Gezähmte Amokläufer
In der Bauchspeicheldrüse von Typ-1-Diabetikern wüten marodierende Horden. Bestimmte T-Zellen attackieren die insulinproduzierenden ß-Zellen. Der Angriff geht so lange weiter, bis die Insulinproduktion vollständig zum Erliegen kommt.
Schon lange versuchen Forscher, den Amoklauf im Körper zu stoppen. "Dass das bisher nicht gelungen ist, ist das größte Hindernis dafür, Typ-1-Diabetes heilen zu können", erklärt Marco Yong Zhao von der University of Illinois. Nun haben der Wissenschaftler und sein Team einen vielversprechenden Ansatz gefunden: Mithilfe von Stammzellen bringen sie den T-Zellen im Körper Manieren bei.
Stammzellen als Lehmeister
Für das Experiment wählte das Team in Chicago 15 Typ-1-Diabetiker aus. Im Schnitt waren sie 29 Jahre alt und acht Jahre zuvor an Diabetes erkrankt. Bei sechs der Freiwilligen produzierten die ß-Zellen in der Bauchspeicheldrüse noch geringe Mengen an Insulin. Bei weiteren sechs war die Insulinproduktion bereits gestoppt. Die übrigen drei Probanden fungierten als Kontrollgruppe.
Um die aufmüpfigen T-Zellen zu zähmen, filterten die Forscher sie aus dem Blut der Patienten. Anschließend schleusten sie sie durch eine spezielle Konstruktion, die mit Stammzellen aus Nabelschnurblut von gesunden Spendern versetzt war - ein Prozedere das zwei bis drei Stunden in Anspruch nahm. Während dieser Zeit wirkten verschiedene Signalmoleküle der Stammzellen auf die T-Zellen ein. Erst dann wurden sie zurück in den Körper des Patienten geleitet.
Vorteilhaft an dem Verfahren ist, dass die Stammzellen nicht innerhalb des Körpers arbeiten müssen, was erhebliche Komplikationen mit sich bringen kann. "Stem Zell Educator therapy", nennen die Forscher die Methode - zu Deutsch etwa "Stammzell-Erziehungstherapie".
Schwindender Insulinbedarf
Während sich vier Wochen nach dem Eingriff noch keine tiefgreifenden Veränderungen zeigten, stellten die Forscher nach zwölf Wochen fest, dass sich der Diabetes der Patienten grundlegend gebessert hatte: So war bei allen Teilnehmern der Spiegel an C-Peptiden deutlich gestiegen, die Bestandteil des Proinsulins sind. Ihr Wert zeigt an, wie hoch die Insulinproduktion im Körper ist. Dementsprechend sank auch der Insulinbedarf der Teilnehmer. Außerdem verbesserten sich die Werte des Nüchternblutzuckers ebenso wie der HbA1C-Wert, der anzeigt, wie gut der Blutzucker über einen längeren Zeitraum eingestellt war. Dieser Effekt steigerte sich bis zur 24. Woche nach der Therapie und war auch bei der letzten Kontrolle 40 Wochen nach der Behandlung unverändert vorhanden. "Mit einer einzigen Behandlung lassen sich anhaltende Verbesserung des Stoffwechselkontrolle erzielen", schreiben die Autoren. Zudem war der Eingriff risikoarm und sehr gut verträglich.
Wiedererweckte Bauchspeicheldrüse
Besonders bemerkenswert an dem Experiment ist, dass sich nicht nur die Bauchspeicheldrüse jener Patienten ein Stück weit erholte, die selbst noch ein wenig Insulin produzierten. Die Therapie hatte auch einen positiven Effekt auf die Diabetiker, die zuvor überhaupt kein Insulin mehr produzierten. Das bedeutet, dass die lahmgelegten ß-Zellen sich regenerieren konnten und ihre Arbeit tatsächlich nach Jahren wieder aufnahmen.
Gedrosselte Autoimmunreaktion
Die Behandlung konnte auch den der Krankheit zugrundeliegenden Mechanismus beeinflussen: "Wir haben eine verbesserte Kontrolle der Autoimmunreaktionen bei den Patienten beobachtet", erklärt Yong Zhao. So stieg die Zahl der regulatorischen T-Lymphozyten im Blut der behandelten Probanden vier Wochen nach der Therapie deutlich an. Diese Immunzellen haben die Aufgabe, Autoimmunreaktionen in Schach zu halten.
Auch erhöhte sich die Menge eines bestimmten der die Immuntoleranz stärkt und damit ebenfalls Autoimmunerkrankungen verhindert. In Versuchen mit Mäusen hatte sich bereits gezeigt, dass TGF-beta1 einen Schutzwall bildet, der eindringende Lymphozyten abblockt und so den ß-Zellen ermöglicht, sich in einem geschützten Umfeld zu regenerieren.
Die Forscher vermuten, dass eine mehrmalige Behandlung mit der neuen Methode, die Wirkung noch gesteigert werden könnte. "Die Methode könnte auch Patienten mit anderne Autoimmunerkrankungen helfen", hoffen die Forscher. Dazu gehören beispielsweise Rheuma oder Multiple Sklerose.
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Quelle: Quelle: Yong Zhao; Reversal of type 1 diabetes via islet beta cell regeneration following immune modulation by cord blood-derived multipotent stem cells”, BMC Medicine 2012, 10:3 doi:10.1186/1741-7015-10-3
8 Meinungen zu "Hoffnung für Typ-1-Diabetiker"
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mecedes
Mittwoch, 15.02.2012, 13:16 Uhr hallo klobie ich muss dir voll zustimmen auch wir behandeln uns nur aus der natur.und das tut uns sehr gut vor allem ohne nebenwirkungen.eigentlich müsste das jeder wissen .aber oft ist es so wenn man jemanden hilfe anbietet,dann bekommt mann die antwort der arzt hat mich gut eingestellt.darüber könnte man auch ein buch schreiben -
mecedes
Mittwoch, 15.02.2012, 13:07 Uhr ich finde es super wenn menschen sich mit natur produkten heilen.gegen jede krankheit ist ein kraut gewachsen. wenn uns eins krank macht dann ist das unsere ernährung,denn die besteht ja nur noch aus chemie,dann muss ich mir nicht noch irgendwelche pillen einwerfen -
Zuckerperle
Freitag, 10.02.2012, 07:59 Uhr Das hört sich doch erstmal super an. Hoffentlich ist das keine Sackgasse. @Klobie: Autoimmunerkrankungen wie der Typ1 Dm sind NICHT heilbar, auch nicht mit irgendwelchen Kräutern. Meinst Du sonst würde die Wissenschaft nicht händeringend nach Lösungen suchen??? Sowas kann nur einer schreiben der nicht betroffen ist und sich tag täglich den BZ bestimmen muss, die BE`s abschätzen muss und sich danach spritzen muss. Also schreibe Deine Kommentare da hin wo es jemanden interessiert... -
Stern0803
Donnerstag, 09.02.2012, 16:07 Uhr Ich finde, sowas wie klobie darf man nicht auf die Menschheit loslassen. Man kann sicher mit Naturmedizin manches auch gut behandeln. Allerdings ist es für einen Typ 1 - Diabetiker LEBENSGEFÄHRLICH, wenn er für "...ein paar Jahre..." sein Insulin weglässt. Ich hatte auch mal so eine Begegnung der dritten Art. Ein Mensch, der sich als Spezialist auf dem Gebiet der Diagnose anhand der Fußreflexzonen bezeichnete, sagte mir, ich solle mal das Insulin weglassen. Das wäre schädlich. Wenn man das gutgläubigen Menschen erzählt, dann haben wir ein paar unnötige Todesfälle mehr. -
aski
Montag, 30.01.2012, 15:35 Uhr klobie du schreibst so ein Misst. Wenn alles heilbar ist mit Naturmedizin, warum gibt es dann so viel kranke? Jetzt sag blos weil die alle noch nichts von Naturmedizin gehört haben. vor mehreren Jahren haben eltern Ihr an Diabetes erkranktes kind nur mit Hilfe der Natur heilen wollen. Das Kind ist verstorben. Ich habe seit Kindheit Diabetes und bin vor kurzen Transplantiert. Von daher mein Rat an dich MACH DEINE WERBUNG BEI LEUTEN DIE KEINE AHNUNG HABEN UND AN DEIN SCH.... glauben -
RechtaufGesundheit
Freitag, 20.01.2012, 09:55 Uhr NA ENDLICH!!!!!!!! Das sind doch mal gute Neuigkeiten! Weiter so! DANKE an die Forschung! Sie gibt unschuldigen Kranken endlich Hoffnung! Und was ich noch sagen will: Mit Naturheilzeug kann man keine angeboreren Krankheiten heilen. Sowas sagen nur diejenigen, die selber gesund sind und keine Ahnung von all dem haben!
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