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24.01.2013, 12:57 Uhr

Wissenschaftler wollen wieder an Supervirus forschen

New York (dpa) - Aus Angst vor Bioterrorismus legten Wissenschaftler Anfang 2012 alle Forschungen an einer hochgefährlichen Vogelgrippe-Variante vorübergehend auf Eis. Jetzt erklärten sie das Moratorium in einem offenen Brief für beendet - außer in den USA.

Nach einem Jahr Unterbrechung wollen sie nun wieder forschen. Rund 40 Forscher erklärten ihre freiwillige Pause bei der Arbeit an dem Supervirus für beendet.

Virus verbreitet sich rasend schnell

In Labor-Experimenten war vor mehr als einem Jahr ein sehr aggressives Virus entstanden, das sich unter Frettchen rasend schnell verbreitet hatte und viele von ihnen tötete. Aus Angst vor Bioterrorismus hatten die Wissenschaftler um Ron Fouchier von der Erasmus-Universität in Rotterdam im Januar 2012 die zunächst nur auf 60 Tage angelegte Pause angekündigt und sie dann verlängert. Während der Forschungspause sollten Maßnahmen entwickelt und beschlossen werden, die verhindern, dass diese gefährliche Variante des Vogelgrippe-Erregers H5N1 in falsche Hände gerät.

Die Ziele des Moratoriums seien in einigen Ländern bereits erreicht und in anderen kurz davor, hieß es in dem Brief, den die Wissenschaftler am Mittwoch (Ortszeit) in den Fachmagazinen "Science" und "Nature" veröffentlichten. "Deswegen erklären wir das freiwillige Moratorium bei der Forschung an der Übertragung von Vogelgrippe für beendet." Das gelte allerdings nicht für die USA und amerikanisch finanzierte Studien in anderen Ländern, da dort noch keine Einigung über die weiteren Bedingungen der Forschung gefunden worden sei.

WHO erstellte Sicherheitsrichtlinien

Bei zahlreichen Konferenzen sei das Thema besprochen worden und die Weltgesundheitsorganisation WHO habe bereits Sicherheitsrichtlinien für die weitere Forschung erstellt, heißt es in dem jetzt veröffentlichten offenen Brief. Der H5N1-Erreger entwickle sich in der Natur weiter und könne gefährlich werden. "Wissenschaftler, die die Erlaubnis ihrer Regierungen und Institutionen haben, ihre Forschungen unter den angebrachten Sicherheitsbedingungen auszuführen, haben eine Verpflichtung gegenüber dem öffentlichen Gesundheitswesen, diese wichtige Arbeit wieder aufzunehmen."

Wie gefährlich das Virus für den Menschen ist, wissen die Forscher noch nicht. Das Problem sei nun einmal komplex, hatte der US-Wissenschaftler Anthony Fauci kürzlich erläutert. Er leitet das Nationale Forschungsinstitut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) in Bethesda. "Zunächst einmal wissen wir bisher nur, dass das neue Virus bei Frettchen so einfach übertragbar ist. Wie das beim Menschen ist, ist ja noch gar nicht erforscht." Beim natürlichen Erreger sei das Risiko der Übertragung von Mensch zu Mensch sehr gering, sagt Fauci. Aber wenn das neue Supervirus - und das vermuteten die Wissenschaftler - sich auch beim Menschen derart rasend schnell verbreiten würde, dann würde es eine enorme Gefahr darstellen.

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24 Meinungen zu "Forscher arbeiten an Supervirus"

  • Otmar
    Sonntag, 24.02.2013, 08:27 Uhr
    Solche abstrusen Forschungen sind leider nicht mehr zu verhindern, da an allem geforscht wird, was möglich ist. Ein Generalverdacht gegen alle Grundlagenforscher ist aber nicht berechtigt. Braucht es auch nicht, denn es genügen einige wenige, um großes Unheil auszulösen. Beispiel Otto Hahn mit seiner Grundlagenforschung der Atomspaltung. Diese Forschungsergebnisse gelangen dann in die Hände von Individuen, die daraus mit viel Geld etwas zum Vorteil einiger weniger machen, aber propagieren, dies diene dem Wohl der Menschheit. Letztenendes wird die Anfälligkeit der Zivilisation gesteigert, wird es schreckliche Unfälle geben, wird dadurch ein verhängnisvoller Wandel in der menschlichen Zivilisation befördert, die Jahrtausende ohne diesen Unfug von Grundlagenforschung ausgekommen ist, weil sie in Religionen verwurzelt war und grundlegende Fragen im Bezug auf Gott oder Götter zufriedenstellend beantwortet wurden. Das Bestreben der Menschheit, hienieden das Paradies zu schaffen, weil schon die kleinsten Unannehmichkeiten unerträglich sind, verbunden mit der Angst vor einem frühen Ableben, wird schließlich ins Gegenteil verkehrt.
  • Solifuga
    Freitag, 22.02.2013, 15:31 Uhr
    @Techie "Nix gegen Forschung an Medikamenten.. gerne auch, wenn dafür Viren gezüchtet werden müssen. Aber was will man mit einem Supervirus ? Medikamente dagegen entwickeln ?" Das ist zunächst mal Grundlegenforschung, und die muss keinem unmittelbaren Zweck dienen. Die bisherigen Arbeiten demonstrieren, dass es nur sehr wenige Mutationen braucht, um aus einem Grippevirus die Fähigkeit zu verleihen, sich mittels Tröpfcheninfektion zu verbreiten. Und es ist sehr gut möglich, dass ein solches Virus in der Natur entsteht, Grippeviren verändern sich vergleichweise schnell. Um Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln (was man durchaus als Fernziel betrachten kann) muss man verstehen, wie solche Erreger funktionieren - nicht nur dieser eine spezielle Stamm. Beispielsweise könnte sich herausstellen, dass die für die Übertragbarkeit nötigen Mutationen auch zu einer höheren oder geringeren Virulenz führen, oder dass sie Angriffsstellen für Medikamente und Impfstoffe bieten. Vielleicht gibt es mehrere Wege, auf denen die Übertragbarkeit erhöht werden könnte, vielleicht sind nicht alle gleich wahrscheinlich, was die Entstehung in freier Wildbahn angeht, vielleicht kann ein Warnsystem errichtet werden, wenn Erregertypen auftauchen, die einzelne dieser Mutationen tragen, etc. pp. Ich bin kein Virologe und weiß nicht, wie realistisch die Punkte im Einzelnen sind, aber das wären einige Ansätze, die mir auf Anhieb einfielen. Und ja: einfach mal ins Blaue zu unterstellen, dieses Virus wäre gezüchtet worden, um es zwecks Impfstoffverkaufs freizusetzen und dabei den Tod von Millionen in Kauf zu nehmen, ist nicht nur Verschwörungstheorie pur, sondern auch reichlich unverschämt. Wie gefiele es *dir*, sowas an den Kopf geworfen zu bekommen? "Wo kommen denn die ganzen Forschungsgelder her ? Von Spendern und Gönnern, die keine Gegenleistung sehen wollen ?" Staatliche Stellen, Stiftungen, ... @klemptner "Ich bin ganz platt das viele Menschen denken das Wissenschaftler grundsätzlich erstmal Gutmenschen sind" Und ich bin platt, für wie viele Wissenschaftler grundsätzlich erstmal Verrückte, Idioten oder Verbrecher sind, denen man nichtmal eine Schachtel Streichhölzer anvertrauen sollte, weil sie nichts anderes im Sinne haben, als die Menschheit zu vernichten.
  • klemptner
    Freitag, 22.02.2013, 14:56 Uhr
    Ich bin ganz platt das viele Menschen denken das Wissenschaftler grundsätzlich erstmal Gutmenschen sind. Das ist totale Scheiße es geht um Macht,Geld ,Ansehen und den Nobelpreis. Natürlich gibt es genügend Wissenschaftler und Forscher die den Menschen helfen wollen,aber es gibt auch genug die Züchten und Forschen ohne Rücksicht auf andere. Und die anderen sind wir
  • blondealex
    Freitag, 22.02.2013, 14:52 Uhr
    Die Herren Wissenschaftler sollten mal das Buch von Stephen King "Das letzte Gefecht" lesen. Darin dezimiert ein Supervirus 99% der Weltbevölkerung. Erinnert mich sehr stark daran. Klar, wenn ich Angst vor einem Angriff habe und z. B. eine Waffe besitze schieße ich auch schon mal vorsorglich um mich. So ein Blödsinn! War (oder ist) doch mit den Atombomben genau das gleiche.
  • Techie
    Freitag, 22.02.2013, 14:13 Uhr
    Solifuga Hallo ? Nix gegen Forschung an Medikamenten.. gerne auch, wenn dafür Viren gezüchtet werden müssen. Aber was will man mit einem Supervirus ? Medikamente dagegen entwickeln ? Ist ja Genial, dann werden also Impfstoffe gegen ein Virus entwickelt, welches in genau dieser Form von der Natur womöglich nie erfunden werden würde. Wenn man diesen Impfstoff dann irgendwann profitabel verkaufen will, muss man das Virus freisetzen. Aber das ist natürlich nur alles Verschwörungskram, sowas würde niemand tun. Oder man verkauft das Virus an die Armee. Wo kommen denn die ganzen Forschungsgelder her ? Von Spendern und Gönnern, die keine Gegenleistung sehen wollen ?
  • Solifuga
    Freitag, 22.02.2013, 13:55 Uhr
    @Techie "Aber die "Experten" wissen natürlich alles besser ! Eine Handvoll Wissenschaftler entscheidet also jetzt über das Schicksal von 6 Milliarden Menschen." Stimmt, stellen wir lieber sämtliche Forschungen an Krankheitserregern ein und lassen uns davon überraschen, was die Natur uns in 10 oder 20 Jahren an den Kopf schmeißt. Weil: du "Experte" weißt ja ganz genau, dass diese Forscher nur nach neuen Kampfstoffen forschen. Wissenschaftler, das sind schließlich diese Typen, die irre kichernd Tiere quälen und Krankheitserreger freisetzen. Was sonst sollten die den ganzen Tag im Labor auch machen?
  • Techie
    Freitag, 22.02.2013, 13:17 Uhr
    Der Mensch hat doch schon immer seine eigene Vernichtung vorbereitet.. immer in der Hoffnung, er könne die Waffe kontrolliert gegen Feinde einsetzen. Schon im Mittelalter hat man die Pestleichen mit Katapulten auf den Gegner regnen lassen.. war unschön, aber schon damals sehr effektiv. Das Problem mit Viren und Bakterien ist aber nunmal, das diese nicht Freund und Feind kennen.. nur Wirte ! Aber die "Experten" wissen natürlich alles besser ! Eine Handvoll Wissenschaftler entscheidet also jetzt über das Schicksal von 6 Milliarden Menschen. Na Bravo !!
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