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02.03.2012, 16:25 Uhr

Hygiene: Was gegen Keime wirklich hilft

Das Thema Hygiene ist derzeit wieder in aller Munde. Diesmal sind es nicht Salmonellen oder Vogelgrippeviren, sondern resistente Klinikkeime, welche die Menschen animieren, über das Thema nachzudenken. Aber welche Tipps gehören in das Reich der Hygienemythen und was hilft wirklich gegen Krankheitserreger?

Von Anja Schreiber für WEB.DE

Keime haften unter anderem an Oberflächen. Haltegriffe, Stangen in Bussen und Bahnen oder Türgriffe in öffentlichen Gebäuden sind oft besonders verkeimt. Dr. Klaus-Dieter Zastrow, Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Vivantes Kliniken Berlin, weiß: "Wer in der Stadt, in Bus und Bahnen unterwegs ist oder vielen Leuten die Hand gegeben hat, sollte sich die Hände waschen."

Allgemein gilt: Auch Orte in Krankenhäusern, die von vielen Menschen besucht werden, sind ein Risikofaktor. So können an Geländern und an Türklinken multiresistente Keime lauern. Das Tückische ist, dass diese Erreger Abwehrmechanismen gegen bekannte Antibiotika entwickelt haben. Besonders riskant sind sie für Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, was beispielsweise im Fall einer Vorerkrankung oder durch eine Operation der Fall ist.

Das Krankenhauspersonal ist deswegen zu besonderer Hygiene angehalten. Hände werden anstatt mit Seife zusätzlich mit Desinfektionsmittel gewaschen, Geräte und Instrumente sterilisiert. Trotzdem kann es durch Fehler und Unachtsamkeit immer wieder zur Übertragung von Erregern kommen. Doch auch für Besucher gilt ein höherer Hygiene-Standard: Zwar stecken sich Gesunde weniger leicht an, können aber trotzdem zum Überträger werden. Deswegen gilt auch im Krankhaus für Besucher: Hände waschen und desinfizieren und Abstand zu Patienten halten.

Doch nicht nur im Krankenhaus werden Menschen mit Keimen konfrontiert, auch im normalen Haushalt kommen Erreger oft vor. Die meisten Bakterien lauern in Badezimmern und auf Toiletten - zumindest glauben das viele Menschen. Dr. Klaus-Dieter Zastrow kennt aber noch ganz andere Bakterienschleudern: "Nicht Toiletten und Waschbecken sind das Problem, sondern Küchen. Insbesondere in feuchten und verschmutzten Lappen und Schwämmen, die beim Putzen oder Abwaschen verwendet werden, lauern Keime." Sein Tipp: Lappen häufig wechseln oder auskochen." Am besten Sie legen Ihren Abwaschschwamm einmal am Tag in ein Kompottschüsselchen und übergießen ihn dort mit kochendheißem Wasser aus dem Wasserkocher. So sterben die Keime ab." Auch Geschirrhandtücher gehören regelmäßig ausgetauscht.

Doch nicht nur Handtücher, auch Schneidebretter können zum Problem werden. Manche schwören auf Holz, andere auf Kunststoff, denn der sei hygienischer. "Am besten Sie verwenden ein Material, das keine tiefen Kratzer zulässt", empfiehlt Zastrow. Denn darin können sich Keime besonders gut vermehren. Stark zerkratzte Bretter gehören deshalb nicht mehr in die Küche, sondern in den Abfall. Doch noch wichtiger als das Material ist die hygienische Behandlung. So sollte das Schneidebrett nach Gebrauch sofort gründlich mit heißem oder sogar kochendem Wasser aus dem Wasserkocher gereinigt werden.

Ganz besonders gründliche Hausfrauen und -männer schwören auf Desinfektionsmittel. Das ist aber gar nicht nötig. Für die häusliche Hygiene reichen die normalen Putzmittel und heißes Wasser. Desinfektionsmittel ist nur dann nötig, wenn ein Familienmitglied oder ein Gast eine sehr ansteckende Krankheit wie zum Beispiel Röteln oder Scharlach habe. Und noch ein Tipp von Zastrow: "Vergessen Sie in so einem Fall nicht, auch die Türklinken zu reinigen."

Auch in Haushalten, in denen penibel auf Sauberkeit geachtet wird, gehört das Händewaschen vor der Essenszubereitung nicht unbedingt zum Standard. Aber gerade das ist wichtig: "Wer rohes Fleisch zubereitet, sollte sich zwischen jedem Arbeitsgang die Hände waschen, denn rohes Fleisch ist immer mit Keimen belastet. Durch das Händewaschen wird verhindert, dass Keime wie Salmonellen auf andere Lebensmittel wie Marmorkuchen übertragen werden", betont Zastrow. Gerade bei Huhn empfiehlt er äußerste Hygiene. Auftauwasser sollte sofort im Abguss verschwinden und das Huhn mit Wasser abgespült werden.

(mgb/ah)

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