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08.01.2013, 16:55 Uhr

"Sidney 2012" - ein Norovirus, der sich gewaschen hat

(am / AFP) - Experten warnen in diesem Winter vor einer Welle von Infektionen mit einer neuen, schwereren Variante des Norovirus namens "Sidney 2012". Wir erklären, warum Noroviren hochgradig ansteckend sind und wie Sie sich davor schützen können – auch wenn jemand in Ihrem Umkreis bereits infiziert ist.

Infektionsexperten rechnen damit, dass weniger Menschen gegen "Sidney 2012" immun sind als gegen die bisherigen Typen des Norovirus. Der neue Typ war bisher vor allem in Großbritannien, Japan und in den Niederlanden aufgetreten. Erstmals wurde "Sidney 2012" – wie aus dem Namen zu schließen ist – in Australien diagnostiziert. Auch in Deutschland ist der Norovirus bereits vereinzelt gemeldet worden.

Noroviren sind hartnäckig und variabel

Noroviren sind extrem ansteckend und verbreiten sich vor allem im Winter rasant. Das Immunsystem des Menschen ist in dieser Jahreszeit schwächer und anfälliger. Bereits eine geringe Anzahl von Nanoviruspartikeln reicht aus, um sich zu infizieren. Die Erreger sind extrem robust. Sie überleben Temperaturen von minus 20 Grad Kälte bis 60 Grad Wärme und bis zu zwölf Stunden auf Gegenständen.

Darüber hinaus sind Noroviren sehr variabel. Es gibt drei Typen von Erregern mit mehr als 20 Subtypen. Deswegen konnten Forscher bisher keinen Impfstoff gegen die Erkrankung herstellen.

Wenn eine Person sich den Norovirus eingefangen hat, erkrankt diese binnen zwölf bis 18 Stunden. Der Virus verursacht Erbrechen, starken Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erschöpfung. Die Symptome dauern etwa einen bis drei Tage an. In extremen Fällen führen die Noroviren durch den Flüssigkeitsverlust zum Tod. Besonders gefährdet sind alte Menschen und kleine Kinder. 2011 starben 43 Menschen in Deutschland an einer Noroviren-Erkrankung.

Oberste Pflicht: Hände waschen

Die sicherste Maßnahme zur Vorbeugung vor einer Infizierung lautet: Hände waschen - und das regelmäßig. Vor allem vor dem Essen und nach dem Toilettengang sollten Sie die Hände gründlich mit Seife reinigen. Desinfektionsmittel sind sogar wirksamer als Seife und können den Norovirus abtöten. Wenn Sie sich in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Kindergärten oder öffentlichen Verkehrsmitteln befinden, sollten Sie sich öfter die Hände waschen. An vielbesuchten Orten ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich Viren auf Gegenständen befinden.

Sollte bei einer Person in Ihrem näheren Umkreis bereits die Erkrankung ausgebrochen sein, dann ist höchste Vorsicht angesagt. Denn der Virus ist nicht nur hochansteckend, es könnte sich nun überall in Ihrer Wohnung befinden. Um selbst nicht zu erkranken, sollten Sie alle Flächen desinfizieren, mit denen der Erkrankte in Berührung gekommen ist. Vor allem Toilette, Waschbecken und Türklinken sind davon betroffen.

Benutzte Flächen desinfizieren

Natürlich sollten Sie sich um Ihre Lieben kümmern, denn eine mit Noroviren infizierte Person ist besonders auf Ihre Hilfe angewiesen. Dennoch sollten Sie Vorsicht walten lassen und wenn möglich nicht dieselbe Toilette oder dasselbe Waschbecken wie der Erkrankte verwenden. Oder Sie reinigen und desinfizieren diese Orte vorher gründlich. Jedenfalls sollten Sie daran denken, dass Sie Ihre Finger vom Mund weglassen sollten. Denn auf diese Weise infizieren Sie sich am schnellsten mit den Noroviren.

Im vergangenen Jahr registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) rund 100.000 Noroviren-Fälle in Deutschland – darunter auch ein Fall mit rund 11.000 infizierten Kindern in Ostdeutschland. Ursache waren mit Noroviren verseuchte Tiefkühl-Erdbeeren aus China.

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