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10.12.2012, 16:21 Uhr

Patienten spüren kaum Ärztemangel

Berlin (dpa) - Fast 70 000 Ärzte gehen in den kommenden Jahren in Rente. Einige Experten warnen schon seit längerem vor wachsenden Versorgungslücken. Die Patienten haben von solchen Problemen bislang wenig gemerkt.

Ungeachtet aller Warnungen vor einem Ärztemangel in Deutschland sind die meisten Patienten zufrieden mit Zahl, Erreichbarkeit und Terminvergabe ihrer Ärzte. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung warnte dennoch davor, dass künftig zehntausende Mediziner fehlen werden.

94 Prozent der Menschen insgesamt sind zufrieden mit Zugang zu den Hausärzten sowie mit deren Zahl, wie aus einer aktuellen Studie von TNS Infratest im Auftrag von Barmer GEK und Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Auf dem Land wurde dieselbe Zufriedenheit gemessen. Bei Fachärzten liegt die Zufriedenheit etwas geringer - mit 85 Prozent insgesamt und 81 Prozent auf dem Land.

Dass auch die ländliche Bevölkerung wenig zu klagen hat, erscheint überraschend, hatten doch Ärzteorganisationen immer wieder vor zu wenigen Ärzten auf dem Land schon heute gewarnt. "Zu unserem Erstaunen sind die Unterschiede eher gering", sagte Barmer-GEK-Chef Christoph Straub. Allerdings zeigt die Studie auch: Je weiter der Arzt weg ist, desto unzufriedener sind die Leute.

Auch Terminprobleme machen die wenigsten Versicherten geltend. So liegt der Anteil der Patienten mit solchen Schwierigkeiten bei Hausärzten bei 6, bei Fachärzten bei 11 Prozent. Auch hier gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen Stadt und Land, wie Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, hervorhob.

Für die Zukunft sind die Erwartungen der Bevölkerung gemischt: Über 60 Prozent rechnen damit, dass sich die Anzahl der Fachärzte nicht verändern wird. Allerdings glauben mit 34 Prozent deutlich mehr Menschen auf dem Land, dass die Zahl der Fachärzte in ihrer Region abnehmen wird.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, warf der Barmer GEK falsche Schlussfolgerungen vor. "Es ist ein Trugschluss zu glauben, der Ärztemangel werde überdramatisiert, weil die Bevölkerung diesen jetzt nicht spüren würde." Bis zum Jahr 2020 gingen schätzungsweise 66 830 niedergelassene Ärzte in den Ruhestand. "Die Situation wird sich also drastisch verschärfen." Wer den Ärztemangel infrage stelle, verkenne die Situation.

Die Koalition hatte mit dem Versorgungsstrukturgesetz Weichen gestellt, um Ärzte verstärkt auf dem Land anzusiedeln. So wurde die Pflicht gelockert, nach der die Ärzte bisher nahe ihrer Praxis wohnen mussten. So sollen auch verstärkt Mediziner aus Städten auf dem Land zum Einsatz kommen - etwa indem sich mehrere Ärzte tageweise die Versorgung in einer Region teilen.

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28 Meinungen zu "Ärztemangel kaum zu spüren"

  • msregina
    Mittwoch, 12.12.2012, 13:34 Uhr
    Wo hat der Mann zufriedene Patienten getroffen. OK. Ich bin mit der Arbeit meines Doktors zufrieden. Aber wir sind befreundet, der soll sich mal trauen. Aber wenn ich einen Facharzt brauche sieht es schon schlechter aus. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis keinen, der mit der Ärzteversorgung zufrieden ist. Man nehme es mir nicht übel, aber ein solcher Bericht erinnert mich sehr an die des "Neuen Deutschland". Ob die Redakteure gewechselt haben?
  • isodo
    Mittwoch, 12.12.2012, 11:56 Uhr
    Danke, Regentonne....
  • regentonne
    Mittwoch, 12.12.2012, 11:48 Uhr
    An Isodo Leider wurde dieser Thread zu schnell versteckt. Du kannst dich aber fachlich informieren, z.b. bei www.facharzt.de, da sind 50 000 Ärzte organisiert in einem Forum. Sonst erfährst du so was nirgendwo.
  • isodo
    Mittwoch, 12.12.2012, 11:30 Uhr
    regentonne Ist das wahr, was Du da schreibst. Wenn das so ist, und bei anderen Fachrichtungen wird es ähnlich zugehen, dann brauchen wir Patienten uns auch nicht wundern. Es ist doch absurt, da haben die Kassen Überschüsse, bezahlen Ärzte so, dass nur wenige Lust haben Arzt zu werden und die Patienten, dürfen vor sich hin krepieren. Diesen Umstand wird doch wohl auch der Gesundheitsminster Bahr wissen? Die FDP ist doch auch m.u. für dieses Klientel zuständig!?! Ergo, noch nicht einmal das kann die FDP, ihr Klientel betreuen! Und wir Kranke, lutschen uns am Daum, oder was?
  • regentonne
    Mittwoch, 12.12.2012, 09:54 Uhr
    Ein Orthopäde hat z.B. je nach Bundesland durchschnittlich ca. 25 Euro Flatrate Umstaz ! pro Patienten und Quartal. Minus 60% Praxiskosten macht dann Brutto-Gewinn. Aus diesem dann minus Steuer, Versicherungen (Kranken, Rente, Sozialabgaben genannt, Praxisfinanzierung/Tilgung als Kredit). Bei ca. 1000 Patienten pro Quartal deckt diese erwirtschaftete Summe kaum die Laufenden Kosten. Tante Otilie mit ihrer Arthrose kann also 5-6 x im Quartal kommen, der Arzt bekommt einmalig die o.g. 25 Euro. Bei Augenärzten liegt diese Flarate noch niedriger, bei ca. 18 Euro pro Quartal/Patient. Nicht vergessen : Es ist eine Umsatz Flarate !
  • isodo
    Mittwoch, 12.12.2012, 07:26 Uhr
    Ja, und? Warum tun wir nichts gegen den Ärztemangel? Die Krankenversicherung machen Überschuss und Menschen laufen mit Schmerzen herum, die nicht sein müssten. Es gibt doch Facebook etc. in dem man sich zusammenschliessen könnte, um dann laut auf die Politiker zu zugehen. Statt dessen, laufen wir mit Schmerzen durch die Gegend und werden immer verbitterter.
  • Fine
    Dienstag, 11.12.2012, 17:49 Uhr
    na da hätten sie mich mal befragen sollen! zum orthopäden geh ich schon gar nicht mehr hin. es hat echt keinen wert. wenn ich in 3 gelenken beschwerden hab, behandelt sie nur eins und sagt "beim nächsten termin gehts weiter". den nächsten termin kriegt man aber erst nach monaten :( @ LarryBrent auf seite 1: aber nicht bei fachärzten. hier wo ich wohne ist es inzwischen sogar schwierig einen hausarzt zu finden. alle sind schon überlaufen.
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