Wie lässt sich das Vergessen und der Verlust der Persönlichkeit bei Alzheimerpatienten stoppen? Frank Heppner vom Institut für Neuropathologie der Charité in Berlin und Burkhard Becher vom Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Zürich berichten in "Nature Medicine", dass sie möglicherweise einen neuen Ansatz gefunden haben.
Ihnen ist es gelungen, das Gehirn von den typischen Alzheimer-Ablagerungen (Plaques) zu befreien. In ihren Versuchen mit Mäusen zeigte sich zudem, dass nicht nur das Gewebe von den Plaques gesäubert wurde, sondern dass die behandelten "Alzheimermäuse" auch in Gedächtnistests besser abschnitten, als Artgenossen ohne diese Behandlung.
Immunbotenstoffe ausgeschaltet
Heppner und Becher haben sich in ihren Studien auf das körpereigene Abwehrsystem der Mäuse konzentriert. So schalteten sie bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die Interleukine 12 und 23, oder deren Rezeptor, aus. Der stärkste Effekt zeigte sich, wenn das Immunmolekül p40, das Bestandteil dieser beiden Interleukine ist, blockiert wurde.
Konnten die Interleukine 12 und 23 somit nicht mehr hergestellt werden, verringerten sich die Alzheimer-Ablagerungen im Gehirn der Mäuse. Die Tiere konnten sich zudem wieder besser räumlich orientieren.
Wirkstoff ist schon auf dem Markt
"Das Gute an unserem Ansatz ist, dass der Wirkstoff, mit dem wir p40 blockiert haben, bereits gegen andere Krankheiten zugelassen ist", erklärt Heppner. Darmentzündungen und Psoriasis werden mit dem selektiv wirkenden Modulator des Immunsystems erfolgreich behandelt. Das bedeutet, dass der Wirkstoff beim Menschen bereits positiv auf seine Sicherheit geprüft wurde.
Die Forschungsergebnisse von Heppner und Becher könnte also dazu führen, dass relativ schnell klinische Studien zur Behandlung von Alzheimerpatienten möglich werden.
Zellen können nicht geheilt werden
"Idealerweise gibt man solchen Alzheimer-Patienten, bei denen die Erkrankung noch nicht zu weit fortgeschritten ist, die blockierenden Antikörper gegen das p40 Molekül. Denn wenn Patienten, bei denen es bereits viele Ablagerungen im Gehirn gibt, und bei denen bereits viele Hirnzellen zerstört wurden, behandelt werden, ist es schwer, positive Effekte zu erzielen. Dies gilt letztlich für alle klinische Alzheimer-Studien", erklärt Heppner.
"Ist die Hirnsubstanz aber erst einmal zerstört, kann sie nach unserem aktuellen Kenntnisstand durch kein Medikament wieder aufgebaut werden. Man kann das Fortschreiten der Krankheit im besten Fall bremsen." Ziel ist, durch das Ausschalten der Interleukine 12 und 23, vorhandene Ablagerungen zu entfernen und neue gar nicht erst entstehen zu lassen.
Alzheimer verhindern kann dies wohl nicht. Denn noch immer ist nicht vollständig geklärt, wodurch die Krankheit ausgelöst wird.
Solange aber die Ursache nicht geklärt ist, werden Ärzte nur die Symptome lindern und das Fortschreiten der Krankheit abbremsen können. Vielleicht kann die Blockade von p40 in Zukunft dabei helfen. "Die Vorzeichen sind hierfür durchaus positiv", so Heppner.
Ursache weiterhin unbekannt
Alzheimer verhindern aber kann bislang keine Therapie. Denn noch immer ist nicht vollständig geklärt, wodurch die Krankheit ausgelöst wird. Es gibt genetische Risikofaktoren, die die Entstehung von Alzheimer fördern. Daneben kam in den vergangenen Jahren unter Wissenschaftler die, allerdings noch immer sehr stark umstrittene, Theorie auf, dass Alzheimer durch falsch gefaltete Eiweiße, die denen einer Prionen-Erkrankung gleichen, hervorgerufen werden könnte.
Solange aber die Ursache nicht geklärt ist, werden Ärzte nur die Symptome lindern und das Fortschreiten der Krankheit abbremsen können. Vielleicht kann die Blockade von p40 in Zukunft dabei helfen.
14 Meinungen zu "Alzheimer kann blockiert werden"
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Laviah
Montag, 28.01.2013, 13:39 Uhr Und ihr alle glaubt diesen Mist auch noch...sogar auf der "Orginal-Seite" steht geschrieben, dass das alles beim Menschen nicht funktioniert. Genau wie die "Krebs-Mäuse"...seit 20 Jahren wurden so viele von ihnen geheilt, aber kein Mensch...vielleicht, weil es doch kleine Unterschiede zwischen Mensch und Tier gibt? Man versucht immer, die Folgen zu bekämpfen, anstatt vorzubeugen. Warum? Weil es Geld und Ruhm gibt. Auf der anderen Seite denke ich mir oft, dass Alzheimer eine natürliche Schutzfunktion des Körpers ist. Lieber würde ich vergessen, wer ich bin, anstatt zusehen zu müssen, wie mein Schließmuskel nicht mehr funktioniert und meine Sinne immer mehr nachlassen, bis ich schließlich in ein Altersheim gebracht werde, wo man sich freut, wenn ich endlich wieder weg bin. -
Purzel57
Dienstag, 27.11.2012, 10:38 Uhr fine ich fantastisch. meiner meinung nach ist es sehr wichtig, sich gesund zu ernaehren, d.h. alles zu essen, was einem schmeckt, viel bewegung anderf frischen luft. weiterhin sich von personen fernzuhalten,d ie einem nur schaden und schlechte aura sowie abneigungsgefuehle hervorrufen. wichtig ist mentaltraining, zu erlernen bei herrn ackermann in zuerich um bereits rechtzeitig zu programmieren, dass die gesundheit erhalten bleibt. ich mache seit 35 jahren alternativmedizin und weiss, wie wichtig es ist, psychisch stabil zu sein. ich habe eine alte dame, die an alzheimer erkrankt ist bereits seit langer zeit. wichig ist, dass diese menschen einen sehr geregelten tagesablauf haben. die kann fremde personen nicht mehr ertragen, aber wenn ich sie ein bis zweimal die woche besuche, beteiligt sie sich rege an gespraechen,d ie ich mit ihrer schwester, die sie betreut , fuehre. sie ist dann durchaus in der lage, eigenstaendig zusammenhaengende saetze zu formen. meiner meinung nach ist es das schlimmste, wenn diese menschen mit psychopharmaka, wie es die psychiater gerne machen, ruhig gestellt werden, denn diese medikamente machen alles noch viel schlimmer. wichtig ist eine schuesslersalzkur zu machen, bei der dem koerper die stoffe, mineralstoffe zugefuehrt werden, die verloren gegangewn sind. ich hatte damit bereits mehrfach excellente erfolge. ich wuensche allen lesern gute gesundheit und einen tag, den sich jeder gut gestalten kann, zumindest teile davon. bis zum naechsten mal heidi winkelmann -
JayBeeXX
Dienstag, 27.11.2012, 10:34 Uhr Diese "Volkskrankheiten sind wohl eine unangenehme Erscheinung unserer "synthetischen" Gesellschaft. Wohl hätte es diese auch schon weit früher gegeben, sofern die Menschen da auch ein hohes Alter erreicht hätten. Der Mensch scheint nicht der Evoltuion letzter Schluß zu sein... -
trollgift
Montag, 26.11.2012, 17:51 Uhr Das macht Hoffnung. Diese Krankheit ist schlimm, neben den Betroffenen besonders auch für die Angehörigen, die dem Verfall hilflos zusehen und damit leben müssen. Es ist ein hoffnungsvoller Ansatz den man nicht gleich schlechtreden sollte. -
strathmann
Montag, 26.11.2012, 17:35 Uhr Alzheimer kann man weder stoppen noch blockieren. Man kann es in seiner Entwicklung hemmen und den Verfall etwas aufhalten. Mit Ginkgo und Ginseng kann man das sogar unerstützen aber nicht "heilen". -
coconut67
Montag, 26.11.2012, 15:34 Uhr @Dardos: Was ist denn das für eine Theorie? Da hat wohl der geistige Zerfall auch schon eingesetzt, was? -
Tom106E
Montag, 26.11.2012, 15:26 Uhr @murmlischka und Pacster2: Wirtschaftliche Betrachtungen in Ehren, aber die Frage "Was kostet ein Menschenleben" kann mit gutem Gewissen wohl keiner schlüssig beantworten. Zählt zur Demenzpflege auch die Unterkunkft mit 24Std Betreuung sind das ca. 2000-3000€ monatlich. Ich habe gerade einen Fall in der Familie, es geht auch einem weniger zart beseiteten Erdenbürger ordentlich an die Nieren und an die Kraftreserven - nicht nur bei Eigenpflege. Vielleicht melden sich hier noch mehr Pflegende zu Wort zwecks Meinungsvielfalt...
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