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14.01.2013, 13:44 Uhr

Schwerhörigkeit: Alzheimer-Medikament gegen Taubheit?

Älterwerden bringt viele körperliche Einschränkungen mit sich - unter anderem auch Schwerhörigkeit. Ein Alzheimer-Medikament könnte den Verlust des Hörvermögens in Zukunft wieder rückgängig machen. Bei Mäusen sei das bereits geglückt, berichten US-amerikanische Forscher.

Bildung neuer Haarsinneszellen

Bei Vögeln wandeln sich sogenannte Stützzellen, die sich im Innenohr in unmittelbarer Nähe zu den Haarsinneszellen befinden, selbständig in Haarsinneszellen um. Bei Säugetieren - zu denen auch der Mensch gehört - funktioniert das nicht. Der Grund: Ein blockierter Signalweg verhindert den Umbau von Stütz- in Haarsinneszellen.

Albert Edge und seinem Team des Massachusetts Eye-and-Ear-Krankenhauses und der Harvard Medical School ist es bei Versuchen an Mäusen gelungen, diesen Signalweg frei zu machen und die Bildung neuer Haarsinneszellen anregen. Dazu spritzten sie den sogenannten Gamma-Sekretase-Hemmer direkt ins Innenohr der Tiere, die durch Lärm taub geworden waren. Tatsächlich konnten die Nager nach der Behandlung wieder hören, zumindest laute und tiefe Geräusche.

Alzheimer-Medikament lässt Taube hören

Das Arzneimittel wurde ursprünglich zur Alzheimertherapie entwickelt. Aufgrund der starken Magen-Darm-Beschwerden, die der Wirkstoff auslöst, hat sich das Medikament aber nie durchgesetzt. Die Forscher konnten dieses Manko umgehen: Sie brachten den Stoff direkt an den Wirkungsort. Damit verhinderten sie, dass er in andere Bereiche des Körpers gelangt und dort Schaden anrichtet.

"Wir haben jetzt den Beweis, dass sich auch Haarsinneszellen von Säugetieren selbst regenerieren können", so Edge. Er hofft, die Ergebnisse in weiteren Versuchen verbessern zu können. Die Erkenntnisse könnten helfen, eine wirksame Behandlung gegen Taubheit und Schwerhörigkeit zu entwickeln.

Bislang hilft nur ein Hörgerät

Altersschwerhörigkeit ist ein ganz natürlicher Prozess, der bei Menschen ab dem fünften Lebensjahrzehnt auftritt. Lärm, Durchblutungsstörungen, Umweltfaktoren - all diese Einflüsse schädigen über die Jahre die empfindlichen Sinneszellen des Innenohres, die sogenannten Haarsinneszellen. Sind diese einmal zerstört, können sie sich nicht mehr regenerieren. Und mit jeder verschwundenen Haarsinneszelle verschlechtert sich auch das Hörvermögen. Den Betroffenen bleiben dann nur Hörgeräte oder Implantate, um den Verlust auszugleichen. (kr)

Quelle: Edge ASB et al. Notch Inhibition Induces Cochlear Hair Cell Regeneration and Recovery of Hearing after Acoustic Trauma. Neuron, 2013. (doi: 10.1016/j.neuron.2012.10.032)

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