Neue Krebstherapie: Virenattacke gegen Tumoren
Die mit modifizierten Masernviren infizierten Krebszellen (grün) sterben ab. © Paul-Ehrlich-Institut
Gefährliche Überlebenskünstler
Mit dieser Methode könnte sich ein großes Problem der Krebstherapie lösen lassen: die Krebsstammzellen. Diese sprechen auf Chemo- und Strahlentherapie in der Regel schlecht an und werden für die Entstehung von Metastasen verantwortlich gemacht. Mediziner vermuten, dass Krebsstammzellen in vielen Tumortypen stecken. Sie suchen daher nach Möglichkeiten, diese Zellen zu identifizieren und auszulöschen. Das Oberflächenprotein CD133, das sich offenbar auf vielen dieser Zellen befindet, könnte dazu einen entscheidenden Schlüssel liefern.
Viren als Tumorkiller
Forscher um Christian Buchholz vom Paul-Ehrlich-Institut haben ein abgeschwächtes und somit ungefährliches Masernvirus für den gezielten Angriff auf die Krebsstammzellen modifiziert: Sie veränderten es so, dass es nur Zellen befallen kann, die CD133 auf ihrer Oberfläche tragen.Anschließend behandelten die Wissenschaftler Mäuse, die unter Gliome, Darmkrebs oder Leberkrebs litten, mit dem veränderten Virus. Tatsächlich hatte die gezielte "Maserninfektion" durchschlagenden Erfolg. Sie reduzierte das Tumorwachstum oder unterdrückte es sogar komplett. Teilweise verschwanden die Tumorherde sogar vollständig.Blutbildende Stammzellen, die ebenfalls CD133 auf ihrer Oberfläche tragen, wurden von den Viren hingegen nicht beeinträchtigt. Der Grund: Diese Zellen haben einen angeborenen Immunschutz, die sie vor einem Angriff durch Masernviren bewahrt. In vielen Tumorzelltypen ist diese Immunität defekt, sodass das Virus in ihnen ungehindert vermehren kann.
Therapie mit eingebautem Verstärker
Besonders bestechend an der Methode ist ihr Verstärkermechanismus: Die infizierte Krebszelle produziert neue Viruspartikel, die sich bei der Untergang der Zelle ausbreiten und weitere Tumorzellen aufspüren und befallen können. (cf)
Quelle: Christian Buchholz Specific Elimination of CD133+ Tumor Cells with Targeted Oncolytic Measles Virus , Published OnlineFirst January 4, 2013; doi: 10.1158/0008-5472.CAN-12-2221
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11 Meinungen zu "Virenattacke gegen Krebszellen"
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sachlichaufgeklaert
Mittwoch, 09.01.2013, 17:57 Uhr @JayDeeeee/Mehrzweck/PeterausBremen und gefühlte 9 Billionen anderer Accounts: na? Führen wir etwa schon wieder Selbstgespräche? Da muss der Support aber mal eingreifen, damit du zur Ruhe kommst, um brav deine Medis einnehmen zu können, mein "Tierfreund". -
JayDeeeee
Mittwoch, 09.01.2013, 15:19 Uhr ZU: " ...Im Tierversuch.... Es gibt Alternativen.....das wissen nicht nur Tierfreunde/Vegetarier......." ................................... Das wissen alle.. -
soCircaInEtwa
Mittwoch, 09.01.2013, 10:37 Uhr Vielleicht ist eine Infektion mit Masern als Kind ja sogar ganz gut, zumindest in diesem Zusammenhang. Gibt es eigentlich Forschungen und Studien darüber, ob Kinder die in ihrer Kindheit eine Maserninfektion hatten weniger häufig an Krebs erkranken, als Kinder, welche keine Maserninfektion hatten? Masern hat man ja meist nur einmal. Vielleicht merkt sich der Körper ja genau das Richtige Abwehrmittel... -
Harry1972
Dienstag, 08.01.2013, 17:59 Uhr Sorry, heißt "I Am Legend" "Im September 2012 scheint der Virologe Lt. Colonel Dr. Robert Neville der letzte lebende Mensch in New York City zu sein. Drei Jahre zuvor haben Dr. Alice Krippin und er, die für das US-Militär arbeiteten, ein Masern-Virus modifiziert und damit ein Heilmittel gegen Krebs mit einer einhundertprozentigen Erfolgsrate gefunden. Jedoch mutierte das Virus und tötete 5,4 Milliarden Menschen, was rund 90 % der Weltbevölkerung entspricht." Hö hö hö... -
Harry1972
Dienstag, 08.01.2013, 17:57 Uhr In "I´m A Legend" sind es doch auch veränderte Masern-Erreger, oder? ^^ -
sachlichaufgeklaert
Dienstag, 08.01.2013, 15:29 Uhr @Mehrzweck1/PeterausBremen/usw. usf: Was? Immer noch nicht oft genug gesperrt? Keine Sorge, da können wir Abhilfe schaffen (Meldung ist eben an den Support raus). Vielleicht kann man ja auch dich, lieber zwanghaft spammenden "Tierfreund" als Versuchskaninchen benutzen. Da hätten wir gleich alle etwas davon.
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