Viele Verhaltensregeln versprechen sofortigen und nachhaltigen Abnehmerfolg, aber stimmen diese Regeln auch wirklich? Das ist dran an den Diätmythen.

Mythos "Fruktose statt Glukose, denn Fruchtzucker wird besser abgebaut": Forscher vom deutschen Institut für Ernährungsforschung halten diese Annahme nicht nur für falsch, sondern für gefährlich. Sie wiesen nach, dass Mäuse von Fruchtzucker am schnellsten fett werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnte 2009 sogar vor dem steigenden Einsatz von Fruchtzucker, unter anderem wegen der Belastung für Blut und Leber. Das bedeutet aber nicht, dass Obst grundsätzlich ungesund wäre: In viel höherer Konzentration ist Fruchtzucker in Fertigprodukten wie Teigwaren, Wurst und Softdrinks enthalten.
Mythos "Süßstoff statt Zucker, denn der hat kaum Kalorien": Tatsächlich enthält Süßstoff deutlich weniger Kalorien als Zucker. Dennoch wird das Abnehmen damit kaum gelingen. Der Süßstoff narrt das Gehirn. An der Purdue University in Indiana, USA, wiesen Forscher nach, dass Ratten, die Süßstoff erhalten, überdurchschnittlich viel essen. Durch diese Heißhungerattacken wird das Minus an Kalorien mehr als ausgeglichen.
Mythos "Sport treiben, und die Pfunde purzeln": Wer sich viel bewegt, verbraucht Kalorien. Das ist eine Tatsache, allerdings eine trügerische. Bei einem Test mit 80 übergewichtigen Frauen im US-Bundesstaat Arizona, stellte sich heraus, dass die meisten Teilnehmerinnen nach zwölf Wochen intensivem Laufbandtraining sogar an Gewicht zulegten. Bewegung und Ernährung arbeiten zusammen: Wer viel Sport treibt, sollte also darauf achten, dass er nicht gleichzeitig deutlich mehr Kalorien zu sich nimmt.
Mythos "Nicht naschen, dann klappt es mit der Diät": Eine Studie des Instituts für Ernährungspsychologie Göttingen aus diesem Jahr belegt, dass abnehmwillige das Naschkatzen Süßigkeiten bei einer Diät sogar bewusst einplanen sollten. Kleine Naschereien sichern den Diät-Erfolg demnach. Die Forscher machten geltend, dass eine Diät bei Unwohlsein meist scheitert. Die zusätzlichen Kalorien seien dagegen plan- und somit auch verkraftbar.
Mythos "Am besten viele Kohlenhydrate und wenig Fleisch": Tatsächlich kommt dies den Empfehlungen der Europäischen Union sehr nahe, doch die Ergebnisse der Diogenes-Studie der Universität Kopenhagen lassen gegensätzliche Schlüsse zu. Hier heißt es nach dem Test mit hunderten Familien: Mageres Fleisch und wenig Brot oder Reis seien der Weg zum Erfolg. Bei den Tests war die Wirkung von fünf verschiedenen Diäten über Monate hinweg verglichen worden.
Mythos "Milchprodukte meiden, sonst klappt das Abnehmen nicht": Bei vielen Diäten ist Milch ein Tabu – zu Unrecht, wie Forscher der University of Tennessee berichten. In ihren Experimenten wiesen sie nach, dass Milch in Maßen das Abnehmen fördert. Ursache sei das enthaltene Kalzium, das in menschlichen Zellen die Kalorienreduktion fördert.
Mythos "Wenig essen ist entscheidend, nicht wann": Ob wir morgens oder abends schlemmen, entscheidend ist die tägliche Kalorienbilanz. So haben wir es gelernt. Zweifel scheinen aber angebracht. Tests an der Northwestern University in Chicago ergeben, dass Menschen, die sehr spät essen, mehr zunehmen. Das Warum ist offen, fest steht aber: Der Mitternachts-Snack ist im Gegensatz zum Frühstück oft Fast Food.
Mythos "Iss Ananas, das macht schlank": Ananas enthält Bromelain, und diesem Enzym werden in Sachen Fettverbrennung ungeahnte Kräfte zugeschrieben. Einen Nachweis dafür gibt es jedoch nicht. Viele Forscher führen einen Gewichtsverlust daher eher auf die harntreibende Wirkung zurück. Bromelain feiert jedoch auf vielen anderen Gebieten Erfolge, zum Beispiel im Kampf gegen Schwellungen, wie eine Studie aus dem Klinikum Saarbrücken belegt.