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24.01.2013, 16:38 Uhr

Magersüchtige: Verbindungsfehler im Kopf

Wenn Menschen Bilder von Körpern ansehen, sind eine ganze Reihe von Hirnregionen aktiv. Bei Frauen mit Magersucht sei dieses Netzwerk verändert, entdeckten Forscher der Ruhr-Universität Bochum. Je stärker dieser "Verbindungsfehler" war, desto dicker fanden sich die Frauen.

"Diese Auffälligkeiten im Gehirn könnten erklären, warum Frauen mit Magersucht sich selbst als dick wahrnehmen, obwohl sie objektiv untergewichtig sind", sagt Prof. Boris Suchan vom Institut für Kognitive Neurowissenschaft.

Schiefe Wahrnehmung

Die Wissenschaftler testeten zehn magersüchtige und 15 gesunde Frauen ähnlichen Alters. Alle Frauen sollten am Computer angeben, welche von mehreren unterschiedlich schlanken Silhouetten ihrer eigenen Körperform am ehesten entsprach. Zehn Kontrollpersonen, die nicht an der späteren Kernspinuntersuchung teilnahmen, beantworteten die gleiche Frage, indem sie ein Foto der Probandin der passenden Silhouette zuordneten.

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Gesunde Probandinnen bewerteten sich selbst als dünner als die Kontrollpersonen dies taten. Magersüchtige Frauen hingegen nahmen sich selbst dicker wahr als die Kontrollpersonen.

Aktivität im Kopf

Im Kernspintomografen zeichneten die Forscher dann die Hirnaktivität der 25 Probandinnen auf, während sie Fotos von Körpern betrachteten. Sie analysierten vor allem die Aktivität in der "fusiform body area", kurz FBA, und der "extrastriate body area", kurz EBA. Denn frühere Studien hatten gezeigt, dass diese Hirnregionen für die Wahrnehmung von Körpern entscheidend sind. Die Forscher berechneten die sogenannte effektive Verbindungsstärke zwischen beiden Hirnarealen. Sie ist ein Maß dafür, wie stark die Aktivität in mehreren Hirnbereichen ist.

Gestörte Kommunikation

Bei magersüchtigen Frauen waren die beiden Regionen schwächer funktionell verbunden als bei gesunden Frauen. Je stärker dieser "Verbindungsfehler" war, desto dicker fanden sich die Befragten. Patientinnen mit Anorexie hätten eine geringere Dichte an Nervenzellen in der EBA, erklärt Suchan. Zusätzlich sei das Netzwerk für die Körperverarbeitung auch funktionell verändert. "Diese Veränderungen könnten einen Mechanismus für die Entstehung der Magersucht darstellen", so Suchan. (im)

Quelle: Suchan, B. et al.: "Reduced connectivity between the left fusiform body area and the extrastriate body area in anorexia nervosa is associated with body image distortion", Behavioural Brain Research, 2012, DOI:10.1016/j.bbr.2012.12.002

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