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29.01.2013, 15:27 Uhr

Männer leben ungesünder - dabei kostet Kümmern nichts

Berlin (dpa) - Männer rauchen häufiger, trinken mehr, sterben öfter bei Unfällen. Und sie gehen seltener zum Arzt, wie der aktuelle Männergesundheitsbericht zeigt. Dabei kostet Kümmern nichts - viele Vorsorge-Checks zahlt die Kasse.

Männer sterben deutlich häufiger als Frauen bei Unfällen und durch Suizid. Das bestätigen erste Zahlen aus dem neuen Staatlichen Männergesundheitsbericht, den das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag (29. Januar) in Berlin in Auszügen vorstellte. "Drei Viertel aller Suizide werden von Männern begangen", ergänzte Elisabeth Pott von der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die den 1. Männergesundheitskongress eröffnete.

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In Sachen spezialisierter Prävention sei noch viel zu tun - auch wenn die Gesundheitsbranche langsam auf das Thema einsteige. Aber immer noch trinken Männer mehr Alkohol, rauchen häufiger und gehen bei Beschwerden später zum Arzt. Der Anteil vermeidbarer Sterbefälle ist hoch.

Anteil vermeidbarer Sterbefälle hoch

Zwar hat sich die Schere bei der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen von zeitweise sechseinhalb auf nun fünf Jahre leicht geschlossen - die 2011 geborenen Mädchen können mit einem Lebensalter von fast 83 Jahren, die Jungen mit knapp 78 rechnen. Doch auch mittelfristig wird laut Prognosen eine Lücke zwischen den Geschlechtern klaffen. "Vor allem die vorzeitige Sterblichkeit trägt dazu bei", sagte Anne Starker vom RKI. "Der große Anteil "vermeidbarer" Sterbefälle birgt ein hohes Präventionspotenzial." So sei die vergleichsweise hohe Sterblichkeit vor allem auf einige bestimmte Todesursachen zurückzuführen, bei denen das eigene Verhalten zumindest zum Teil eine Rolle spiele - etwa unfallbedingte Verletzungen und Herz-Kreislauferkrankungen, aber auch Krebsleiden.

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Dabei würde Vorsorge in vielen Fällen gar nichts kosten: Alle Krankenkassen in Deutschland müssen ihren männlichen Mitgliedern regelmäßig bestimmte Vorsorgeuntersuchungen zahlen. Ab dem 35. Geburtstag hat ein Mann alle zwei Jahre gesetzlichen Anspruch auf ein sogenanntes Hautkrebs-Screening, erläutert eine Sprecherin des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Bei dem Screening untersucht der Arzt den ganzen Körper visuell auf Anzeichen für Hautkrebs. Außerdem gehört eine Anamnese dazu, bei der Patient und Arzt im Gespräch klären, ob der Mann eine Vorgeschichte hat, die Hautkrebs begünstigt.

Im gleichen Rhythmus steht Männern ab 35 ein allgemeines Gesundheits-Check-up zu. Es zielt auf die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Problemen, Nierenerkrankungen und Diabetes ab. Zum Check-up gehören eine körperliche Untersuchung, ein Test der Blut- und Urin-Werte, ein Beratungsgespräch sowie die Anamnese.

Kasse übernimmt viele Vorsorge-Checks

Ab dem 45. Geburtstag übernimmt die Kasse eine Krebsfrüherkennung pro Jahr. Dabei tastet der Arzt die Prostata und die äußeren Genitale des Patienten ab. Männer ab 50 können auf Kosten der Kasse zur Darmkrebsfrüherkennung, wobei der Arzt den Stuhl auf verborgenes Blut untersucht. Bis zum 55. Geburtstag übernimmt die Kasse diese Untersuchung jedes Jahr, ab dann alle zwei Jahre. Eine Alternative zur Stuhlprobe ist die Darmspiegelung, die Koloskopie. Für sie zahlt die Kasse ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre.

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Einige Kassen übernehmen nach Angaben des GKV noch weitere Vorsorgeuntersuchungen. Welche das sind, ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich.

Vorsorge sei zwar sehr sinnvoll, sagt Christoph Kranich, Gesundheitsexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. Allerdings warnt er vor übertriebenem Argwohn. "Man muss nicht immer alle Untersuchungen machen", sagt der Experte. "Denn das kann auch Angst machen."

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14 Meinungen zu "Männer scheuen sich vorm Arzt"

  • maho76
    Mittwoch, 30.01.2013, 17:03 Uhr
    ... und sich noch ne grippe einzufangen. oder wirken die ganzen kranken in den wartezimmern eher wie eine schutzimpfung?^^
  • thedee
    Mittwoch, 30.01.2013, 12:39 Uhr
    .... NA UND ? Häufig Zeitverschwendung...... die Politik macht uns das Leben schwer, und nur, weil sie von den Lobbyisten abhängig sind..... 690 Schwachmaten ruinieren das Leben von 80 Millionen.... Gesundheitspolitik, ich lach mich kaputt..... das gibts schon lange nicht mehr.... gehst du wegen Beschwerden zum Doc, und du kriegst tatsächlich mal nen Termin ( neues Zauberwort : Neupatientenstopp) kann oder will er dir nicht helfen, du behältst deine Beschwerden und dir wird zusätzlich schlecht von den Pillen, die er dir verschreibt, weil er ne Reise von den Pharmafuzziese dafür kriegt, dass er genau die verschreibt.... was soll ich dann beim Arzt ? Nach meinem letzten Arbeitsunfall war ich in der notaufnahme, und der behandelnde Arzt hat erst dann von seinem Bildschirm hochgeblickt, als die genervte Krankenschwester mit dem Verbinden fertig war und wollte mir, ohne mich gesehen oder gesprochen zu haben Paracetamol mitgeben..... das kriege ich in jedem Kiosk, wenn ich wollte, das ist aber Leberschädigend..... etc....pp....
  • arid1
    Mittwoch, 30.01.2013, 12:15 Uhr
    Hier wird dem Leser/User vorgegauckelt, daß die Kassen wunder was für den Menschen im Land ausgeben. Wer mit dieser Materie befaßt ist, weiß zum Bsp. auch, daß die immer mehr Medikamente aus dem Katalog herausnehmen, welche die Patienten ohne Zuzahlung erhalten . Und es war letztlich unter der Schröder geführten SPD, wo man die Zuzahlungen für Patienten enorm erweiterte. . . . .siehe Zahnersatz etc.. Gesundheit sollte nicht zum Luxusgut verkommen, wie es bereits heute schon ist ! Ein wenig vom Thema abgekommen, aber auch das sollte man wissen ! ! !
  • NrwLady
    Mittwoch, 30.01.2013, 10:54 Uhr
    Ich war vor tagen beim Augenarzt.Dort stellte man einen Befund fest der weiter kontrolliert werden muss.Das Verfahren dass der Augenarzt anwendete um eine Bildgenauere Diagnose zu treffen,wird von der KK. nicht bezahlt.So war ich 120;Euro los.Bei meinem Anruf bei meiner KK sagte man mir,wenn es eine krankhafte Diagnose gibt,dann werden sie das nächste mal bezahlen.Da kann ich nur den Kopf schütteln.Was ist mit den Menschen die das nicht bezahlen können? Ich betreibe Vorsorge und muss noch einen Teil dazuzahlen...Kopfschüttel
  • samboskop
    Mittwoch, 30.01.2013, 10:45 Uhr
    Der beste Vorsorgecheck: Beobachte dich selbst. Hautkrebsscreening: gibt es neue dunkle Flecken (nicht in der Vergangenheit, sondern auf der Haut), Kreislauf: geht das noch bis zum 6.OG über Treppen ohne Gekeuche, Stoffwechsel: Pippi und Kacke normal. Anamnese: welche Erkrankungen gibt es in deiner Umgebung (nicht die Freunde, nur die Familie). Der Arzt macht nix anderes, nur er kennt dich nicht, wenn du einmal alle 10 Jahre hingehst. Und bitte gehe schnell zum Arzt, wenn etwas nicht richtig funktioniert (nicht mit der Grippe, nur wegen dem Zettel sondern,) z.B. wenn die Füße kribbeln und der Rücken weh tut oder die Pumpe nicht rund läuft. Wenn der Doc 10€ für die Untersuchung bekommt, hat er maximal 5 Minuten Zeit für dich. Für Alles. (Dokumentation, Gespräch, Diagnose inbegriffen). Das reicht natürlich für eine erstklassige umfassende Untersuchung!!! Außerdem entlasten wir Männer mit unserem Umgang mit unserer Gesundheit die Rentenkassen und bescheren dem Staat Zusatzeinkommen über Tabak- und Alkoholsteuer (und die Mehrwertsteuer darauf, nicht zu vergessen). Zum Glück sind wir keine Drohnen im Bienenstaat, tot umfallen nach dem Zeugungsakt.
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