Zur mobilen Ansicht wechseln

11.07.2011, 10:54 Uhr

Junge Erwachsene: Rausch am Wochenende schlägt aufs Hirn

Der Rausch am Wochenende ist heikler, als gedacht: Junge Erwachsene, die regelmäßig zu viel Alkohol trinken, zeigen in bestimmten Bereichen ausgedünnte Hirnstrukturen. Das enthüllen Hirnscans, die US-Forscher am Montag auf dem 34. Jahrestreffen der Research Society on Alcoholism in Atlanta vorstellten.

Für ihre Studie untersuchten Forscher um Tim McQueeny von der University of California die Gehirne von 29 Teilnehmern im Alter von 18 bis 25 Jahren. Sie alle waren zuvor als "Wochenend-Binge-Trinker" eingestuft worden. Dazu zählen Frauen, die an einem Abend der Woche mehr als vier alkoholische Getränke konsumieren, und Männer, die sich mehr als fünf Drinks genehmigten.

Dabei zeigte sich, dass der präfrontale Cortex der Studienteilnehmer ungewöhnlich dünn war. In dieser Hirnregion haben Aufmerksamkeit, Konzentration, Planung von Handlungen, Emotionsverarbeitung und Impulskontrolle ihren Sitz. Störungen in diesem Bereich können zu irrationalem Verhalten, emotionalen Problemen und Lernschwierigkeiten führen. Genauere Analysen zeigten, dass sowohl die weiße wie auch die graue Hirnmasse betroffen war.

"Alkohol ist Gift für die Neuronen. Da das Gehirn sich in diesem Alter noch entwickelt, kann er die Art und Weise, in der das Gehirn wächst, stören", erklärt der Leiter der Studie McQueeny. Die beruhigende Wirkung des Alkohols entfaltet sich erst in höherem Alter. Für junge Menschen hingegen wirke Alkohol sehr stimulierend und könnte so schnell zu einer Gewöhnung an die Droge führen.

Die Hinscans zeigten, dass auch Menschen, die nach herkömmlichen Definitionen noch keinen Alkoholmissbrauch betreiben oder alkoholabhängig sind, bereits physiologische Schäden davontragen. Die Ergebnisse der Studie bestätigen zudem vorangegangene Untersuchungen. Demnach gibt es Hinweise dafür, dass das Rauschtrinken weit schädlicher ist als wenn man dieselbe Menge Alkohol über einen längeren Zeitraum verteilt konsumiert.

Auch eine gute Nachricht haben die Forscher: Verzichtet man längere Zeit auf den Rausch, scheinen sich die Neuronen wieder zu erholen. Der heilsame Effekt der Abstinenz muss jedoch noch weiter untersucht werden. (cf)

Zum Originalartikel bei Netdoktor.de

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von NetDoktor.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

© NetDoktor.de GmbH

0 Sterne - basierend auf 0 Bewertungen
Zur Übersicht: Gesundheit

12 Meinungen zu "Rausch dünnt Hirn aus"

  • Waldkauz18
    Dienstag, 12.07.2011, 16:17 Uhr
    oh Gott mit welchem Alter müssen da Politiker angefangen haben zu saufen !??!
  • Klopf
    Dienstag, 12.07.2011, 14:01 Uhr
    Jetzt erkenne ich meinen Fehler: Ich bin öffentlich Bediensteter und trinken überhaupt keinen Alk. Meine Birne ist für den öffentlichen Dienst nicht ausgedünnt genug. Dafür brauch mein Chef gelegentlich eine Entgiftung. Typisch öffentlicher Dienst! Das war Ironie (:-).
  • arschfax
    Dienstag, 12.07.2011, 13:13 Uhr
    Es geht hier nicht um Koma-Saufen oder sich übelst wegzuknallen! Bei Männern 5 Drinks an einem Abend pro Woche ist nun wirklich weit verbreitet und danach liegt niemand im Koma. Dass ein solches für mich "normales" Trinkverhalten schon Gehirnschäden verursachen soll, beunruhigt mich. Dass diese Schäden jedoch im Gegensatz zu Dauertrinker-Schäden wahrscheinlich reversibel sind, beruhigt mich wieder.
  • binie80
    Dienstag, 12.07.2011, 10:52 Uhr
    mal ehrlich, wenn man sich die ganzen "Deppen" anschaut die sich regelmässig ins Koma saufen, da braucht man keine Studie mehr. Da stellt sich mir nur die Frage, was war zuerst, die Unterbelichteten, die sich Besaufen, oder das Besäufnis, dass zur Unterbelichtung geführt hat?? Ein Teufelskreislauf...
  • 2fastHunter
    Dienstag, 12.07.2011, 10:07 Uhr
    Das erklärt natürlich schlagratig, weiso Sendungen wie Big Brother oder X-Diaries so erfolgreich bei der werberelevanten Zuschauergruppe ist und warum Mario Barth Stadien füllt...
  • xTopxGunx
    Dienstag, 12.07.2011, 07:58 Uhr
    "McQueeny"? Wirklich? ... Oh man, jetzt erst wird mir klar, was aus mir hätte werden können. Statt einem guten und sicheren Job und einem glücklichen Privatleben, wäre ich jetzt wahrscheinlich schon Bundeskanzler und hätte nen ganzen Harem. - Verdammter Alkohol, du hast mein Leben kaputt gemacht...
Alle Specials im Überblick
EM-Ball 2012

Der Countdown zur EURO 2012 läuft...

Schauspieler Jürgen Vogel

Für den guten Zweck: Justin Bieber twittert, Jürgen Vogel feiert. >

Zehn Ernährungstricks, um Ihre Fettverbrennung anzuheizen. >

Mit Adoptionen nicht zu lange warten

Diese Altersgrenzen sollten interessierte Paare kennen. >


Internet Made in Germany Ihr WEB.de-Postfach ist grün Web.de unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: Rausch dünnt Hirn aus. Alkoholexzesse sind heikler als zunächst angenommen.