"Sexy Cora": Das lief schief bei der Brust-OP
Über die Risiken der Betäubung bei Schönheits-OPs und über den Fall "Sexy Cora" sprachen wir mit dem plastischen Chirurgen Dr. Bernd Loos, der die Karlsruher Klinik am Stadtgarten leitet.
Herr Dr. Loos, wie sehen Sie den Fall "Sexy Cora"?
Dr. Bernd Loos: Die Patienten müssen bei einer Vollnarkose künstlich beatmet werden. Zur Kontrolle braucht man ein Narkosegerät, das dem Stand der Technik entspricht und das meldet, wenn die Beatmung nicht funktioniert. Damit wird die CO2-Ausatmung gemessen. Wenn kein CO2 zurückkommt, dann bedeutet das, dass die Beatmung nicht richtig funktioniert. Außerdem müssen die Vitalwerte wie Sauerstoffsättigung, Blutdruck oder Herzfrequenz überwacht werden. Im konkreten Fall soll der Alarm der Überwachungsgeräte still geschaltet gewesen sein.
Ich war nicht dabei, aber so wie ich das nachvollziehen kann, hatte die Patientin einen Sauerstoffmangel, der erst aufgefallen ist, als das Herz stehen geblieben ist. Das Gehirn kann nur drei, maximal vier Minuten ohne Sauerstoff auskommen. Durch eine Reanimation haben sie die Herzfunktion wieder aktivieren können, aber da war das Gehirn schon tot.
Was meinen Sie, warum ist die Überwachung der Vitalwerte stumm geschaltet worden?
Dr. Bernd Loos: Das müssen Sie die behandelnden Ärzte fragen. Denkbar wäre, dass das Gerät immer wieder einen Fehlalarm ausgelöst hat und dann die Alarme auf stumm geschaltet wurden. Wenn man ein modernes Überwachungsgerät hat, dann geht das technisch jedoch gar nicht.
"Jeder Arzt steht mit einem Fuß im Gefängnis"
War das eine Reaktion darauf, weil es bei einer Operation sowieso stressig zu geht?
Dr. Bernd Loos: Nein, bei einer Operation geht es nicht stressig zu. Normalerweise ist alles ziemlich entspannt. Wenn Stress im OP ist, dann funktioniert irgendetwas nicht.
Für fahrlässige Tötung droht der betroffenen Narkoseärztin eine langjährige Haftstrafe. Stehen Anästhesisten immer mit einem Fuß im Gefängnis?
Dr. Bernd Loos: Jeder Arzt steht mit einem Fuß im Gefängnis, weil wir ja Körperverletzung begehen. Wir haben zwar die Einwilligung der Patienten, aber wenn man etwas grob fahrlässig macht, dann muss man auch dafür gerade stehen. Das ist meines Erachtens auch richtig so.
Um keinen Fehler zu begehen, muss der Arzt also standardmäßig vor dem Eingriff bestimmte Risiken abklären, oder?
Dr. Bernd Loos: Genau, man muss Voruntersuchungen machen und in meinem Metier ist es wichtig, bei Zweifeln nicht zu operieren. Es muss nach Vorerkrankungen wie etwa Thrombose gefragt und es müssen bestimmte Standards wie eine EKG-Untersuchung eingehalten werden. Der Verzicht auf die Operation kann den Ärzten schwerfallen, weil dann Umsatz verloren geht. Wenn aber die medizinische Notwendigkeit nach dem Geldbeutel gestellt wird, dann wird es schwierig.
"Richtige Wachzustände habe ich noch nicht erlebt."
Kommt es oft vor, dass Patienten trotz Narkose während des medizinischen Eingriffs aufwachen?
Dr. Bernd Loos: Richtige Wachzustände habe ich noch nicht erlebt. Auch in der Universitätsklinik in Erlangen, für die ich vor meiner Selbstständigkeit gearbeitet habe, habe ich das noch nicht mitbekommen. Wenn ein Schlafmittel niedrig dosiert ist, ist es denkbar, dass der Patient aufwacht und sich nicht verständlich machen kann. Um ehrlich zu sein: Dass er sich bewegt, das passiert manchmal. Aber da haben die Patienten so viel Schmerzmittel und so viel Schlafmittel, dass sie das nicht merken.
Auf welche Standards und Qualitätsmerkmale sollte ich als Patient vor einer Schönheitsoperation achten?
Dr. Bernd Loos: Der Operateur sollte natürlich ein Spezialist sein. Es sollte ein plastischer Chirurg sein oder ein HNO-Arzt mit der Zusatzbezeichnung "plastische Operationen". Es sollte außerdem eine Spezialklinik sein, die geführt wird wie ein normales Krankenhaus. Es sollte zudem ein Narkosearzt bei jedem Eingriff dabei sein mit der entsprechenden Ausrüstung.
Dr. med. Bernd Loos ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Leiter der Karlsruher Klinik am Stadtgarten.
78 Meinungen zu ""Cora": Was lief bei OP schief?"
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therealdealo
Dienstag, 29.01.2013, 17:59 Uhr hatte schon einen tollen Körper -
tensing007
Dienstag, 29.01.2013, 17:35 Uhr ...es wurde zu wenig Silikon nachgespritzt! -
Nurmalganzkurz
Dienstag, 29.01.2013, 16:07 Uhr @ DangerWoman Deswegen selber Schuld! ____ Trotzdem hat die Narkoseärztin nicht aufgepasst und einen Fehler gemacht, für den sie sich jetzt verantworten muss. Es hätte schließlich auch jemand ganz Normales mit einer Mandel-OP da liegen können und wäre auch gestorben. Willst du da beim Strafmaß einen Unterschied machen und wenn ja, mit welcher Begründung? -
Nurmalganzkurz
Dienstag, 29.01.2013, 16:05 Uhr @ Sharam "In der Regel behaupten die meisten Frauen, die das tun, sie würden es nicht für andere, sondern für sich selbst machen. Das halte ich aber für eine Lüge. In Wahrheit ist es wohl so, dass ein Großteil der Männer, der gern Pornos schaut, auf vollgepumpte Riesentitten steht (ich bin zwar ein Mann, aber ich stehe nicht so auf Frauen, an denen fast nichts mehr echt ist). Und hier muss man sich doch die Frage stellen: Lohnt sich der Aufwand? Riesenbrüste, nur damit man die Wichsvorlage einiger triebgeiler alter Säcke ist???????? ________ Die meisten Frauen machen das für sich selbst, weil sie sich besser gefallen mit größeren oder pralleren Brüsten. Genauso, wie andere Leute sich die Ohren anlegen lassen, sich die Nase begradigen lassen oder sich auch die Tränensäcke entfernen lassen. (Übrigens immer mehr Männer lassen das machen!) Auch wenn ein Großteil der Herren gerne mal einen Porno schaut, so können die meisten dennoch unterscheiden zwischen Film und Realität und nicht alle wollen ein Doppel-D oder größer daheim haben. Frauen wie Cora machen das, weil sie in dem Pornogewerbe arbeiten und es quasi von ihnen erwartet wird. Bei diesen Frauen handelt es sich im Blick des "normalen" Mannes nicht um eine normale Frau, sondern sie spielt eine Rolle. Sie ist die immergeile Hure, die alles macht und dauergeil ist, dazu gehört auch ein extremeres Äußere. Zu Hause sind die Herren dann wieder froh, dass sie ihre normale Frau neben sich haben. -
DangerWoman
Dienstag, 29.01.2013, 16:02 Uhr Ich kann mich den meisten Beiträgen nur anschliessen. Sie ist selber auch schuld. Jetzt der Narkoseärztin das anzulasten, ist eine Nummer einfach. Jede OP birgt ein gewisses Risiko. Und wenn es aus medizinischer Sicht nicht notwendig ist, sich operieren zu lassen. Wer macht es denn bitte schön, nicht jemand der bei klaren Verstand ist. Ausserdem wurde PornoCora über eventuelle Risiken vorher aufgeklärt. Und sie gab ihre Einstimmung dazu! Nur um sich die Titten bis zum Umfallen aufblasen zulassen hat ihr das Leben gekostet, dass ist auch ihr Verschulden - definitiv! Oder hat sie nicht gesehen, was mit Lollo Ferrari oder Anna Nicole Smith passiert ist. Sowas ist einfach nur dumm, Pornokarriere hin oder her. Deswegen selber Schuld!
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