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05.11.2012, 11:45 Uhr

Alkoholsucht: Abstinenz nicht immer ein Muss

München (netdoktor.de) – Nicht jeder, der zu viel trinkt, muss für immer abstinent leben. Davon sind immer mehr Suchttherapeuten überzeugt.

Das Team um Alan K. Davis und Harold Rosenberg von der Bowling Green State University befragte mehr als 900 Suchttherapeuten der "National Association of Alcoholism and Drug Addiction Counselors". Rund die Hälfte der Befragten gab an, es sei akzeptabel, wenn Menschen mit einem Alkoholproblem ein reduziertes Trinkverhalten anstrebten. Dieser Ansicht sind heute doppelt so viele Therapeuten wie noch vor 20 Jahren.

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Menschen mit Alkohol- oder Drogenproblemen, die sich nicht vorstellen können, ganz abstinent zu bleiben, sollten wissen, dass viele Therapeuten auch einen moderaten Konsum unterstützten, schreiben die Autoren. Entscheidend ist allerdings, ob lediglich ein Alkoholmissbrauch vorliegt – oder bereits eine echte Alkoholerkrankung.

Echte Abhängigkeit ist dadurch gekennzeichnet, dass immer größere Mengen konsumiert werden, um denselben Effekt zu erzielen, dass Entzugserscheinungen auftreten, oder dass der Betroffene die Kontrolle über seinen Konsum verloren hat. Dann sind weit weniger Therapeuten geneigt, kontrolliertes Trinken als Option anzubieten. Drei Viertel aller Therapeuten halten die totale Abstinenz für den einzigen Weg aus der Abhängigkeit.

"Unsere Studie zeigt nicht, ob kontrolliertes Trinken bessere oder schlechtere Ergebnisse erzielt als totale Abstinenz", schreiben die Autoren. Insgesamt seien Rückfälle bei Suchtkranken verbreitet. In Deutschland zeigten mehr als 21 Prozent der 18- bis 64-Jährigen einen problematischen Alkoholkonsum, so das "Neue Jahrbuch Sucht 2012". Bei den Männern seien es sogar über 32 Prozent. (cf)

Quelle: Alan K. Davis, Harold Rosenberg: Acceptance of Non-abstinence Goals by Addiction Professionals in the United States, Psychology of Addictive Behaviors, online first Oct. 22

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25 Meinungen zu "Für immer ohne Alkohol?"

  • diver2
    Mittwoch, 21.11.2012, 12:22 Uhr
    Schon alleine die Überschrift ist mehr als irreführend! und erst ziemlich weit unten wird die absolut notwendige Einschränkung erwähnt. Feststellung: ALKOHOLMISSBRAUCH IST NICHT GLEICH ALKOHOLSUCHT. Dies muss unbedingt auseinandergehalten werden, ansonsten ist der Artikel und die Haltung der Therapeuten eine extreme Fehlinformation. Sicher kann Alkoholmissbrauch auch schon eine Abhängigkeit bedeuteten oder auch zur Sucht führen. Von daher ist natürlich lediglich bei einem Missbrauch noch keine totale Abstinenz notwendig, anders bei einer Sucht mit auftretendem Kontrollverlust über den Konsum. Aber auch bei Missbrauch sollte immer wieder gefragt werden, welche Funktion hat der Alkohol in meinem Leben. Es gibt seit Jahrzehnten immer wieder den Versuch, über Medikamente oder auch über Verhaltenstherapie die totale Abstinenz zu umgehen, oder den Kontrollverlust rückgängig zu machen. Leider ist dies immer wieder gescheitert. Für die betroffenen Menschen wäre es wünschenswert, denn es kostet eine immense Kraft, in unserer alkoholischen Gesellschaft, nicht zu trinken. Außerdem gab es vor Jahren schon einmal einen Artikel über eine Untersuchung in den USA in der Zeitschrift Psychologie Heute. Diese Untersuchung war gefälscht, wie sich nachher herausstellte.
  • holzauge64
    Sonntag, 11.11.2012, 13:43 Uhr
    Kein Alkohol ist auch kein Lösung!;-)
  • Nelson07
    Mittwoch, 07.11.2012, 13:57 Uhr
    So, hier schreibt zu diesem Thema ein Experte. Bin nass seit zwanzig Jahren, nur noch Bier bloß - aber darf ich bitteschön zusammenfassen: - Freundin weg - Job als Seminarleiter weg - Führerschein futsch - Fast alle Freunde wech Ist schon ne Menge, gelle! Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Nee nö - echt n toller Freund gewesen - der Alk - guter Zuhörer auch - dachte ich. Gruß an alle hier, die auch die Kurve kriegen möchten wie ich;)
  • powerracerin74
    Dienstag, 06.11.2012, 16:46 Uhr
    @ striegistaler die aussage, ohne alkohol wäre das leben nichts wert, ist ja mal absolut erbärmlich! abends ein bier, mit freunden 1-3 gläser wein, zum essen ebenfalls wein, nach dem essen einen verdauer, auf einer feier auch ein bisschen mehr, bei einem date ein glas das entspannt, kein fußballspiel ohne bier und beim männerabend natürlich auch nicht. und natürlich muss man noch bier trinken, um den regenwald zu retten. die alk-lobby in diesem land ist genauso erbärmlich und soviele menschen fallen darauf rein und lassen sich einreden, dass es kein sinnvolles leben ohne alk gäbe. ich habe 5 jahre in einer suchtklinik gearbeitet und was ich dort (in jungen jahren) gesehen habe, reicht für mein ganzes leben und das kennt keinen alkohol. ist es denn wirklich erstrebenswert, langsam die kontrolle über sich selbst zu verlieren? da man den unterschied zwischen missbrauch und krankheit nicht wirklich erkennen kann, ist und bleibt abstinenz die einzige lösung, die zu 100% wirkt. nur mal so zum nachdenken. in der suchtklinik gabs es eine erfolgsquote bei alkoholabhängigen von 17%. also 83% rückfälle und da wird solch ein artikel verfasst. ich kann echt nur noch mit dem kopf schütteln!
  • Striegistaler
    Dienstag, 06.11.2012, 16:42 Uhr
    An die Daumen runter geber vom blauen Kreuz: In meiner Nachbarschaft wohnt auch einer von eurem Verein der angeblich trocken ist. Aber seltsam, jetzt bekommt er immer das große zittern und kippt dann aus den Latschen.Er hat auch schon seine Wohnung angebrannt. Ständig steht das Rote Kreuz vor der Tür, wahrscheinlich hat er ein Abo. Ehe mir das passiert das ich trocken werden, bleibe ich lieber so wie ich bin. Kein Alkohol ist auch keine Lösung!
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