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23.01.2013, 12:23 Uhr

Weglasern oder damit leben? Tattoo-Entfernung ist riskant

Regensburg (dpa/tmn) - Für immer und ewig: Wer sich ein Tattoo stechen lässt, macht sich meist keine Gedanken darüber, dass es ihm irgendwann nicht mehr gefallen könnte. Wenn dieser Zeitpunkt doch mal kommt, stellt sich die Frage nach der fachgerechten Entfernung.

Hochspringerin Ariane Friedrich trägt einen Tiger auf dem Rücken und Lady Gaga ein Rilke-Zitat auf dem Arm. Tätowierungen, einst Schmuck von Matrosen und Häftlingen, sind mitten in der Gesellschaft angekommen. Doch nicht immer sind die Bilder auf der Haut lebenslang erwünscht. Sie entfernen zu lassen, ist mit Risiken verbunden.

Zehn Millionen Tätowierte in Deutschland

"Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland rund zehn Millionen Tätowierte", sagt Prof. Wolfgang Bäumler, Physiker und Tattoo-Forscher an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie der Universität Regensburg. "Damals entsprachen die Tattoos ihrer Persönlichkeit, und die Betroffenen waren auch überzeugt, ihr Leben lang zu den Motiven und zur Tätowierung an sich stehen zu können", ergänzt Erich Kasten, Professor für Medizinische Psychologie an der Universität Göttingen. "Doch das ist häufig eine Fehleinschätzung: Persönlichkeiten verändern sich. Das gilt auch für Einstellungen und für Modetrends, welche die Motivwahl mit beeinflussen." So zählen einst trendige Steißbein-Tattoos heute als Modesünde. Auch der Name des Ex begeistert neue Partner selten.

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Außerdem ist im Job eine Tätowierung oft hinderlich: "Bei der Polizei ist Auflage, dass künftige Anwärter Tattoos nur an nicht sichtbaren Stellen des Körpers haben dürfen", sagt Wolfgang Kimmig von der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft in Hamburg. "Und auch in manch einer gastronomischen Einrichtung sind Körpergemälde zum Beispiel an den Händen nicht gerne gesehen." Die Folge: "Nach unserer Internet-basierten Umfrage mit rund 4000 Teilnehmern wollen etwa fünf Prozent der Tätowierten ihr Tattoo loswerden", sagt Bäumler. Hochgerechnet sind das rund 500 000 Menschen.

Wer sein Tattoo entfernen lassen will, geht am besten zu einem Mediziner, rät Bäumler. "Schließlich kann bei der Behandlung einiges schief gehen." Die Farbpigmente sitzen in einer Tiefe von bis zu vier Millimetern unter der Hautoberfläche und müssen dort behandelt werden. "Unbedingt abzuraten ist von der Behandlung mit Blitzlampen oder mit Milchsäure", sagt Kimmig.

Lasern die gängigste Therapie

Heute ist Lasern die gängigste Therapie: Der Laserstrahl erwärmt und zersprengt die Pigmente in der Haut. Die Partikel werden über die Lymphe abtransportiert. Bei der Behandlung wird der Schmerz durch kalte Luft und eventuell Betäubungscreme gelindert. "In den ersten Tagen nach einer Sitzung gleicht die behandelte Stelle einer Schürfwunde", sagt Kimmig. "Sie muss desinfizierend behandelt und vor Licht geschützt werden. Schwimmen oder intensiver Sport ist in diesen Tagen tabu." Der Gesamtaufwand hängt von Hautdicke, Tattoo-Fläche und -Farbe ab. Sechs bis zehn Behandlungen im Abstand von jeweils vier bis sechs Wochen seien durchaus üblich. Eine Sitzung könne zwischen 75 und 300 Euro kosten. Der volle Erfolg ist nicht garantiert.

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Worüber auch niemand Auskunft geben kann, sind Langfristfolgen: "Erstens wissen wir nicht, was in den Farben enthalten ist", zählt Kasten auf. "Zweitens wissen wir nicht, was aus den Inhaltsstoffen der Farben wird, wenn sie mit dem Laser bestrahlt werden." Und drittens wisse man nicht, wohin die pulverisierten Farbstoffe im Körper gelangen und was sie dort bewirken. "Das heißt also: Wir haben keine Ahnung über mögliche Nebenwirkungen oder Folgeerkrankungen."

Das ist ein Dilemma: "Wenn jemand sein Leben lang mit einer Tätowierung herumlaufen muss, die er eigentlich loswerden möchte, kann das sehr problematisch sein", erläutert Kasten. Minderwertigkeitsprobleme und gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers können die Folge sein. Aber stattdessen die Risiken einer Tattoo-Entfernung auf sich nehmen? Das will wohl überlegt sein - am besten vor der Tätowierung.

Alle News vom: 23. Januar 2013 Zur Übersicht: Gesundheit

9 Meinungen zu "Tattoo-Entfernung ist riskant"

  • Regeny
    Sonntag, 27.01.2013, 12:11 Uhr
    "Wenn Gott unser Schöpfer ist, und das glaube ich, haben wir nicht das Recht unsere Haut zu verändern." Selbst wenn Gott unser Schöpfer ist: von dem Augenblick an, wo er uns auf die Erde geschickt hat, haben wir selbst die Kontrolle+Verantwortung für uns übernommen. Wir können uns ein Leben lang dafür in Gotteshäusern bedanken aber was wir mit unserem Leben+Körper anstellen, ist immernoch uns überlassen. Meine Meinung als Atheist ...
  • RDe
    Donnerstag, 24.01.2013, 12:00 Uhr
    Wenn Gott unser Schöpfer ist, und das glaube ich, haben wir nicht das Recht unsere Haut zu verändern. Ist er aber nicht!
  • jasyvo
    Mittwoch, 23.01.2013, 17:39 Uhr
    @ deathangel66 - Genau !!!! 100 pro Recht geb ich Dir da. Ich persönlich finde Tattos an Menschen interessant und oftmals auch schön. Für mich ist es Ausdruck einer Individualität und ein eigens gewählter Lebensstil. Klar gibt es "Mitläufer", trotzdem finde ich das in Ordnung. Der eine sagt ja dazu, der andere nein, dass ist eben dass, was die Welt bunt und bunter macht, oder ? Und ein weiteres wichtiges Kapitel im Leben ist die Bewertung. Wenn ich es schaffe, diese weg zu lassen, den anderen so sein lasse, wie er nun mal ist, wäre die Welt ein friedlicher Ort : ) Also : wer Böcke hat, sich inken zu lassen - bitteschön, viel spass und wer nicht, auch okay : ) dazu sage ich nur eines : " AND TATTOES" , MUHAHA !!!!!!!!!
  • Regeny
    Mittwoch, 23.01.2013, 17:36 Uhr
    Tja deshalb sollte man vorher gut drüber nachdenken ;) Ich werde mir irgendwann eine einzige Tätowierung stechen lassen: etwas Zeitloses, Meinungsloses ohne einen bestimmten Bezug: Szene mit Tieren, Pflanzen, etc. Das lass ich mir dann auch professionell und in Farbe stechen über Rücken, Beine und Arme.
  • FreiBierLaetschn
    Mittwoch, 23.01.2013, 17:33 Uhr
    "Tattoo-Entfernung ist riskant" . --> Lasertherapie is weich ... gscheite Flex mit Schruppscheibn drauf brauchst da!
  • deathangel66
    Mittwoch, 23.01.2013, 16:43 Uhr
    Für mich ist das keine harmlose Spielerei, sondern ein Auflehnen gegen Gottes guten Plan und seine Regeln ____________________________________________ Na dann hätte mein Tattoo ja noch einen Sinn mehr. Wer sich stechen lässt, ohne sich darüber Gedanken zu machen ist selber Schuld. Ich lasse mich nur stechen, wenn ein Tattoo einen besonderen Grund hat und es zu mir passt. Ich hab nur 1 Tattoo was einen geflügelten Totenschädel zeigt mit der Message das ich meine Tochter schützen werde. Überlege noch 2 weitere Schädel als "Maske" auf die Oberarme am Übergang zur Schulter zu machen. Ich würde mir niemals einen Bandnamen oder den namen meiner Freundin o.ä. tätowieren lassen, weil man sowas am ehesten bereut. Ich bin seit über 20 Jahren gegen Kirche und höre Metal (daher der Totenkopf) und meine Tochter wird ewig meine Tochter bleiben. Tattoos machen nicht unbedingt hässlich aber es gibt hässliche Tattoos. Und wer sich tätowieren lässt, dem ist i.d.R. egal was andere davon halten. Man macht es für sich, nicht für andere.
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