Diabetes: Süße Last für die ganze Familie
Zuckerkranke Menschen bereiten auch ihren Familienmitgliedern diverse Sorgen. © Fotowerk/Fotolia.com
Angst vor süßen Folgen
Erstmals wurden dafür neben 15.000 Diabetikern sowie Diabetesberaterinnen, Diätassistenten, Haus- und und Fachärzten auch die Familienangehörigen befragt. Und deren Antworten sind geprägt von Ängsten um ihre Liebsten. 63 Prozent der Familienmitglieder sorgten sich darüber, dass ihr Angehöriger schwerwiegende Folgeerkrankungen des Diabetes davontragen könne. Dazu zählen Erkrankungen der Augen, Nieren, des Herzens sowie Beinamputationen durch Gefäß- und Nervenschäden. 66 Prozent der Familienmitglieder von insulinpflichtigen Diabetikern fürchteten nächtliche Unterzuckerungen (Hypoglykämie).
Intoleranz und Diskriminierung
Die Sorgen der Angehörigen beziehen sich aber nicht nur auf die Gesundheit der Diabetiker: 34 Prozent der Familienmitglieder erklärten, die Zuckererkrankung ihres Angehörigen wirke sich finanziell negativ auf sie selbst aus. 20 Prozent der Familienmitglieder erleben, dass ihr betroffener Angehöriger aufgrund seines Diabetes diskriminiert wird, und dass das Umfeld intolerant gegenüber Diabetikern ist. 35 Prozent der Menschen mit Diabetes berichten, dass ihre Familienmitglieder mit ihnen über den Umgang mit ihrer Zuckerkrankheit streiten. Und 75 Prozent der Familienmitglieder haben an keinem Diabetesschulungsprogramm teilgenommen, obwohl die Mehrheit der Diabetestherapeuten findet, die Angehörigen seien eine sehr wichtige Säule für eine gute Diabetesversorgung.
"Versteckte Belastungen"
Die Studie liefere Fakten über die "versteckten Belastungen der Diabetes-Pandemie" für Angehörige von Diabetikern, erklärt Sir Michael Hirst, Präsident der International Diabetes Federation (IDF). Sie zeige weltweit die Lücken der aktuellen Gesundheitssysteme auf.
Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die mit zu hohen Blutzuckerwerten einhergeht. Weltweit gab es im Jahr 2011 rund 366 Millionen Diabetiker. Und die Zahl wird steigen: 2030 rechnen Experten der IDF mit 552 Millionen Zuckerkranken. (im)
Quelle: Peyrot, M. et al.: DAWN2 (Diabetes Attitudes Wishes andNeeds) Study Group: "A multinational, multi-stakeholder study of psychosocial issues in diabetes and person-centred diabetes care"; zur Veröffentlichung angenommen, Diabetes Research and Clinical Practice, 2012.
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14 Meinungen zu "Diabetes belastet ganze Familie"
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Wahlviech
Freitag, 21.12.2012, 17:26 Uhr Diabetes ist weder "Gottesurteil" noch selbst verschuldet. Wie jede Stoffwechselkrankheit kann man bei entsprechender Veranlagung die Entstehung zwar fördern aber das unbewußt und nie "selbst verschuldet" zum Ausbruch bringen. Mit 16 Jahren hatte ich Gallensteine, die man vorher 6 Jahre lang gesucht hatte. Die hatte ich bestimmt auch nicht "selbst verschuldet". Das war vielleicht ungünstige Ernährung (Mutters Löffel Sahne oder Butter) und wenig Bewegung (ich war wegen meiner - unbekannten - Erkrankung lange Zeit vom Sport befreit und durfte nicht mal mit ins (unbeheizte) Hallenbad. Dazu die Veranlagung.... In unserer Familie sind Gallensteine auf beiden Seiten vertreten und auch Diabetes ist absolut nicht fremd. Selbst bin ich seit 25 Jahren "grenzwertig". Ohne Medikamentenbedarf. Lebe aber mit einem Diabetes (Metformin Repaglinid) zusammen. -
Wahlviech
Freitag, 21.12.2012, 17:19 Uhr Das zeigt den Status von vor zig Jahren. Heute ist der Diabetiker ein Einzelkämpfer, der mit seinem Wissen sein kleiner und handlicher gewordenes Handwerkszeug meist gut beherrschen kann. Diabetes ist keine Verurteilung mehr. Eher ein Rat zur Beschränkung. -
Harry1972
Freitag, 21.12.2012, 15:44 Uhr @ minoltankwart Mein Dad war da ganz anders. Im engsten Familienkreis konnte er es wohl nicht sehr lange geheim halten, denn wir saßen ja beim Essen immer beisammen. Doch verpflichtete er uns damals zur Verschwiegenheit gegenüber jedem anderen. Konnte ich nie verstehen und wie er mit dem Diabetes umging, bzw. mit seinem Körper allgemein, war mir auch rätselhaft. Innerhalb weniger Jahre ging es dann von Tabletten auf Spritze, dann kamen Zehen weg etc. Mit 69 war er dann tot. -
minoltankwart
Freitag, 21.12.2012, 15:08 Uhr @ Harry1972 Ach Harry weißte....., ich gehöre auch zu diesem Club. Ich habe seit 1969 Leistungssport betrieben, nicht geraucht, nicht getrunken, viel Gemüse und Obst gegessen, nicht Literweise Cola in mich reingekippt. Bis 2007 war ich eigentlich immer der Meinung, das ich, zumindest einigermaßen, gesund gelebt habe. Aber Pustekuchen, meine Mutter hat und Ihre Eltern hatten Diabetes und nun habe ich es halt auch. Wenn mich z.B. einer fragt, wie ich mit dem Zucker klar komme, antworte ich...., garnicht, der Zucker muss mit mir klarkommen ;-)). Also ich grenze mich selber nicht aus, im Lokal, oder anderswo wird am Tisch der Pulli hoch gemacht und dann wir geimpft, wer's nicht sehen kann, der kann weggucken, so einfach ist das. Meine Familie steht da voll hinter mir. Und ich spiele im wahren Leben auch sehr gerne Chef, bezüglich der Stimmungsschwankungen, die gibt es bei mir nicht, da ich mich mit der Sache sehr stark auseinandergesetzt habe und mein Leben, oder besser gesagt, meinen Blutzuckerspiegel fest im Griff habe. Man muss keine Berge versetzen, nur einige wenige Dinge bei der Ernährung ändern (Was ich persönlich nicht mal musste), dann klappt das auch mit dem "Zuckersüßen Durchfluß".... mfg -
Harry1972
Freitag, 21.12.2012, 14:07 Uhr @ tomx992 Das mit der 80%igen Wahrscheinlichkeit weiß ich direkt von einem Diabetologen, also einem Facharzt für diese Krankheit und der erzählt ganz sicher keinen Unfug. Dabei spreche ich vom TypII, dem Diabetes, der nach allgemeiner Meinung selbstverschuldet ist und deshalb sicher oft verheimlicht wird. -
notting
Freitag, 21.12.2012, 10:36 Uhr Mein Bruder hat Neurodermitis. Als wir noch klein waren, gingen mir die ständigen Maislutscher statt normale Lutscher als Geschenke von meinen Eltern (zum Glück habe ich noch andere Verwandtschaft, wo ich normale Sachen geschenkt bekommen habe), Vollkorn-Spaghetti, -Weihnachtsbrötchen etc. sowas von auf den Sack (und ist auch teurer als normaler Kram) bzw. gab nie süßer Sprudel etc. Ist also nicht nur bei Diabetikern so. notting
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