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23.11.2012, 10:50 Uhr

Pokern oder Sicherheit? Risikofreude im Gehirn ablesbar

"No risk, no fun!" lautet das Motto von Menschen, die das Risiko regelrecht suchen. Andere setzen vor allem auf Sicherheit. Genau diese Risikoscheue sei im Gehirn ablesbar, berichten Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Zürich.

Sie testeten 56 Probanden auf ihre Risikofreudigkeit. "Die Testpersonen hatten in einem ökonomischen Spiel die Wahl zwischen einer sicheren Auszahlung und einer Lotterie", erklärt die Erstautorin Sarah Rudorf von der Universität Bonn. Als risikofreudig wurde eingestuft, wer die Lotterie liebte. Risikovermeider war, wer selbst dann die sichere Auszahlung bevorzugte, wenn die Lotterie eindeutig die besseren Gewinnchancen versprach.

Kartenspiel im Hirnscanner

Anschließend absolvierten die Probanden im Hirnscanner ein Kartenspiel, mit dem ihre Risikowahrnehmung untersucht werden sollte. In einer Videobrille bekamen sie Karten mit den Ziffern von eins bis zehn gezeigt. Noch bevor sie die erste Karte sahen, sollten sie darauf wetten, ob die zweite Karte eine höhere oder geringere Zahl zeigte als die erste. "Die statistische Eintrittswahrscheinlichkeit für beide Fälle ist jeweils gleich, nämlich fifty-fifty", sagt Prof. Bernd Weber von der Uni Bonn. "Das ist wichtig, damit alle Probanden, ob risikofreudig oder nicht, riskante Situationen im Scanner erleben." Erst als die Probanden die erste Karte sahen, konnten sie einschätzen, wie wahrscheinlich sie ihre Wette gewinnen würden.

Aktive Risikoscheue

Bei den risikoscheuen Probanden waren zwei bestimmte Hirnregionen stärker aktiviert als bei den Draufgängern: Das sogenannte ventrale Striatum und der Inselcortex. "Offenbar nehmen Menschen, die über eine stärkere Aktivierung dieser Gehirnregionen verfügen, Risiken deutlicher wahr und belegen sie negativer als die Risikofreudigen“, fasst Rudorf die Ergebnisse zusammen. Sie überschätzten die Folgen der Risiken und unterschieden nicht so deutlich zwischen Situationen, die mehr oder weniger riskant waren als erwartet.

Die Erkenntnisse ließen sich auch im Gesundheitsbereich nutzen. "Vor allem Raucher wissen, dass ihr Handeln sehr gefährlich ist, und rauchen trotzdem", so Weber. Sei die Risikoeinstellung eines Rauchers besser bekannt, könne man auch wirksamere Anti-Raucher-Kampagnen entwickeln. (im)Quelle: Rudorf, S. et al.: „Neural Correlates of Anticipation Risk Reflect Risk Preferences, Journal of Neuroscience, DOI: 10.1523/JNEUROSCI.4235-11.2012;

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3 Meinungen zu "Bluffen oder auf sicher gehen?"

  • strathmann
    Montag, 26.11.2012, 17:48 Uhr
    Das Risikozentrum sitzt also im Gehirn? Und was ist, wenn keins da ist? Muss derjenige dann Formel 1 Fahrer werden?
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