Hunderttausende Patienten erkranken jährlich an sogenannten Krankenhausinfektionen. Wir stellen die häufigsten Erreger vor.

In den vergangenen Jahren wurden mehrere Fälle bekannt, bei denen Babys nach Keiminfektionen starben. 2011 starben mehrere Frühchen in einer Bremer Kinderklinik an der Infektion mit Klebsiella-Bakterien. Offenbar hatte ein Patient die Erreger nach einem Auslandaufenthalt in die Klinik eingeschleppt. Nachdem die betroffene Station desinfiziert und umgebaut wurde, eröffnete sie Anfang 2012 wieder. Nach dem erneuten Auftreten der Keime wurde sie endgültig geschlossen.
2010 infizierten sich drei Säuglinge in der Mainzer Uniklinik wahrscheinlich durch eine verunreinigte Infusion mit "Enterobacter cloacae"-Bakterien und starben daran. Acht andere Kinder der Mainzer Klinik erkrankten ebenfalls an den Keimen, konnten jedoch mit Antibiotika gerettet werden.
Das Bakterium "Staphylokokkus aureus" wird vor allem über die Hände übertragen. Es kommt auf der Haut vieler Menschen vor, ohne dass diese es merken. Gefährlich wird es erst, wenn das Immunsystem stark angeschlagen ist, oder der Erreger - beispielsweise durch offene Wunden - in den Körper gelangt. Lungenentzündung oder Blutvergiftung sind mögliche Folgen.
Hier ist ebenfalls der "Staphylokokkus aureus" dargestellt. Von dem Bakterien-Stamm haben sich mittlerweile unzählige Ausprägungen entwickelt, die teilweise gegen Antibiotika immun sind, beispielsweise gegen Methicillin, Oxacillin und/oder Vancomycin. Sie sind die am häufigsten auftretenden Krankenhauskeime.
Besonders gefährlich sind Krankenhausinfektionen, wenn es sich bei den Erregern um multiresistente Bakterien handelt. Diese haben eine Immunität gegen mehrere Antibiotika entwickelt. Hier ist das Bakterium "Pseudomonas aeruginosa" zu sehen, das für etwa zehn Prozent der Krankenhausinfektionen verantwortlich ist. Es löst beispielsweise Lungenentzündungen oder Harnwegsinfekte aus.
Das "Clostridium difficile" ist eigentlich ein harmloses Darmbakterium und kommt bei etwa einem Drittel der Menschen vor. Wenn Patienten Antibiotika verabreicht werden, kann das dazu führen, dass viele Darmbakterien absterben. Das "Clostridium difficile" ist allerdings gegen viele Antibiotika resistent und kann durch den gewonnenen Freiraum einen Großteil des Darms besiedeln. Das kann im schlimmsten Fall zur Auflösung der Darmwände führen.
"Enterokokken" siedeln bei vielen gesunden Menschen ebenfalls in der Darmflora. Sie kommen auch in vielen Lebensmitteln vor. Auch sie können allerdings eine Resistenz gegen Antibiotika (Vancomycin) entwickeln und so im Fall einer Infektion gefährlich für den Organismus werden. Die Einnahme durch Lebensmittel gilt jedoch als unbedenklich.
Der Krankenhauskeim "Acinetobacter" wurde erstmals bei US-Soldaten entdeckt, die 2003 verwundet aus dem Irak zurückkehrten. Sie hatten sich dort vermutlich in Feldlazaretten angesteckt. Mittlerweile sind nur noch wenige Antibiotika dagegen wirksam. Er kann zu Blutvergiftungen, Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen führen.