Zucker verleitet Krebszellen zum Selbstmord
in Kooperation mit
Von Harald Czycholl
Die Vorliebe für Süßes kann verhängnisvolle Auswirkungen haben – das zeigt sich spätestens nach dem Ende der Weihnachtszeit beim Blick auf die Waage. Die Kalorien, die in Stollen und Lebkuchen lauern, sorgen für deutlich mehr Pfunde auf den Rippen. Die zuckerreiche Ernährung fordert ihren Preis. Doch es könnte andererseits ein bestimmter Zucker sein, der im Kampf gegen Krebs eine entscheidende Rolle spielen könnte.
Einem Wissenschaftler der University of California in San Diego (UCSD) ist es nämlich in Zusammenarbeit mit einem Kollegen von der Kyushu University im japanischen Fukuoka gelungen, Krebszellen dazu zu bringen, einen speziellen Zucker zu konsumieren.
Dieser Zucker, sogenannte 2-Deoxyglukose, ist für diese Zellen pures Gift: Er hinterlässt in den Krebszellen einen sogenannten Selbstmordschalter, der sie für Angriffe von außen verwundbar macht, berichtet die Fachzeitschrift "Cancer Research".
"Die meisten Krebszellen hängen bei der für ihr Wachstum notwendigen Energiegewinnung fast ausschließlich von Glukose ab", erklärt der UCSD-Wissenschaftler Guy Perkins. Gemeinsam mit seinem Kollegen Ryuji Yamaguchi von der Kyushu University entdeckte der Tumorbiologe, dass die Zellen auch einen ähnlichen Zucker, nämlich die 2-Deoxyglukose, aufnehmen. Dieser Zucker entfernt aber ein Protein im Inneren der Zelle, das einen Schutzmechanismus der Krebszelle darstellt.
Fehlt dieses Protein, ist die Zelle Chemotherapeutika, die einen Selbstzerstörungsmechanismus, die sogenannte Apoptose auslösen, schutzlos ausgeliefert. Vereinfacht gesagt: Das Protein bewacht einen Selbstmordschalter. Ist dieser dank des Zuckermoleküls frei zugänglich, kann er mithilfe von Medikamenten aktiviert werden.
"Das Ziel moderner Krebstherapie ist es, das Wachstum von Krebszellen zu stoppen, ohne dabei gesundes Gewebe zu schädigen", sagt Perkins. "Krebsforscher suchen immer nach neuen Therapien, um Tumore in unterschiedlichen Entwicklungsstadien zu bekämpfen und zu vernichten."
Zweistufiger Therapieansatz
Selbst die besten und modernsten Medikamente würden jedoch derzeit bei bestimmten Krebsarten an ihre Grenzen stoßen, so der Tumorbiologe. Häufig würden die Tumorzellen Resistenzen entwickeln, die zum Versagen der Therapie und damit letztlich zum Tod des Patienten führen.
Um diesem Phänomen zu begegnen, haben die Forscher einen zweistufigen Therapieansatz entwickelt: Erste Komponente ist die erwähnte 2-Deoxyglukose, die es ausnutzt, dass die Krebszellen Zucker brauchen, um wachsen und sich vermehren zu können. Obwohl die Krebszellen die besondere Glukose-Art massenhaft konsumieren, können sie sie nicht in Energie umwandeln.
Das hemmt schon mal ihr Wachstum und damit zugleich die gefürchtete Mutationsfähigkeit der Zelle, die die Resistenzen auslösen kann. Zugleich wird das schützende Protein entfernt. Der auf diese Weise geschwächten Zelle macht dann das Medikament ABT-263, ein herkömmliches Chemotherapeutikum, den Garaus: Das Medikament setzt Proteine frei, die die Zelle dazu bringen, die Apoptose einzuleiten und sich damit selbst zu zerstören.
Dieser Prozess funktioniert nicht nur im Reagenzglas: In Versuchen an Mäusen konnten Perkins und Yamaguchi zeigen, dass sich auf diese Weise diverse Krebsarten besiegen lassen. Prostatatumore etwa, an denen nach Angaben des Robert-Koch-Institutes alleine in Deutschland jedes Jahr 11.000 Männer sterben, verschwanden in den Tierversuchen innerhalb weniger Tage. Auch Brustkrebs, in Deutschland mit jährlich 57.000 Neuerkrankungen die häufigste Krebsart bei Frauen, ließ sich mit der Zucker-Kombinationstherapie gut bekämpfen. Auf Leber- und Lungentumore sowie Leukämie sprach die neue Methode ebenfalls gut an.
Dass bösartige Tumore mittels einer Kombination mehrerer Medikamente möglicherweise effektiver bekämpft werden können als mit einer einfachen Chemotherapie, ist keine neue Erkenntnis. Denn wo zwei Chemotherapeutika die Krebszellen an unterschiedlichen Punkten angreifen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Resistenzen ausbilden können, deutlich geringer.
Kein Allheilmittel
In aller Welt arbeiten Forscher daran, solche aussichtsreichen Medikamenten-Kombinationen zu finden. Neu ist hingegen der Ansatz, die Verabreichung eines Zuckermoleküls mit einer Chemotherapie zu kombinieren und so eine besondere Schwäche von Krebszellen auszunutzen.
Das viel beschworene Allheilmittel gegen Krebs ist die Kombination aus dem speziellen Zucker und einer Chemotherapie allerdings nicht: Zum einen steht die klinische Studie noch aus – erst dann ist klar, ob die Methode überhaupt auch bei Menschen funktioniert. "Wir sind dabei, eine solche klinische Studie zu initiieren", berichtet Yamaguchi.
Zum anderen ist schon jetzt klar, dass nicht alle Krebsarten auf den Zucker ansprechen. "Bestimmte Krebszellen, etwa die von Hirntumoren, sind resistent", erklärt der japanische Wissenschaftler. In manchen Fällen könne die Therapie auch zu einem Verlust von Blutplättchen oder weißen Blutkörperchen führen und damit das Immunsystem der Betroffenen stark in Mitleidenschaft ziehen.
Yamaguchi zeigt sich dennoch optimistisch: Die Kombinationstherapie könnte sich als effektive und zugleich schonendere Alternative zu einigen bereits existenten Therapieansätzen herausstellen, meint der Mediziner. "Wir haben möglicherweise eine einfache, wenn auch partielle Lösung für eine sehr komplexe Erkrankung gefunden."
130 Meinungen zu "Zucker tötet Krebszellen"
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Maxe
Donnerstag, 22.12.2011, 17:29 Uhr Um Himmelswillen! Wie kann hier Web/gmx solche Meldungen gegen die Pharmaindustrie veröffentlichen? Überlegt doch mal; denen gehen nun mögliche Gewinne in Milliardenhöhe flöten, wenn Krebsbetroffene nun anfangen einfach Zucker zu nehmen, anstatt die hochgepriesenen Medikamente und Cyclon-B-verseuchten Infusionen zu "konsumieren"? Ironie aus... Diese Zeilen habe ich ziemlich anfangs hier gepostet und bekam dafür ein 5:12 Daumen runter. Wahrscheinlich haben diese 12 den Sinn nicht verstanden oder lehnen jegliche Schulmedizin ab. Meine Frau hat zuerst Brustkrebs gehabt, wurde mit Chemo und Bestrahlung behandelt. Nach zwei Jahren Unterleibskrebs mit allem drum herum. Kurz danach wurde festgestellt, dass sich durch die Chemo die linke innere Herzklappe nicht mehr richtig schließt. Die Krönung, dass sich ihre Beinvenen zugesetzt haben. Aber sowas von zu, dass sie mit viel Glück und Zufall vor einer Amputation gerettet wurde. Wohlgemerkt, Ärzte führen dies auf die Chemo zurück! Und nun kommt noch meine Bezeichnung aus dem vorhergehenden Text: "Cyclon-B-verseuchten Infusionen"! Jawohl, die Chemo hat Bestandteile dieses Zyklon B`s. Auch das ist eine Aussage der behandelnden Ärzte gewesen. Warum sollten sie meiner Frau erzählen, da wäre Fruchtsirup drin? Egal, wie man es dreht und wendet. JEDER Mensch besitzt Krebszellen. Bei einigen bricht der Krebs aus, bei anderen nicht. Die Ursachen dafür sind nur reine Vermutungen, wie Stress, Alkohol, Nikotin, Übergewicht (immer wieder sehr gern für alle Krankheiten herangezogen) usw.usw. Meine Frau kämpft sich so durch`s Leben. Bei einigen ihrer "Mitgenossinnen" ist der Krebs trotz der starken Behandlungen erneut ausgebrochen, obwohl sie einige Jahre Ruhe hatten. Es gibt derzeit noch keine endgültige Heilung von Krebs! Auch wenn es immer wieder gern reißerisch durch die Yellowpress geht, der und die haben den Krebs besiegt. Völlige Verarschung, auf Kosten der auf Heilung hoffenen Krebspatienten. P.S. Meine Frau lebt und das ist gut so! Sie würde aber laut eigener Aussage, wieder die Chemo machen lassen. Ich bin da eher sehr skeptisch darüber. Hoffen wir nur, dass es der Medizin irgendwann gelingt, ein Mittel zu finden, um diese Geisel der Menschheit zu bannen. -
rubin
Donnerstag, 22.12.2011, 11:34 Uhr @Ekabismut " Natürlich ist gesunde Ernährung und eine stressfreie Lebensweise wichtig. Auch wenn man den Krebs schon halt, kann das unterstützend sein. Aber allein dadurch wird kein Tumor kleiner werden. " Tatsächlich ? Es gibt sogar Spontanheilungen. Bei jeder Art von Erkrankung hilft, wenn die Noxen dauerhaft abgestellt werden. Dazu gehören (Umwelt)-Gifte wie auch energieverzehrende Beziehungen oder Lebensverhältnisse. Eine lange Reise, ein Ortswechsel, etc. - frei von bestehenden Kontakten - kann das Bewusstsein - und den Glauben - an sich stärken und helfen, wieder gesund zu werden. " Wer krank ist und lebt - muss sehr gesund sein - sonst wäre er schon tot." Östliche Weisheit -
Gartenteam12
Donnerstag, 22.12.2011, 11:24 Uhr Alle säurebildenden Lebensmittel (dazu gehört an erster Stelle Zucker und Fleisch) möglichst meiden, dann hat der Krebs wenig Chancen und viel Bewegung ist wichtig! -
Michadresden
Mittwoch, 21.12.2011, 17:34 Uhr Das ist ja nicht erstaunlich, daß diese Meldung kurz vor Weihnachten kommt. Wahrscheinlich liegt der Einzelhandel mit den geplanten Freßumsätzen nicht im Plan. Also Leute, schnell noch zuschlagen, ob ihr Krebs habt oder nicht. Vor Ostern gibts dann die nächste Empfehlung in der Rentnerbravo. -
rubin
Mittwoch, 21.12.2011, 17:30 Uhr @gray88 " Ja, und in den Kernen ist eine Menge Blausäure drin... Nicht gerade gesund, vor allem nicht für Kinder... " Stimmt, in den 70er Jahren wurde, das Gerücht verbreitet, dass Apfelkerne giftig seien. Gerade diese minimale Konzentration an Blausäure der Obstkerne (schmecken lecker nach Marzipan) sind jedoch eine Gesundheitsprophylaxe - für mich. Wildtiere essen auch die gesamte Frucht - samt Kerne - und leiden nur in Ausnahmefällen an Krebserkrankungen... -
Jeejo
Mittwoch, 21.12.2011, 17:15 Uhr Also ich kann auch nicht verstehen, warum ständig Leute über die Pharma-Industrie herziehen. Dass so große Firmen auf einen guten Umsatz scharf sind, ist ja wohl logisch, ich glaube, das ist auch irgendwo der Sinn eines Konzerns. Aber zu behaupten, die Pharma-Lobby hätte schon längst die Lösung aller Probleme und würde sie nur hinter verschlossenen Türen halten, um weiter Geld zu machen, finde ich albern. Sowas können nur Leute schreiben, die keine Ahnung haben, wie verdammt schwer es ist, ein "Heilmittel" zu finden. Da sind nicht nur die Forscher, die von morgens bis abends 7 Tage in der Woche im Labor stehen, nein, da sind auch ständige Rückschläge, wie zum Beispiel die Erkenntnis, dass wenn man mal einen potenziell heilenden Stoff gefunden hat, der vielleicht im Tiermodell funktionieren mag, aber deswegen noch lange nicht im Menschen. Es ist nicht so, dass man einfach in vitro einen Stoff testet und ihn dann sofort in klinische Studien schickt. Die Suche nach den biologischen Grundlagen der Krebsentstehung gleicht nun mal eher der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und wenn jemand dann mal was Tolles gefunden hat, dann wäre er doch ein Depp, das für sich zu behalten, wenn für seine Arbeit vielleicht ein Nobelpreis wartet! (Ich will damit übrigens niemanden entmutigen, ich sehe es nun mal aus Sicht der Forscher. Auch ich werde ab nächsten Jahr wieder im Labor stehen und jeden Tag an Leukämie-Zellen rumexperimentieren, und hoffen, dass wir in der Ergründung der Tumor-Genetik ein bisschen weiter kommen.)
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