Krebsforschung: Immunsystem beschützt Tumorzellen
Fast bei der Hälfte Krebspatienten, die eine operative Entfernung eines primären Tumors mitmachen, kehrt die Erkrankung wieder - ein sogenannter "sekundärer" Tumor. "Normalerweise werden diese Patienten genauso behandelt, wie diejenigen mit einem primären Tumor, nämlich mit Medikamenten, die auf die Krebszellen selbst abzielen", erklärt Sunil Singhal von der University of Pennsylvania. In einer Tiermodel-Studie fanden die Forscher heraus, dass dies nicht ausreicht. Auch "böse" Immunzellen, die den Tumor beschützen, müssen offenbar bei der Therapie berücksichtigt werden.
Unterschiedliche Reaktionen
Für ihre Untersuchung behandelten die Wissenschaftler Mäuse mit primären oder einem sekundären Tumoren an der Körperseite mit einem Serum, das eine Immunantwort auf die entarteten Zellen auslöste. Obwohl bei beiden Gruppen eine Immunantwort messbar war, verkleinerte sich das Geschwulst nur bei den Tieren mit dem primären Tumor. Bei den Nagern mit dem Sekundärtumor blieb dieser unverändert. Einen möglichen Grund entdeckten Singhal und sein Team, als sie die Immunzellen rund um den Krebs näher in Augenschein nahmen. Die Mäuse mit dem wiedergekehrten Tumor wiesen größere Mengen regulatorischer T-Zellen auf. "Diese Zellen halten andere Immunzellen in Schach und blockieren so das Immunsystem", erklärt Singhal. Die Tumorzellen waren zusätzlich von einer großen Zahl sehr aktiver Makrophagen umgeben, die sie ebenfalls vor der Körperabwehr schützten.
Als die Forscher diese "Verteidigungslinie" mit einem Wirkstoff hemmten, verlangsamte sich das Tumorwachstum bei den Tieren mit Sekundärtumoren. Auf die mit primärem Krebs hatte diese Behandlung dagegen keine Auswirkung.
Vielversprechender Ansatz
Was genau die Immunzellen zu Beschützern der entarteten Zellen macht, darüber sind sich die Wissenschaftler noch nicht schlüssig. "Auf jeden Fall sollte man testen, Patienten mit wiederkehrendem Krebs mit Wirkstoffen zu behandeln, die auch die T-Zellen mit einbeziehen", so Singhal. Dies könnte für die Kranken einen großen Fortschritt bedeuten: "Wenn diese Strategie funktioniert, könnten wir damit die Aussichten vieler Patienten beeinflussen!" (lh)Quelle: Pressemitteilung der University of Pennsylvania: Immune System Changes May Drive Aggressiveness of Recurrent Tumors, Penn Researchers Report (26.12.12)
Zum Originalartikel bei Netdoktor.de
Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von NetDoktor.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
258 Meinungen zu "Körper schützt Tumorzellen"
-
strathmann
Montag, 11.02.2013, 16:00 Uhr Eigentlich keine wirkliche Neuigkeit. Als "Visite" Zuschauer weiß man das schon lange. Es gibt nun mal Arten von Krebszellen, die vom Körper nicht als Fremdkörper oder entartet erkannt werden. Dann bekämpft das Immunsystem jede Behandlung.... aber nur solange man das Immunsystem lässt. -
mycomane
Montag, 11.02.2013, 14:04 Uhr Mehr für die Prävention tun, indem die Power von Medizinalpilzen (Heilpilzen/Vitalpilzen)genutz wird. Hier sind vor dem therapeutisch-reparierenden Einsatz dieser Naturmittel, deren multiple Substanzen in phantastischer Synergie ihre antiviralen Eigenschaften liefern, auch vorbeugend im allgemeinen immunstärkenden und ganzheitlich-medizinschen Bereich hervorragende Ergebnisse quasi ohne schädliche Nebenwirkungen erzielbar. Das entsprechende Angebot an Präparaten ist bereits sehr umfangreich....aber auch "Selbersammeln" ist möglich und macht auch Spaß. Der Wald ist überraschenderweise voll davon!!! Viel Erfolg . -
Laviah
Mittwoch, 02.01.2013, 15:54 Uhr Schon komisch, dass seit 1990 tausende "Krebsmäuse" geheilt wurden, jedoch keine der getesteten Therapien auf den Menschen übertragbar sind. Ich bin gegen Tierversuche. Sie bedeuten Leid für Tier und Mensch. -
Solifuga
Samstag, 29.12.2012, 17:08 Uhr @clairdecourage "Schulmedizin hat den zusammenhang zwischen PSYCHE u.KÖRPER zu lange ignoriert." Die "Schulmedizin" macht sich die Mühe, solche Zusammenhänge systematisch zu überprüfen, anstatt sich welche auszudenken, weil es irgendwie einleuchtend klingt. Auf diese Weise hat sie eine Vielzahl von Mechanismen gefunden, wie Krebs entsteht - psychische Belastung ist meines Wissens nicht darunter. Ich lasse mich da aber gerne eines Besseren belehren, nur sollte der Nachweis mehr Substanz haben als Anekdoten der Bauart "die Tante des Frisörs meines Pudels wurde arbeitslos und ein Jahr später hatte sie Krebs". -
Intruderchopper
Samstag, 29.12.2012, 10:20 Uhr Adlerandre Da ist was dran.....Fleisch macht Krank. ----------------------------------------------------------- Was krank macht, sind Deine behämmerten Beiträge... Nach Deiner nächsten Sperrung kannst Du Dich Gustav Gans oder Max Meise nennen...
- Versandapotheke
- Pilates
- Cholesterin
- Arthrose
- Heuschnupfen
- PKV
zu Gesundheit




































