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07.01.2012, 15:22 Uhr

200 Millionen Menschen nehmen illegale Drogen

London (dpa) - Erschreckende Zahlen über den weltweiten Drogenmissbrauch: Jährlich greifen weltweit rund 200 Millionen Menschen zwischen 15 und 64 Jahren zu illegalen Drogen. Das ist etwa jeder Zwanzigste.

In den hochentwickelten Industrieländern ist die Missbrauchsquote am höchsten, belegen mehrere Studien, die das britische Wissenschaftsmagazin "The Lancet" veröffentlicht hat. Illegale Drogen spielen für den Gesundheitszustand der Bevölkerung inzwischen eine ähnlich große Rolle wie der Missbrauch von Alkohol.

"Lancet" stützt sich auf insgesamt drei Studien. Die erste stammt von den australischen Forschern Louisa Degenhardt und Wayne Hall, eine zweite vom Briten John Strang. Die dritte Untersuchung hat der Melbourner Professor Robin Room verfasst.

Der tatsächliche Konsum von illegalen Drogen sei nie genau zu schätzen, weil naturgemäß keine offiziellen Zahlen existieren könnten. Dennoch gehen die Wissenschaftler Hall und Degenhardt davon aus, dass weltweit allein zwischen 125 und 203 Millionen Menschen Cannabisprodukte wie Haschisch oder Marihuana einnehmen. Andere Drogen wie Kokain oder Opiate (Heroin) liegen mit bis zu 21 Millionen Konsumenten deutlich dahinter. Weltweit gibt es demnach zwischen 11 und 21 Millionen Menschen, die sich Rauschgift spritzen. Insgesamt gehen die Forscher von 149 bis 271 Millionen Menschen aus, die illegale Drogen nehmen.

Solche Drogen scheinen in Australien und Neuseeland durchaus beliebt zu sein - allein 15 Prozent der 15- bis 64-Jährigen nehmen dort Cannabis, schreiben die Wissenschaftler unter Berufung auf Zahlenmaterial der Vereinten Nationen. Opiate seien dagegen im Nahen Osten besonders nachgefragt. Diese Drogen seien für die Volksgesundheit die gefährlichsten: Jeder vierte Konsument werde lebenslang abhängig, es bestehe die Gefahr von Todesfällen durch Überdosen, hinzu komme das Risiko der Übertragung schwerwiegender Virusinfektionen wie Aids.

Strangin beklagt einen großen Mangel an politischem Vermögen im Umgang mit dem Drogenproblem. "Ein Großteil der öffentlichen Debatte in der Drogenpolitik basiert auf nur minimalen Informationen aus der Wissenschaft", heißt es in dem Text. Insgesamt plädieren die Autoren der Studie für eine harte Hand gegen den Drogenkonsum: Hohe Preise und schnelle Bestrafungen könnten dem Drogenhandel und damit auch dem Konsum am ehesten empfindliche Schläge versetzen.

Internationale Verträge müssten sicherstellen, dass etwa Opiate nicht illegal, sondern nur in der Medizin als Schmerzmittel eingesetzt werden. Dies sei bisher etwa in ärmeren Ländern nicht ausreichend möglich, argumentiert Room. Immer wieder seien Schlupflöcher und Sonderklauseln in den Verträgen genutzt worden, um deren eigentlichen Sinn zu umgehen.

International werde derzeit ein Schwerpunkt in der Drogenbekämpfung auf Kriminalisierung gelegt, kritisiert Room, der seine Studie gemeinsam mit dem US-amerikanischen Forscher Peter Reuter verfasst hat. Die Politik vieler Staaten konzentriere sich oft auf extreme Bestrafungen, bis hin zur Todesstrafe. Das Problem sei nicht gelöst worden und werde zulasten der Konsumenten, nicht der Händler angegangen.

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216 Meinungen zu "Erschreckende Zahlen"

  • Drachie
    Sonntag, 18.03.2012, 17:05 Uhr
    Ich dachte es wären mehr. "Illegale Drogen" klingt so negativ konnotiert, dabei ist das meiste davon "sanfte" Drogen wie Gras. Es ist ja nicht, als ob von den (auch noch geschätzten!) 200 mio. 90% Crackleichen wären. Ich kenne keinen einzigen Philosophiestudenten bisher, der kein Gras raucht, also wirds wohl so schlimm nicht sein (frödert wohl die Inspiration :3 ).
  • kalle789
    Sonntag, 18.03.2012, 16:21 Uhr
    Wenn manche Eltern wüssten was ihre Schützlinge in den Discotheken alles bekommen können,und viele machen das auch.Wer einen Blick dafür hat erkennt in Discotheken ganz schnell was los ist--erschreckend!!! Mal ''eben ne line ziehen'' ist nix besonderes mehr..
  • Xevo
    Montag, 09.01.2012, 17:09 Uhr
    Jacohe Das und nichts anderes ist der Sinn der Rente mit 67+ ============== Das habe ich ja nicht bezweifelt. Aber es werden dadurch auch viele Arbeitsplätze länger für junge nicht frei, die das Geld gebrauchen könnten. Blühm war damals schon auf dem richtigen Weg, er hat eben Fehler gemacht. Menschen aber länger arbeiten zu lassen oder ihnen die Rente zu kürzen ist aber der falsche Weg. Junge Arbeitslose kosten doch auch.
  • Harry1972
    Montag, 09.01.2012, 11:53 Uhr
    Gestern bekam ich eine Mail. Damit meine Schreibarbeit und die Recherchen dazu möglichst vielen Interessierten zugänglich werden, kopiere ich es hierher, jedoch ohne Nennung des Absenders der Mail. ----------------------------------------------------- "Hallo, du sagst selber Alkohol fordert viele Tote, und der ist legal, was nützt dann die Freigabe der Drogen- legal erhältlich - noch mehr Tote, denke nach bevor du was sagst die Gemeinschaft muss die Behandlung der Süchtigen bezahlen" ----------------------------------------------------- Hallo **** In Deutschland sterben jährlich ca. 1500 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen. Die meisten dieser Menschen sterben an falscher Dosierung, da die Substanzen unterschiedlich stark gestreckt werden. Etliche versterben auch an Krankheiten, die sie sich infolge der Lebensumstände zugezogen haben. Diese Lebensumstände werden aber oft erst durch die Illegalität hervorgerufen, wie zum Beispiel die Prostitution zur Geldbeschaffung. Diesen 1500 Toten durch illegale Drogen stehen in Deutschland 150.000 Drogentote gegenüber, die an den Folgen des Konsums legaler Drogen verstarben. Diese verschwindend geringe Zahl Toter durch illegale Drogen (nur 1% der Zahl, die durch legale Drogen umkommen!) ließe sich durch die Legalisierung noch weiter reduzieren und die Abhängigen könnten wieder ein geregeltes Leben führen. Doch die Legalisierung aller Drogen birgt einen noch entscheidenderen Vorteil. Nach Alkohol und Tabak ist Cannabis die gebräuchlichste Droge in Deutschland. Durch die Entkriminalisierung entfielen auch die Repressionskosten, daß heisst, die Kosten für Strafverfolgung, Gerichtsverfahren, Strafvollzug etc. Über die Höhe dieser Kosten gibt es keine Statistiken, jedoch darf man durch den Vergleich mit anderen Ländern wie der Schweiz, deren Strukturen auf Deutschland übertragbar sind, davon ausgehen, daß die Repressionskosten in Deutschland ca. 2 bis 4 Milliarden Euro betragen. Diese Repressionskosten müssen ebenfalls von der Gemeinschaft gezahlt werden und wenn es die Kosten für die Gemeinschaft sind, die Dir die größten Sorgen bereiten, müsstest Du eine Legalisierung begrüßen, denn die Behandlung von Süchtigen dürfte erheblich günstiger sein. Darüber hinaus bietet der staatlich kontrollierte Verkauf bisher illegaler Drogen nicht zu unterschätzende Steuereinnahmen. Berechnungen nach verschiedenen Modellen und Statistiken lassen Steuereinnahmen zwischen ca. 530 Mio. € und 2,8 Mrd. € pro Jahr zu und das allein durch Cannabis. Geld für die Gemeinschaftskasse! Wie man es auch dreht und wendet, würde eine Legalisierung aller Drogen nur Vorteile bieten. Die Abhängigen harter sogenannter harter Drogen hätten Zugang zu sauberem Stoff und wären befreit von dem Beschaffungsdruck und die Konsumenten sogenannter weicher Drogen wären entkriminalisiert und würden sogar noch für erhebliche Steuereinnahmen sorgen. Ich sage es nochmal. Die Wahrscheinlichkeit, daß durch eine Legalisierung plötzlich mehr Menschen Drogen konsumieren, ist mehr als gering. Es gäbe bestenfalls eine wünschenswerte Verschiebung vom Alkohol weg, hin zu Cannabisprodukten. Verlassen kann man sich darauf aber nicht unbedingt. Auf keinen Fall wird jedoch jemand, der bisher keinen Bedarf für irgendwelche Drogen hatte plötzlich zum Drogenkonsumenten.
  • Jacohe
    Montag, 09.01.2012, 08:21 Uhr
    @xevo Zitat:Alte Menschen bis 70 arbeiten lassen, während sich junge zukiffen ist nicht gerade der richtige Weg. Zitat Ende Der Sinn des Heraufsetzten des Renteneintrittsalter liegt nicht darin begründet, dass die Leute länger arbeiten können, sondern darin, dass sie vor Renteneintrittsalter, auch von den Arbeirtssämtern genötigt, Rente vorzeitig zu beantragen. Dann werden ihnen mindetes 10% von der Rente in Abzug gebracht und der Staat spart sich eine große Menge Geld! Das und nichts anderes ist der Sinn der Rente mit 67+
  • Jacohe
    Montag, 09.01.2012, 08:15 Uhr
    Die meisten Toten gibt es doch, bezogen auf Drogenkonsum, durch Missbrauch von Alkohol und Nikotin. ( Von den Gesundheitsbehörden hier geschätzt 10% der männlichen Bevölkerung ist entweder Alkoholkrank oder sehr stark gefährdet) Das wird aber gerne verdrängt und das, für seelisch gefestigte Menschen, völlig ungefährlich Cannabis zu den Suchtgiften gezählt und hier in diesem Land streng verfolgt. Wobei man aber den Tod ( 83 % Alkohol bei einer bestimmten Rumsorte ) in Flaschen kaufen kann. Das Mittel der Regierenden: Wir müssen den Alkohol nur sehr teuer machen, dann konsumieren die Leute weniger. Richtig ist: Dann verdient die Alkoholindustrie mehr; denn der der Trinken will, tut es auch, egal zu welchem Preis!
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