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22.01.2013, 12:51 Uhr

E-Zigaretten vor dem Aus?

Viele Raucher, aber auch einige Experten, halten die E-Zigarette für die gesündere Alternative zu herkömmlichen Tabakprodukten. Weil sie als weniger schädlich gilt, darf sie vielerorts gedampft werden, wo normale Zigaretten strengstens verboten sind. Trotzdem gerät der rauchlose Glimmstängel immer wieder in die Kritik und ruft auch die Europäische Kommission wiederholt auf den Plan: Sie will E-Zigaretten künftig strenger regulieren. So streng, dass die meisten Produkte vom Markt verschwinden dürften.  

Von WEB.DE Redakteurin Silke Stadler

Geschätzte zwei Millionen Deutsche sind bereits von der Tabakzigarette auf die E-Zigarette umgestiegen. Statt Tabak inklusive diverser chemischer Substanzen zu verbrennen, wird bei der E-Zigarette flüssiges Nikotinkonzentrat, sogenannte Liquids, verdampft. Für den Raucher, aber auch für seine Umwelt, gilt das als weniger schädlich. Belastbare Studien zu den Langzeitfolgen gibt es allerdings noch nicht, weshalb die Tabak-Alternative immer wieder in die Kritik gerät. Die gesundheitlichen Bedenken ziehen rechtliche Schritte nach sich: So startet die EU-Kommission jetzt den Versuch, E-Zigaretten weitgehend aus dem freien Handel zu verbannen.

Zulassung von E-Zigaretten als Arzneimittel zu teuer

Präparate, die einen Nikotin-Grenzwert von 4 Milligramm pro Milliliter überschreiten, sollen künftig als Nikotinersatzpräparate gelten und eine Zulassung als Arzneimittel benötigen.

Philip Drögemüller vom Verband des eZigarettenhandels (VdeH) teilte auf Anfrage mit: "Der Vorschlag kommt einem Verbot gleich. Jetzige Nutzer müssten wieder zur Tabakzigarette greifen." Der Grenzwert ist seiner Ansicht nach deutlich zu niedrig: "Ein Grenzwert von 20 mg/ml sollte nicht unterschritten werden, damit ehemalige Tabakraucher noch einen Effekt spüren."

Für die meisten Hersteller von E-Zigaretten lohne es sich nicht, eine Arzneimittelzulassung zu beantragen: "Es dauert etwa vier Jahre, bis ihr Produkt in der Apotheke vertrieben wird", sagt Drögemüller. Außerdem sei die Zulassung mit sehr hohen Kosten verbunden. "Die E-Zigarette würde zu großen Teilen vom Markt verschwinden."

Auch die EU-Kommission bestätigt gegenüber der "Frankfurter Rundschau", dass viele E-Zigaretten die Vorgaben für Arzneimittel erfüllen oder vom Markt genommen werden müssten.

Auch Tabakprodukten drohen strengere Regeln

Tonio Borg, Gesundheitsbeauftragter der EU-Kommission, erklärt online: "Ziel des (…) Entwurfes ist, Tabakprodukte und das Rauchen weniger attraktiv zu machen und junge Leute davon abzuhalten, mit dem Rauchen anzufangen."

Die von der EU-Kommission angestrebten Änderungen betreffen nicht nur E-Zigaretten, sondern alle Arten von Tabakprodukten. "Verbraucher sollen nicht betrogen werden: Tabakprodukte sollen so aussehen und schmecken wie Tabakprodukte und dieser Entwurf stellt sicher, dass Verpackung und Geschmack nicht als Marketingstrategie benutzt werden."

Demnächst wird der Entwurf im Europäischen Parlament diskutiert und könnte 2015/2016 umgesetzt werden.

 

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