Lance Armstrong u. Jan Ulrich sind Opfer dieser experimentierfreudigen u. unverantwortl. Medizinerkaste gewesen. Manche Lstg.einbrüche u. vermeintl. Fehlstarts vergangener Spiele sind auch nur so zu erklären, lol! MfG RMF/ CGN
  • vollkornpasta
    Freitag, 10.08.2012, 09:06 Uhr
    jeder ist für sich selbst verantwortlich und wenn jemand meint, dass er ohne doping seine ziele nicht erreichen kann, dann muss er es halt tun. peinlich ist das eher, wenn leute gar nicht richtig intensiv trainieren, sie ihr eigentliches natürliches potential nicht mal ansatzweise ausschöpfen, aber mit steroiden nachhelfen damit schnelle erfolge kommen. letztlich das muss jeder mit sich selbst ausmachen. auf den langstrecken, wie z.b. marathon sind schmerzmittel gar nicht nötig, wenn man vernünftig trainiert hat. bin bisher fünf mal über die 42,195 km unterwegs gewesen. beim ersten mal mit schmerzmittel. danach immer ohne und es geht auch tip top, sogar mit besserer zeit und dank guter vorbereitung auch locker-flockig und völlig schmerzfrei. merke: schmerzende muskeln beim marathon sind folge ungenügender vorbereitung oder man rennt für seinen trainingszustand zu schnell... festes futter aus riegeln ist im prinzip auch quatsch bei ner langsstrecke. das blut wird in den muskeln gebraucht und soll nicht zwischendurch noch im magen tätig werden, damit der riegel verfügbar gemacht wird. der gesüßte tee oder die isotonischen drinks die an den strecken gereicht werden reichen völlig aus um etwas energienachschub zu bekommen. das meiste muss eh aus dem fettstoffwechsel und den glykogenspeichern gezogen werden.
  • couchpotato7
    Freitag, 10.08.2012, 08:57 Uhr
    wie allgemein bekannt, wird zuwenig kontrolliert und im spitzensport gibt es - leider - zu wenig "saubere" athleten, dafür aber "hervorragende" ärzte. für nahezu jeden bereich gibt es passende pharmaka (z.b. schachspieler, sportschützen, ...) nicht nur bei den muskelbetonten sportarten). im breitensport fehlt jedoch dieses fachwissen und deshalb wird es für diese sportler umso gefährlicher. in ihrem beitrag nennen sie hilfsmittel (riegel, gels ...), welche bereits im schulsport genutzt werden, und mit doping nicht das geringste zu tun haben geschweige denn gesundheitsgefährdend einzustufen sind.
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