Jeder dritte Patient hält sich häufig nicht an Rat des Arztes
Jeder dritte Deutsche setzt sich einer Studie zufolge häufig über die Vorgaben seines Arztes hinweg und nimmt seine Medikamente auf eigene Faust. Vor allem jüngere Männer mit überdurchschnittlichem Einkommen und guter Bildung halten sich nicht an das, was ihnen der Arzt geraten hat, wie ein Forscherteam der Universitäten Marburg und Leipzig im Fachjournal "PLOS ONE" berichtet.
Mediziner sollten das beim Verschreiben der Tabletten beachten, rät Julia Glombiewski (Marburg), die das Team gemeinsam mit Elmar Brähler (Leipzig) leitet. Die falsche Anwendung von Medikamenten gehöre zu den wesentlichen Ursachen für Krankheit, Tod und hohe Kosten des Gesundheitswesens. Insgesamt werteten die Wissenschaftler in einer repräsentative Stichprobe der deutschen Bevölkerung 2512 Antworten aus.
Nur ein Viertel von ihnen gab demnach an, sich bei der Einnahme von Medikamenten stets an die Vorgaben durch den Arzt oder den Beipackzettel zu halten. Meist treffe dies auf ältere Menschen zu, die vor allem Präparate mit geringen Nebenwirkungen einnähmen und nicht viel verdienten, hieß es. Viele der Umfrageteilnehmer halten sich nach eigenen Angaben gelegentlich oder selten nicht an den ärztlichen Rat.
Dagegen gab ein Drittel der befragten Männer und Frauen zu, schon häufig etwa ein verschriebenes Medikament weggeworfen zu haben, ohne es auszupacken oder die Dosis ohne Rücksprache mit dem Arzt verändert zu haben. "Sie handeln also oft gegen die Vorgaben der Arzneimittelverabreichung", sagte Glombiewski. Dies betreffe keineswegs nur bestimmte Patientengruppen oder Menschen, die Medikamente gegen chronische Leiden mit starken Nebenwirkungen einnähmen. Besonders viele schwarze Schafe gebe es bei den jüngeren und gut verdienenden Männern: "Diese Gruppe ist nicht so oft ernsthaft oder chronisch krank, außerdem wird sie in der Regel nicht so lange behandelt", erklärte die Wissenschaftlerin aus Marburg.
Glombiewski zeigte sich erstaunt, dass die Quote der Verweigerer in Deutschland nicht geringer ist als in anderen Ländern. "In anderen Ländern sind die Kosten ein wichtiger Grund, um Medikamente abzusetzen", sagte sie. "Bei deutschen Patienten schlagen die Arzneimittelkosten aber gar nicht oder nur in geringem Maße zu Buche."
151 Meinungen zu "Schludrige Patienten"
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edfrie
Freitag, 28.12.2012, 17:23 Uhr Bedenklich ist viel mehr, wenn bei allen Medikamenten die Nebenwirkungen zutreffen, eine verbessernde Wirkung aber ausbleibt. Das hat nichts mit Schludrigkeit zu tun, dann schaden die Tabletten. -
maho76
Donnerstag, 27.12.2012, 12:41 Uhr wenn ich wegen rückenschmerzen eine packung schmerzmittel und eine überweisung an meinen chiropraktiker bekomme nehme ich die schmerzmittel nicht mehr wenn mich mein arzt wieder zurechtgebrochen und ich keine schmerzen mehr habe, ganz einfach. und ich gehe davon aus dass sowas 90% der hier angesprochenen "schludrigkeit" ausmacht. dass man antibiotika nicht unterbricht weiss auch ein kleines kind. was wohl eher bedenklich ist dass sich wohl nichtmal 2% die packungsbeilage anschaut und dann jammert wenn unverträglichkeiten oder nebenwirkungen auftreten... die alle auf dem zettel stehen, oh wunder. -
redy83
Sonntag, 23.12.2012, 12:05 Uhr ich bin träger des ginger genes. da ist schon lange bekannt, das u.a. schmerzmittel oft weniger wirken als bei anderen. so bekam ich z.b. bei einem fersenbeinbruch tilidin. obwohl ich dauernt den ärzten versuchte weis zu machen, das sie bei mir nicht wirken und ich die wie bonbons essen kann, bekam ich die weiter. bin dann mit dem rolly selber zur nächsten aphotheke gerollt und hab mir ibuprofen gehollt, weil die bei mir nunmal wirken. die tilidin habe ich anschließend dann immer zurück gehen lassen mit der aussage "sie wirken nicht". man sollt meinen, das sie es dadurch vllt kapieren, aber fehlanzeige. die ärzte waren dann der überzeugung ich hätte keine schmerzen und würd sie deswegen zurück gehen lassen. fazit aus der geschichte -sie hören kein stück zu. mir blieb garnix anderes übrig, als die schmerzmittel selber um zu stellen, weil ich sonst vor schmerzen warscheinlich eingegangen wäre -
132leorobi
Samstag, 22.12.2012, 17:31 Uhr sind pädagogen die beste eltern? so ist das auch oft mit der onkel dr. mit denken ist sehr gefragt? leider kann man das bei einer noteilieferung dies nicht? kann man krankenhäuser die anscheindend mit seuchen belastent sind außschießen in der patientenverfügung?? -
Procyon
Samstag, 22.12.2012, 16:33 Uhr Ich investiere mein Geld lieber in einen guten Heilpraktiker als mir die Zeit beim Schulmediziner zu vergeuden. Zudem machen viele Heilpraktiker Dorntherapie, auch viel besser als bei jedem Orthopäden. Wer zu Schulmedizinern rennt hat SELBER SCHULD. -
Mercuro
Samstag, 22.12.2012, 16:15 Uhr Meves @ Mercuro Ob die schöne Praxis mit den netten Damen lebensverlängernder ist als die schonungslose Offenheit (ggf. wegen Uneinsichtigkeit des Patienten?) des Arztes, wird dir die Zukunft zeigen. Dafür wünsche ich dir alles Gute. __________________ Ich bin ein mensch und möchte gern auch von einem Arzt menschenwürdig behandelt werden. Wenn er mit enem Feuerroten Kopf auf den Tisch knallt, finde hat er seine grenze zu meiner Würde überschrietten gehabt. Ich habe eigentlich mit meinem Leben schon abgeschlossen. Habe ein sehr schönes und reiches Leben hinter mir. Habe eine prächtige nette Familie mit Söhnen, Enkelsöhen+Töchtern und Uhrenkelsohn. Die Erwachsenen habe alle gute ausbildung und gute Jobs. Ich habe nie finanziele Not gelitten, mein Job war stressig aber angesehen. Viel länger will ich nicht unbeding leben, obwohl meine Gene gar nicht übel sind. -
Atter
Samstag, 22.12.2012, 16:13 Uhr Ich habe einige schlechte Erfahrungen mit Ärzten hinter mir, und nachdem ich x Jahre in einem Krankenhaus gearbeitet habe kann ich nur sagen : Augen auf bei der Arztwahl, es gibt genau so viele Penner wie Könner im weisen Kittel. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------- " Die falsche Anwendung von Medikamenten gehöre zu den wesentlichen Ursachen für Krankheit, Tod und hohe Kosten des Gesundheitswesens." Wohl eher das falsche Verschreiben von Medikamenten durch inkompetente Ärzte wie ich selber schon oft feststellen muste.. da werden Arzneien verschrieben die für den Patienten zb aufgrund von Grunderkrankungen total ungeeignet bzw sogar brandgefährlich sind. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ich kann euch nur raten .. wählt euren Hausarzt sehr weise und nicht aufgrund von gewohnheiten. Und geht lieber zu 2 oder 3 Fachärzten wen ihr unsicher seit oder das gefühl habt das er euch schlecht berät... Vor allem aber .. lest den Beipackzettel der Arzneien genau, vieleicht hängt euer Leben einmal davon ab.
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