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15.01.2013, 12:59 Uhr

OP-Skandal in Klinik in Hannover

(abb) - Im Körper eines Krebskranken wurden bei einer Operation offenbar 16 medizinische Gegenstände vergessen und erst Monate später entdeckt. Mittlerweile ist der Mann verstorben - doch der Streit um das Schmerzensgeld ist noch lange nicht vorbei.

Vertreten wird die Familie des Verstorbenen bei der Schmerzensgeldforderung um bis zu 100.000 Euro von Medizinrechtlerin Annette Corinth. Wie das Onlineportal "Focus.de" berichtet, teilte die Anwältin der Nachrichtenagentur "epd" am Montag mit, dass sich unter den vergessenen Gegenständen diverses Verbandsmaterial und sogar eine OP-Nadel befand.

Auch für Corinth ist dies ein neuartiger Fall: "Ein solches Ausmaß ist in der medizinischen Fachliteratur einmalig", sagte sie der Agentur. Bevor der an Prostatakrebs leidende Mann im April vergangenen Jahres im Alter von 77 Jahren verstarb, hatte ihm sein Hausarzt attestiert, dass die erst Monate später entdeckten Behandlungsfehler maßgeblich an seinem schlechten Gesundheitszustand beteiligt waren.

Schmerzensgeld: Angebot ist "wahrer Skandal"

Laut "Focus.de" bot die Klinikversicherung VGH der Familie zunächst 500 Euro Schmerzensgeld an. Das ist laut Anwältin Annette Corinth ein wahrer Skandal. Inzwischen sei das Angebot auf 15.000 Euro angestiegen. Trotzdem stelle die erhöhte Summe laut VGH noch kein Schuldeingeständnis dar: Eine Sprecherin gab an, dass es üblich sei, der Anwältin im Rahmen eines eventuell anstehenden Prozesses diverse Angebote zu unterbreiten.

Die erhöhte Schmerzensgeldzahlung widerspricht dabei der Stellungnahme der Klinik. Krankenhaussprecher Achim Balkhoff teilte "Bild.de" mit, dass der Fehler nachweisbar nicht bei der in seinem Hause stattgefundenen Operation passiert sein könne. Die gefundenen Gegenstände würden bei einer solchen Erstoperation gar nicht verwendet. Des Weiteren hätten die Materialien bei einer Zählkontrolle des Bestandes nicht gefehlt. Die Klinik ist der Meinung, dass die Gegenstände nach der Operation in den Körper gelangt sein müssen. Schließlich seien auch weitere Krankenhäuser an der Pflege des Mannes beteiligt gewesen.

Anwältin Corinth hofft trotzdem darauf, dass die Klinik einlenkt. Falls man sich nicht außergerichtlich einigen könne, strebe die Familie auf jeden Fall eine Klage an.

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