Die Grippewelle 2013 nimmt Fahrt auf. Immer mehr Fälle in ganz Deutschland werden verzeichnet. Doch der Höhepunkt ist noch längst nicht erreicht. Wie kann man der Grippe entgehen und macht eine Impfung jetzt noch Sinn? Und wie erkenne ich, ob ich wirklich eine Grippe habe? Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Im Winter 2011/2012 fiel die Grippewelle in Deutschland sehr schwach aus. Ganz anders 2013: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Aktivität der Influenza bundesweit deutlich erhöht, die Zahl der schwer verlaufenden Erkrankungsfälle steigt. Und dabei stehe man derzeit erst am Anfang einer Grippewelle, der Gipfel sei noch nicht erreicht, sagt Susanne Glasmacher vom RKI auf Anfrage. Wann dieser zu erwarten sei, könne man jedoch nicht sagen.

Derzeit steigt die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen weiter an. Der zugrunde liegende Praxisindex erreicht damit in der Grippe-Saison 2013 den dritthöchsten Wert seit 2004/05 und 2008/09. Vor allem drei Erreger grassieren in Deutschland: Influenza A(H1N1)pdm09-Viren, Influenza A(H3N2)-Viren und Influenza B-Viren. Erstere stellen dabei die meisten Infektionen im Land. Insgesamt wurden bislang über 2.600 Grippe-Fälle identifiziert und im Labor nachgewiesen.

Macht eine Impfung jetzt noch Sinn?

Vor allem an öffentlichen Plätzen und durch die damit verbundene Nähe zu einer Vielzahl anderer Menschen ist die Ansteckungsgefahr mit Grippeviren besonders hoch. Das RKI rät, Abstand zu Erkrankten zu halten und einer Ansteckung zudem mit häufigem Händewaschen vorzubeugen.

Einen sicheren Schutz vor Influenza gibt es jetzt aber nicht mehr: Der Körper braucht etwa zwei Wochen, bis der Impfschutz voll aufgebaut ist. "Generell ist es ein Glücksspiel, ob eine Impfung zum jetzigen Zeitpunkt noch vor der derzeitigen Grippewelle schützt", sagt Susanne Glasmacher. Eine Rücksprache mit dem Arzt sei sinnvoll. Risikogruppen wie ältere Menschen, chronisch Kranke und Schwangere wird tendenziell noch zur Impfung geraten. Wer künftig auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bereits im Oktober für den kommenden Winter impfen lassen.

Grippe oder Erkältung?

Die typischen Symptome für eine Grippe sind der schlagartige Ausbruch und hohes Fieber. Zudem klagen Patienten unter anderem über schwere Muskel- und Gliederschmerzen, schwere Kopfschmerzen, Atemwegsbeschwerden und trockenen Husten.

Eine Erkältung wird ebenfalls durch Viren verursacht, bricht jedoch viel langsamer aus. Die Beschwerden sind ähnlich, aber schwächer: In der Regel bleibt hohes Fieber aus, Patienten klagen hauptsächlich über Schnupfen und Halsschmerzen.

Wenn die Grippe zugeschlagen hat

Deuten die Beschwerden auf eine Grippeinfektion hin, ist ein Arztbesuch erst erforderlich, wenn der Verlauf als ungewöhnlich schwer empfunden wird. Betroffenen, die sich darüber im Zweifel sind, sowie Patienten mit Grunderkrankungen empfiehlt Susanne Glasmacher vom RKI den Besuch beim Arzt in jedem Fall. (sist/mgb)