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22.11.2012, 10:15 Uhr

Rauchen: Außenseiter greifen eher zur Zigarette

München (netdoktor.de) – Jugendliche, die in der Schule unbeliebt sind, werden im Erwachsenenalter eher zu Rauchern. Eine große Untersuchung der Universität von Stockholm entdeckte den Zusammenhang zwischen dem sozialen Status von Schülern und ihrem späteren Suchtverhalten. Die Studie wurde jetzt im Online-Journal "Addiction" veröffentlicht.

Soziales Ranking als Risikofaktor

In ihrer Untersuchung wertete die schwedische Forschergruppe Antworten von mehr als 2.300 Schülern aus, die diese im Alter von 13 Jahren zu ihrer Position innerhalb der Klassengemeinschaft gegeben hatten. Als 32-Jährige waren dieselben Personen erneut befragt worden – diesmal zu ihren Rauchgewohnheiten.

Das Ergebnis: Je niedriger der Rang eines Jugendlichen innerhalb seiner Klassengemeinschaft war, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass er sich später als Erwachsener zu einem mäßigen (bis zu 20 Zigaretten täglich) oder starken Raucher (mehr als 20 Zigaretten) entwickelte.

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Im Unterschied zu früheren Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen sozialem Status und Lebensgewohnheiten mussten die befragten Jugendlichen ihre Einordnung übrigens nicht selbst vornehmen. Stattdessen benannten alle Schüler einer Klasse jeweils drei Klassenkameraden, mit denen sie am liebsten zusammenarbeiteten. Die Wissenschaftler konnten daraus den sozialen Rang der einzelnen Mitglieder ablesen.

Buhlen um Aufmerksamkeit

Dass Jugendliche mit einem niedrigen sozialen Status später eher zu Rauchern werden, könne verschiedene Gründe haben, schreiben die Forscher. So wäre es möglich, dass Heranwachsende irgendwann an ihre Rolle glauben und ihre Pläne und Ambitionen danach ausrichten.

Wer sich an den Rand gedrängt fühle, könne vielleicht dazu neigen, Dinge zu tun, die den allgemein akzeptierten Vorstellungen von einem "guten" Verhalten widersprechen. Möglicherweise würden Jugendliche auch versuchen, mit dem Rauchen mehr Aufmerksamkeit und Beliebtheit zu erreichen – woraus sich dann eine bis ins Erwachsenenalter anhaltende Nikotinsucht entwickeln könne.

Rauchstopp-Kampagnen sollten deshalb nicht nur die individuelle Einstellung zum Rauchen, sondern auch den Aspekt der sozialen Integration und Akzeptanz berücksichtigen, fordern die Forscher.

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Coolness-Faktor sinkt

In Deutschland scheinen Kampagnen wie beispielsweise die Warnhinweise auf Zigarettenschachteln oder rauchfreie öffentliche Gebäude und Lokale zu wirken. Das Rauchen hat offenbar viel von seinem Coolness-Faktor verloren. Griffen im Jahr 2001 noch über 44 Prozent der 18- bis 25-Jährigen regelmäßig zur Zigarette, waren es zehn Jahre später nur noch knapp 37 Prozent.

Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts gab es im Jahr 2009 in Deutschland 14,7 Millionen Raucher. Immer noch sterben jährlich rund 110.00 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. (jr)Quelle: Almquist et al.: Linkages between adolescent peer status and levels of adult smoking in a Stockholm cohort. Addiction, 108, November 2012

Zum Originalartikel bei Netdoktor.de

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von NetDoktor.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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Alle News vom: 22. November 2012 Zur Übersicht: Gesundheit

41 Meinungen zu "Unbeliebte sind suchtgefährdet"

  • strathmann
    Montag, 26.11.2012, 17:50 Uhr
    Bei mir ist das genau umgekehrt. Süchtige sind ausgesprochen unbeliebt.
  • CrimsonTid
    Samstag, 24.11.2012, 16:11 Uhr
    Dann bin ich lieber Aussenseiter statt meine Gesundheit und erst recht meinen Geldbeutel zu ruinieren.
  • notting
    Samstag, 24.11.2012, 14:11 Uhr
    @CrimsonTid: Und wo soll da jetzt der Widerspruch zum Artikel sein? 1. Man ist Außenseiter. 2. Man fängt an zu rauchen und ist dann kein Außenseiter mehr. 3. Man raucht als Erwachsener immernoch. notting
  • CrimsonTid
    Samstag, 24.11.2012, 12:17 Uhr
    Seltsamerweise war man ausssen vor, wenn man eben NICHT geraucht hat. Zumindestens habe ich diese Erfahrung gemacht.
  • notting
    Freitag, 23.11.2012, 17:46 Uhr
    Scheiß Drogensüchtige, die so indirekt andere anfixen. Hatte auch nur eine handvoll Kumpels in der Schule und div. Feinde unter den Klassenkameraden (obwohl ich ihnen nichts getan habe), aber mit Rauchen etc. habe ich nie angefangen und werden es wohl auch nie tun. notting

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