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06.12.2011, 15:26 Uhr

Chemotherapie: Akupunktur hilft gegen Nervenschäden

Manche Medikamente, die Krebspatienten im Rahmen einer Chemotherapie erhalten, können starke Nervenschmerzen auslösen - eine Nebenwirkung, gegen die es bislang keine effektive Behandlung gibt. Offenbar kann aber Akupunktur den Betroffenen Linderung verschaffen. Darauf weist eine kleine Pilotstudie des HanseMerkur Zentrums für Traditionelle Chinesische Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hin.

Chemotherapeutika wie Taxane, Vinca-Alkaloide und Platin-Abkömmlinge sind wirksame Waffen gegen bösartige Tumoren. Allerdings verursachen sie oftmals Schäden an peripheren Nerven, vor allem an den Waden und Füßen. Diese sogenannte Chemotherapie-induzierte periphere Neurotoxizität (CIPN) äußert sich in schweren Nervenschmerzen und/oder Problemen beim Gehen - die Chemotherapie muss daraufhin in manchen Fällen abgebrochen werden. Eine spezifische und effektive Behandlung der CIPN gibt es bislang nicht.

Akupunktur könnte diese Lücke füllen, zeigt die Hamburger Pilotstudie mit elf Patienten, die an unterschiedlichen Arten von Krebs litten. Die Chemotherapie hatte bei allen eine CIPN ausgelöst. Sechs der Patienten erklärten sich mit einer Akupunktur-Behandlung einverstanden, die restlichen fünf dienten als Kontrollgruppe.

Das "Nadeln" wurde von einem Arzt mit langjähriger Akupunktur-Erfahrung übernommen. Über einen Zeitraum von drei Monaten und in insgesamt zehn Sitzungen setzte er bei den Teilnehmern der Akupunktur-Gruppe jeweils 20 Nadeln an den relevanten Punkten am Körper.

Vor Beginn der Akupunktur-Behandlung sowie sechs Monate nach der Chemotherapie wurde die Leitfähigkeit zweier Nerven im Wadenbereich der Patienten gemessen. Auch bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe wurde die Funktionstüchtigkeit der gleichen Nerven überprüft.

Klare Ergebnisse

Bei fünf der sechs Teilnehmer der Akupunktur-Gruppe hatte das Nadeln sowohl die Geschwindigkeit als auch die Intensität, mit der die Nerven Signale weiterleiteten, verbessert. Diese Patienten berichteten darüber hinaus von einer Besserung ihres Gesundheitszustandes, was die Folgen der Nervenschädigung betrifft.

In der Kontrollgruppe war die Geschwindigkeit der Signalweiterleitung bei drei Patienten unverändert geblieben, bei einem Patienten hatte sie sich verschlechtert, bei einem weiteren Teilnehmer verbessert. Die Intensität der Signalübertragung war bei einem Patienten gleich geblieben, hatte bei zwei Teilnehmern zugenommen und bei den restlichen zwei Patienten abgenommen.

Zusammenfassend würden die Ergebnisse für einen positiven Effekt der Akupunktur bei einer durch Chemotherapie verursachten Schädigung der peripheren Nerven sprechen, so die Forscher. Dieses "ermutigende" Resultat rechtfertige es, die Wirksamkeit der jahrtausendealten Heilmethode in einer größeren Studie zu untersuchen. (mf)

Quelle: Schroeder, S. et al.: Acupuncture for chemotherapy-induced peripheral neuropathy (CIPN): a pilot study using neurography. Acupuncture in medicine, doi:10.1136/acupmed-2011-010034.

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