Zur mobilen Ansicht wechseln

24.07.2012, 14:00 Uhr

Menschen mit Essstörung auf Verhalten ansprechen

Berlin (dpa/tmn) - Essstörungen sind ernsthafte Erkrankungen: Die Betroffenen essen zu wenig, zu häufig oder sie erbrechen, was sie gerade gegessen haben. Mit guten Ratschlägen helfen Angehörige wenig - sie sollten aber äußern, dass sie das Problem bemerkt haben.

Wer bei einem Angehörigen oder Freund eine Essstörung vermutet, sollte ihm sagen, welches Verhalten er konkret an ihm beobachtet. Wenig hilfreich seien gut gemeinte Ratschläge, wie sich das Essverhalten wieder normalisieren lässt, betont Prof. Ulrich Voderholzer von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin. Wichtig sei vielmehr, dem Betroffenen klar zu machen, dass man sich um ihn sorgt und ihm anzubieten, gemeinsam Hilfe zu suchen.

Am Donnerstag startet die neue Staffel von "Germany's Next Topmodel" auf Pro7, beim Konkurrenten Vox flimmert schon seit drei Wochen die Castingshow "Das perfekte Model" über die Bildschirme. Millionen junger Mädchen verfolgen vor dem Fernseher klapperdürre Altersgenossinnen auf dem Weg zum vermeintlichen Traumberuf. >

Je krankhafter eine Essstörung wird, desto stärker versuchen die Betroffenen nach Angaben der DGPPN sie zu verheimlichen. Magersüchtige zum Beispiel erzählen oft, was sie den Tag über alles angeblich gegessen haben und dass sie deshalb satt sind. Menschen mit Bulimie erbrechen heimlich jede gerade eingenommene Mahlzeit wieder, um nicht zuzunehmen. Und wer ein ständiges Verlangen nach Essen hat, isst unbemerkbar fast rund um die Uhr.

Einer Essstörung liegt der DGPPN zufolge häufig ein tiefer gehendes seelisches Problem zugrunde: Betroffene versuchten damit zum Beispiel, mit verdrängten Gefühlen und Bedürfnissen zurechtzukommen oder stummen Protest oder Ablehnung auszudrücken. Typischerweise bestimme das Essen oder Hungern das Leben der Betroffenen völlig. Zur Behandlung gehört, wieder eine feste Mahlzeitenstruktur einzurichten und am Selbstwertgefühl sowie der eigenen Körper- und Gefühlswahrnehmung zu arbeiten.

Rund 100.000 Menschen in Deutschland sind den Angaben zufolge magersüchtig. Etwa 600.000 haben Bulimie. Fast jeder siebte Mensch ist krankhaft fettleibig.

Alle News vom: 24. Juli 2012 Zur Übersicht: Gesundheit

1 Meinungen zu "Essstörung besser ansprechen"

  • MollyMalone67
    Freitag, 27.07.2012, 17:36 Uhr
    Gut gemeinte Ratschläge helfen in den allerseltensten Fällen - eher nie...
Sprung ins kühle Nass

Kreislauf verkraftet das kalte Wasser bei sehr heißem Wetter oft nicht. >

VIP_Daily_870_SupermanVideo

So trainiert sich ein Superheld seinen Wahnsinnskörper an. >

Porno

Sexualverhalten von Jugendlichen wird von vielen Faktoren beeinflusst. >


Internet Made in GermanyWEB.DE 2013 - Marke des JahrhundertsIhr WEB.de-Postfach ist grünWeb.de unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: Essstörung besser ansprechen. Gut gemeinte Ratschläge helfen dem Kranken dagegen wenig.