Kaffee im Mythen-Check: Kann das Heißgetränk süchtig machen? Sollen Kaffeebohnen wirklich im Kühlschrank aufbewahrt werden? Und stimmt es, dass Kaffee impotent macht?

Man sollte nicht mehr als zwei Tassen Kaffee pro Tag trinken? Das stimmt nicht. Nach einer Einschätzung der EFSA, der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, sind bis zu 400 mg Koffein pro Tag gesundheitlich unbedenklich. Da sich in einer Tasse Filterkaffee (200 ml) etwa 90 mg Koffein befinden, dürfen Kaffeeliebhaber also fast einen Liter täglich trinken, ohne sich Sorgen machen zu müssen.
Die Bohnen sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden? Keine gute Idee. Die Kaffeebohnen haben eine poröse Oberfläche und neigen deshalb dazu, Gerüche aus ihrer Umgebung aufzunehmen. Daher ist der Kühlschrank ein ungeeigneter Ort, um angebrochene Kaffee-Packungen zu lagern.
Kaffee entzieht dem Körper Wasser? Nein. Das in Kaffee enthaltene Koffein wirkt zwar harntreibend, doch mit dem Kaffee wird gleichzeitig Flüssigkeit zugeführt. Nach Expertenansicht halten sich Flüssigkeitszufuhr- und -abfuhr damit etwa die Waage.
Kaffee kann Krebs verursachen? Ganz einig sind sich Forscher hier nicht. Beim Röstvorgang entstehen Furane und Acrylamid. Beide gelten als kanzerogen und erbgutverändernd. Es ist jedoch fraglich, ob durch einen normalen Kaffeekonsum schädliche Mengen aufgenommen werden können. In anderer Hinsicht ist Kaffee gesundheitsförderlich: Das Risiko für Depressionen, Diabetes Typ 2 und Asthma wird gesenkt.
Kaffee macht wach? Bei den meisten Menschen wirkt Koffein belebend. Allerdings hält der Kick nicht sehr lange an. Bei Menschen, die viel Kaffee trinken, verliert sich sogar die kurzfristige Wirkung.
Vor dem Sport Kaffee zu trinken ist keine gute Idee? Das Gegenteil ist der Fall. Koffein steigert die Leistung, indem es Fett freisetzt, das dem Körper dann als zusätzliche Energie zur Verfügung steht. Sportler setzen daher oft auf Koffeintabletten. Kaffee dagegen steht im Verdacht, die leistungssteigernden Effekte durch andere Inhaltsstoffe zu hemmen.
Schwangere sollten keinen Kaffee trinken? Das Gerücht, Koffein könnte dem ungeborenen Kind schaden, kursiert seit Jahrzehnten. Zahlreiche Studien kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass Kaffee - in Maßen genossen - keinen negativen Einfluss hat, sofern die werdende Mutter nicht ohnehin Probleme mit dem Blutdruck hat. Zwei bis drei Tassen am Tag sind für Schwangere und stillende Mütter unbedenklich.
Hilft Kaffee nach einer durchzechten Nacht beim Ausnüchtern? Nein. Alkohol kann die Wirkung von Koffein abschwächen, umgekehrt funktioniert das aber nicht. Aufgrund der entwässernden Wirkung sowohl von Alkohol als auch von Kaffee sollte man bei einem Kater nicht ausschließlich zum schwarzen Heißgetränk greifen, sondern viel Wasser trinken.
Macht Kaffee süchtig? Kaffee ist definitiv keine Droge und aktiviert nicht die Gehirnzentren, die typischerweise bei Sucht betroffen sind. Dennoch können passionierte Kaffeetrinker, wenn sie plötzlich auf das Getränk verzichten, Kopfschmerzen bekommen. Das liegt daran, dass Koffein die Blutgefäße erweitert. Bei moderatem Konsum hilft das sogar gegen Kopfschmerzen, bei hohem Konsum droht während des "Entzugs" allerdings die gegenteilige Wirkung.
Kalter Kaffee macht schön? Die klare Antwort lautet: Leider nein. Dieser Mythos stammt aus dem Barock. In dieser Zeit galt es als schick, das Gesicht blass und die Lippen knallrot zu schminken sowie dick gepuderte Perücken zu tragen. Kaffee wurde damals nur kalt getrunken. Der Grund: Der vom heißen Kaffee aufsteigende Dampf hätte die Schminke verlaufen lassen.
Kaffee macht impotent? Nein, ganz im Gegenteil. Das Getränk kann die Lust sogar steigern. Eine Studie der Universität Michigan zeigt, dass Kaffeetrinker sexuell aktiver sind als Abstinenzler. Auch um ihre Zeugungsfähigkeit müssen sich die Herren nicht sorgen: Brasilianische Forscher haben nachgewiesen, dass Kaffeetrinker über beweglichere Spermien verfügen.