Rund 627.000 Menschen sterben nach Schätzungen der World Health Organisation (WHO) jährlich an Malaria - die meisten davon in Afrika. Aktuell richtet der Malaria-Tod des österreichischen Dokumentarfilmers Michael Glawogger hierzulande den Fokus auf die Tropenkrankheit. Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht, aber mit der richtigen Vorbereitung lässt sich das Risiko minimieren.

Malaria zählt neben Aids und Tuberkulose zu den gravierendsten Infektionskrankheiten weltweit. Eine einfache Lösung, sich vor Ansteckung zu schützen, gibt es derzeit nicht - der Impfschutz ist nicht ausreichend.

Die Forschung arbeitet an Impfstoffen, die das Eindringen der Erreger verhindern beziehungsweise den Krankheitsverlauf mildern sollen. Amerikanische Forscher wiederum hoffen, die Mücken durch gentechnische Veränderungen als Wirte für die Parasiten unbrauchbar zu machen. Erfolge durch diesen Ansatz sind allerdings kurzfristig nicht zu erwarten.

Vor Reiseantritt Malariasituation am Zielort klären

Wer einen Aufenthalt in gefährdeten Regionen wie Afrika, Asien oder Lateinamerika plant, kann im Vorfeld diverse Schutzmaßnahmen ergreifen. Da die Malariasituation regional abweicht, sollten sich Reisende zum Beispiel auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin oder bei einem Tropenmediziner Informationen zum Reiseziel einholen. Der Arzt weiß, welche Medikamente im Vorfeld individuell eingenommen werden können. Vorbeugende Medikamente sind jedoch nur sinnvoll, wenn die Infektionsgefahr aktuell höher ist als das Risiko der Nebenwirkungen, rät Tropenmediziner Prof. Thomas Löscher von der Universität München.

Moskitonetze und Cremes helfen

Um sich zusätzlich vor Ort zu schützen, kann man mückenabweisende Creme auftragen. Nachts sollte man ein imprägniertes Moskitonetze über dem Bett aufspannen. Tagsüber trägt man außerdem am besten helle Kleidung, denn darauf werden Moskitos gut erkannt. Klimaanlagen und Fliegengitter bieten Schutz in geschlossenen Räumen.

Wegen des raschen Krankheitsverlaufs sollte man beim ersten Verdacht einer Infektion den Arzt aufzusuchen. Dieser kann Malaria anhand eines Bluttests nachweisen. Alarmzeichen sind hohes Fieber, Schüttelfrost sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Eine frühzeitige Therapie und die Einnahme der richtigen Medikamente erhöhen die Chance, die Seuche zu kontrollieren.

Malaria wird von Parasiten ausgelöst

Ausgelöst wird die Krankheit nicht durch den Mückenstich, sondern durch einen Parasiten. Diese sind jeweils verantwortlich für einen unterschiedlichen Malaria-Typen. Der gefährlichste von ihnen ist Malaria Tropica, der auch bei Glawogger diagnostiziert wurde.

Um zu überleben, benötigen die Malaria-Parasiten zwei Wirte: Die Mücke als Hauptwirt und den Menschen als Zwischenwirt. Für die Übertragung des Erregers sind bestimmte Arten der Anopheles-Mücke geeignet. Sie infizieren sich zunächst durch den Stich an einem Malaria-Erkrankten, geben den Parasiten weiter und setzen so einen komplizierten Kreislauf in Gang, der zur Verbreitung der Seuche führt. (sag)