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28.02.2013, 16:32 Uhr

Rauchen: Tiefe Nikotin-Spuren im Gehirn

München (netdoktor.de) – Viele wollen mit dem Qualmen aufhören, die wenigsten schaffen den Rauchstopp. Dabei seien die Auswirkungen des Nikotins im Gehirn stärker als bislang gedacht, und sie hielten auch länger an, berichten Schweizer Forscher. Selbst Ex-Raucher wiesen noch Veränderungen auf.

Abhängig durch Botenstoff

Die Forscher untersuchten das System des Hirnbotenstoffs Glutamat bei Rauchern, Ex-Rauchern und Nicht-Rauchern. "Von Tierstudien ist bekannt, dass Glutamat auch bei der Entwicklung von Abhängigkeit, die eine Art Lernprozess darstellt, wichtig ist - vor allem bei der Nikotin- und Kokainabhängigkeit", erklärt Prof. Gregor Hasler, Chefarzt an den Universitären Psychiatrischen Diensten (UPD) Bern. Mittels Positronenemissionstomografie (PET) bestimmten die Forscher ein wichtiges Protein des Glutamat-Systems, den Glutamat-Rezeptor 5 (mGluR5). Er bindet ausschließlich das Glutamat.

Weniger Andockstellen im Kopf

In Rauchergehirnen war der Spiegel dieses Proteins im Schnitt um 20 Prozent verringert, in einzelnen Hirnregionen wie dem unteren Frontallappen und den Basalganglien sogar um bis zu 30 Prozent. Auch die Ex-Raucher, die im Durchschnitt seit 25 Wochen abstinent waren, zeigten noch eine Reduktion des Rezeptor-Proteins um 10 bis 20 Prozent. "Diese Veränderung des Glutamat-Systems bei Rauchern ist im Ausmaß und in der Verteilung weit größer, als man bisher angenommen hat", erklärt Hasler.

Besonders unerwartet sei, dass die Erholung des Glutamat-Systems offenbar sehr lange dauere. "Es ist wahrscheinlich, dass diese sehr langsame Normalisierung zu der sehr hohen Rückfallrate bei Ex-Rauchern beiträgt", so Hasler. Bislang sei es außerdem unklar, ob die Reduktion des mGluR5-Proteins zum erhöhten Risiko für Angststörungen bei Rauchern und für Übergewicht bei Ex-Rauchern verantwortlich sei. (im)

Quelle: Hasler, G. et al: “Marked global reduction in mGluR5 receptor binding in smokers and ex-smokers detemined by (11C)ABP688 positron emission tomography, PNAS Early Edition, 17. Dezember 2012, doi: 10.1073/pnas.1210984110

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von NetDoktor.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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101 Meinungen zu "Rauchen gräbt Spuren ins Hirn"

  • dackel
    Mittwoch, 26.12.2012, 12:42 Uhr
    wer sich zu tode raucht, kann keine spuren im hirn gehabt haben. dazu hätte er ein solches erstmal haben müssen
  • Laviah
    Sonntag, 23.12.2012, 13:31 Uhr
    Dank der Tierversuche hat man sogar festgestellt, dass Sport gegen Übergewicht hilft...immerhin wurden hier Menschen untersucht.
  • Mirona2
    Sonntag, 23.12.2012, 07:44 Uhr
    Zviel arbeiten gräbt Spuren in die Gelenke und das ist um ein vielfaches schlimmer !!! Lg-Mirona2
  • weisweiler
    Samstag, 22.12.2012, 17:53 Uhr
    @angust Mit 71 Jahren kannst Du auch weiterqualmen, falls Dich der Lungenkrebs ereilen sollte, hast Du die Weichen dafür ohnehin schon vor Jahrzehnten gelegt. Ich habe mit 12 auf dem Schulhof angefangen. Ich war glücklicherweise nie so hart drauf, dass ich schon vor dem Frühstück ne Fluppe brauchte. Irgendwann, so ende 20, habe ich angefangen, die erste Zigarette wegzulassen. Erst ab mittags geraucht - gib der Lunge eine Chance zur Regeneration - den Zeitpunkt für die erste Kippe immer weiter nach später verlegt, heute rauche ich nur abends, maximal 4 Zigaretten. Manchmal rauche ich auch ein paar Tage gar nicht, das hat den Witz, dass die erste Kippe danach wieder schmeckt, so wie damals im Wald mit der Clique auf dem Hochsitz. Ich bezeichne mich als Genussraucher, in meinem Auto wird nicht gequalmt, auch während der Arbeit nicht. Ich laufe immer noch Treppenhäuser hoch ohne zu husten. Ans komplette Aufhören verschwende ich keinen Gedanken, wie bereits erwähnt: falls mich der Lungenkrebs ereilen sollte, habe ich die Weichen dafür schon vor Jahrzehnten gelegt. Wer, wie ich, über 50 ist und hat in der Pubertät schon angefangen, braucht das Rauchen nicht gänzlich dranzugeben. Es kostet erstmal etwas Disziplin, aber es geht: tagsüber Nikotin weglassen und abends zwei, drei Zigaretten oder einen guten Zigarillo verkosten. Das geht, probier es aus!
  • soisesdochoder
    Samstag, 22.12.2012, 17:36 Uhr
    @ mel27 | 334 Beiträge: @soisesdochoder also Autofahrer oder andere Süchte jetzt gegen das rauchen auszuspielen, finde ich so, als wenn man nen Taschendieb mit nem Banküberfall vergleichen will, is beides kriminell -------------------------------------- Darauf können wir uns gerne einigen. Aber wenn man einen von beiden Gesellschaftlich und juristisch "übersieht", während auf den anderen gnadenlos eingeknüppelt wird, dann nenne ich das Heuchelei. Und apropos "andere Süchte": Gutes Stichwort: Was macht aus einem Menschen und einem Auto eine Waffe, die man wahllos abfeuert, so lange bis es schief geht: Der Alkohol! Für alles gibt es Argumente und Gegenargumente. Aber wenn man fair bleiben will, muß man beide zulassen.
  • weisweiler
    Samstag, 22.12.2012, 17:27 Uhr
    Ich warte noch auf die Meldung: denken gräbt Spuren ins Hirn.
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